Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
N. Andogsky: Ueber das Verhalten des Sehpurpurs bei der Netzhautablösung. v. Graefe's Archiv f. Ophthalm. Bd. 44, S, 404-442. 1897
Person:
Abelsdorff
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30353/1/
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Li ter a turberich t. 
Farbe durch die ebenmerklichen Unterschiede zu messen, welche zwischen 
ihr und Schwarz liegen, ist nur möglich, wenn gleich hellen Farben (ohne 
Rücksicht auf ihren Ton und ihre Sättigung) gleich viele ebenmerkliche 
Unterschiede entsprechen, was weder nachgewiesen noch wahrscheinlich 
ist. Das interessanteste der Arbeit, dass man nämlich mittelst der Inter- 
mittenzmethode zu prinzipiell denselben Resultaten gelangt, wie mittelst der 
Methode des ebenmerklichen Reizes lässt sich schon vermuthen nach den 
Versuchen von Nichols (Americ. Journ. of sc. (1884) Bd. 28 S. 244 ff.) und 
hätte mit denselben in Zusammenhang gebracht werden müssen. 
Karl Marse (Würzburg). 
Lummer, 0. Ueber Graugluth und Rothgluth. Wiedem. Ann. Bd. 62, S. 14—29. 
(1897). 
Lummer wiederholte die Versuche, die vor 10 Jahren von H. F. Weber 
und bald darauf von Emden zur Prüfung des DRAPER’schen Gesetzes, wo¬ 
nach alle Körper bei 525° roth zu glühen beginnen, angestellt wurden. Sie 
hatten bereits bei wenig über 400° ein „gespenstergraues“ oder „düster¬ 
nebelgraues“ Licht wahrgenommen, das dem Auge als etwas unstät, 
glimmend, auf- und abhuschend erschien ; mit ansteigender Temperatur ging 
dieses düstergraue Licht in ein hellgraues und hellaschgraues von immer 
grösserer Helligkeit über, bis es mit der ersten Andeutung des rothen 
Lichtes vollständig verschwand. 
Lummer erhielt dieselben Resultate, und sucht sie auf Grund der 
v. KRiEs’schen Farbentheorie zu erklären, indem er die Graugluth als eine 
Empfindung der Stäbchen, die Rothgluth als eine solche der Zapfen auf¬ 
gefasst wissen will. Da in der Fovea centralis die Stäbchen fehlen, die 
nach v. Kries die Farbenempfindung vermitteln, so entsteht zunächst in 
den peripheren Theilen der Netzhaut die Empfindung farbloser Hellig¬ 
keit, also eines „Düsternebelgrau“, das unstät hin- und herzittert, weil 
es bei direkter Fixirung nicht erblickt werden kann, sondern verschwindet ; 
dieser ungewohnte Zustand hört auf, sobald die Temperatur so weit ge¬ 
stiegen ist (nach Draper auf 525°), dass auch die Erregung der Zapfen eine 
deutliche Empfindung, und zwar sofort eine farbige, hervorbringt. 
Als Beitrag zur endgültigen Entscheidung zwischen den verschiedenen 
Farbentheorien, die gegenwärtig im Vordergründe der Diskussion stehen, 
ist die LuMMER’sche Arbeit gewiss werthvoll, wenngleich verschiedene Um¬ 
stände, wie die genaue Bestimmung der niedrigsten Leuchttemperatur, ihre 
Abhängigkeit von der Natur des erhitzten Körpers sowohl als von der 
Grösse der getroffenen Netzhautstelle, erst durch weitere Versuche fest¬ 
gestellt werden sollen. Borchardt (Wilmersdorf). 
N. Andogsky. üeber das Verhalten des Sehpurpurs bei der Netzhautablösung. 
v. Graeee’s Archiv f. Ophthalm. Bd. 44, S, 404—442. (1897.) 
A. hat, um das Verhalten des Sehpurpurs bei Netzhautablösungen zu 
studiren, dieselben beim Kaninchen durch Einführung von Fremdkörpern 
aus Kupfer oder durch Injektion von physiologischer Kochsalzlösung in 
den Glaskörper unter erhöhtem Drucke erzeugt. Die zu untersuchenden 
Augen wurden in Formollösung gehärtet, welche dem Purpur nicht nur
        

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