Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
C. S. Sherrington: On Reciprocal Action in the Retina as Studied by means of Some Rotating Discs. The Journal of Physiology. Vol. XXI, Nr. 1, S. 33-54. 1897
Person:
Crzellitzer, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30328/1/
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'Literaturbericht. 
• * r * * • » 
jenes Werthes wieder nach und ist etwTa 21/2 Stunde nach dem Einschlafen 
und für den Rest der Nacht nur gering. 
Was die Deutung der gefundenen Resultate betrifft, so nimmt der 
Yerf. zunächst an, dass die Zunahme des Armvolumens vorwiegend auf 
einer Erschlaffung der Hautgefässe und also auf einer grösseren Blutfülle 
der Haut beruhe. Dadurch werde eine verhältnissmässige Blutleere der 
inneren Organe, namentlich aber des Gehirns herbeigeführt, und die 
weitere Folge dieser Anämie der Hirnrinde sei das Herabsinken der 
psychischen Prozesse unter die Schwelle des Bewusstseins. In Verbindung 
mit diesen Vorstellungen entwickelt er dann eine zusammenhängende 
physiologische Theorie des Schlafes, die mit älteren Mosso’schen Anschau¬ 
ungen verwandt ist. Ihren Hauptpunkt bildet die Annahme, dass das all¬ 
gemeine vasomotorische Centrum, das während des Wachens in ununter¬ 
brochener Thätigkeit gehalten werde, sich allmählich erschöpfe und in 
seiner Leistungsfähigkeit nachlasse. Ist diese Erschöpfung sehr gross, so 
hört die Funktion des Zentrums schliesslich auf, und es kommt zu jener 
eben erwähnten Erschlaffung der Hautgefässe und Anämie der Hirnrinde 
trotz des Fortbestehens sinnlicher und geistiger Reize : der Mensch schläft 
ein mitten in einer noch von ihm verlangten Leistung. Bei geringeren 
Graden der Erschöpfung tritt eine solche Wirkung erst ein, wenn der 
weitere Einfluss äusserer und innerer Reize nach Möglichkeit einge¬ 
schränkt wird, wie wir es mit unseren Vorbereitungen zum Schlaf zu thun 
pflegen. Ebbinghaus. 
O. S. Sheebington. Ott Reciprocal Action in the Retina as Studied by means of 
Some Rotating Discs. The Journal of Physiology. Vol. XNI, Nr. 1, 
S. 33-54. 1897. 
S. delinirt retinale „Induktion“ als Beeinflussung eines Retinalpunktes 
(im weiteren Sinne d. h. inkl. zugehörigem zentralen Apparat) nicht nur 
durch einen gegenwärtigen Reiz, sondern auch durch nächstvorhergehende 
und in nächster Nachbarschaft spielende Prozesse. Er stellt sich die Auf¬ 
gabe, diese doppelte Beeinflussung — die bekanntlich zu den Erscheinungen 
des successiven und simultanen Kontrastes führt — an rotirenden Scheiben 
zu beobachten. In der Vorrede diskutirt S. die wesentlichsten bisher über 
Verschmelzungsgeschwindigkeit, Beleuchtung etc. gewonnenen Erfahrungs- 
thatsachen und zieht aus ihnen einige Bedingungen, die erfüllt sein müssen, 
um keine Beobachtungsfehler zu machen. Sowohl bezüglich dieser Details 
wie besonders die Zeichnung der verschiedenen Scheiben muss — da diese 
-Referate keine Abbildungen enthalten, auf das Original verwiesen werden. 
Das Wesentliche bei sämmtlichen von S. angegebenen Scheiben ist, dass 
bei ihrer Rotation 2 oder mehr Ringe erscheinen, die nach physikalischen 
Gesetzen gleiches Licht aussenden, bei rascher Rotation auch gleich aus- 
sehen, bei langsamer Umdrehung aber ungleich scheinen und zwar ent¬ 
weder so, dass sie von verschiedenem Farbenton sind oder so, dass der 
eine Ring flimmert und der andere schon homogen aussieht. Darnach 
unterscheidet 8. zwischen Induktionsflimmern und Induktionskontrast;
        

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