Bauhaus-Universität Weimar

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Litera turberich t. 
Albert Moll. Das nervöse Weib. Berlin, F. Fontane & Cie. 1898. 226 S. 
Nachdem uns der Verfasser in einigen besonders ausgesprochenen 
Typen weiblicher Nervosität ein Beispiel von dem gegeben hat, was er unter 
diesem Namen versteht, geht er in seinem zweiten Kapitel auf das Wesen 
und die Bedeutung der weiblichen Nervosität über, deren populärer Begriff 
sich mit keinem wissenschaftlichen Krankheitsnamen decke, sondern viel¬ 
mehr für Symptome von Neurasthenie, Hysterie, Hypochondrie und psychi¬ 
schen Entartungszuständen sowie für Mischformen aller dieser Krankheiten 
angewendet werde. 
Andererseits beschränkt er sich auf die Nervosität des Weibes, weil 
sich das Weib in der That vom Manne unterscheidet, nicht nur durch ge¬ 
wisse angeborene und erworbene Eigenschaften, sondern auch durch die in 
Folge der Nervosität entstandenen seelischen Zustände. Es bestehen un¬ 
zweifelhaft Unterschiede unter den Geschlechtern, und hieraus ergiebt sich 
die Berechtigung, das nervöse Weib gesondert zu behandeln. 
Die Berechtigung hierzu wollen wir dem Verfasser eben so wenig be¬ 
streiten, wie seine Befähigung. 
Er beherrscht das gewaltige Material nach jeder Richtung hin, und 
was er sagt ist klar und vernünftig. 
Weniger klar ist, weshalb er das sagt, und für wen sein Buch eigent¬ 
lich bestimmt ist. 
Im Grunde genommen erfahren wir dadurch nichts Neues. Alles was 
uns hier auf den 226 Seiten entgegen tritt, haben wir in ähnlicher Weise 
schon früher gelesen, und ob sein Buch der weiblichen Nervosität mehr 
Schaden zufügen wird, als dies seinen Vorgängern beschieden war, lasse ich 
dahingestellt. Der Art der Behandlung nach hat er für sein Buch ein 
grösseres Publikum und zwar in erster Linie wohl das nervöse Weib selber 
ins Auge gefasst, obwohl er sich mehrfach in längeren Auseinandersetzungen 
an die Adresse der Aerzte wendet. 
Ob es nun rathsam sei, nervösen Damen alle Erscheinungen ausein¬ 
ander zu setzen, an denen zu erkranken ihr Zustand ihnen eine Be¬ 
rechtigung gewährt, wird von anderer Seite bestritten, und so liesse sich 
auch gegen die Zweckmässigkeit einiger anderen Ausführungen manches 
einwenden. 
Zustimmung aber wird man dem Verfasser in alledem zollen müssen, 
was er über Verhütung und Behandlung sagt, und es kann nicht oft genug 
darauf aufmerksam gemacht werden, dass man in den Klagen des nervösen 
Weibes keine Einbildung sehen, oder sie gar mit Spott und Ablehnung be¬ 
antworten darf. Pelm an. 
Milne Bramwell. James Braid, His work and writings. Proceedings. Soc. 
Psych. Bes. 12, 127—165. 1896. 
Der Schotte Braid, Arzt in Manchester (geh. 1795, gest. 1860), ist einer 
der Fruchtbarsten auf dem Gebiete des Hypnotismus. Bramwell er¬ 
wähnt nicht weniger als 33 Abhandlungen desselben. Preyer hat in „Die 
Entdeckung des Hypnotismus“, Berlin 1881, die Hauptlehren von Braid zu¬ 
sammengestellt ; er hat auch einen Theil der Abhandlungen von demselben 
ins Deutsche übertragen („Der Hypnotismus, Ausgewählte Schriften von
        

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