Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lochte: Beitrag zur Kentniss des Vorkommens und der Bedeutung der Spiegelschrift. Arch. f. Psychiatrie 28 (2), 379-310. 1896
Person:
Ebbinghaus
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30314/3/
Literaturbericht. 
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in Spiegelschrift. Der sinnliche optische Eindruck fehlt hier, und die 
blossen Erinnerungsbilder des Aussehens der Buchstaben sind offenbar 
vielfach schon zu schwach geworden zu der entsprechenden Regulirung der 
Handbewegungen. Ebbinghaus. 
r. v. Krafft-Ebing. Lehrbuch der Psychiatrie auf klinischer Grundlage für 
praktische Aerzte und Studirende. Sechste vermehrte und verbesserte 
Auflage. Stuttgart. F. Enke- 1897. XII u. 634 S. 
Wenn in unserer an psychiatrischen Lehrbüchern reichgesegneten 
Zeit von einem der umfangreichsten dieser Werke in Zwischenräumen 
von wenigen Jahren (vergl. diese Zeitschr. Bd. VII, S. 236) stets eine neue 
Auflage nöthig wird, so sind wir damit der weiteren Empfehlung über¬ 
hoben. Es ist dem Verfasser gelungen, in der verwirrenden Mannigfaltig¬ 
keit der Erscheinungen, wie sie die Klinik der „Krankheiten der Person“ 
aufweist, sowohl die Gesetzmässigkeiten wie auch empirisch klare Krank¬ 
heitsbilder heraustreten zu lassen. Arthur König. 
K. Heilbronner. Ueber Asymholie. Psychiatr. Abhandlungen. Hgg. v. Prof. 
C. Wernicke. Heft 3/4. Breslau. Schletter’sche Buchhandlung. 1897. 
60 S. 
Unter Asymbolie versteht H. das, was Freud „Agnosie“ genannt hat: 
Das Mehterkennen von Gegenständen trotz erhaltener Sinnesfunktion in 
prüfbarem Bewusstseinszustande. 
Er berichtet ausführlich über 3 solcher Fälle, in denen organische, 
d. h. grobanatomische Gehirnerkrankungen Vorlagen, was bei allen aus den 
klinischen Erscheinungen hervorging, bei Fall II und III noch durch die 
Autopsie bestätigt wurde. 
Die drei Patienten wissen mit vielen Gegenständen, die ihnen ge¬ 
reicht werden, entweder gar nichts anzufangen, oder gebrauchen sie in ver¬ 
kehrter Weise. 
I will in ein Stück Seife heissen, verhält sich gänzlich ver- 
ständnisslos gegenüber den ihm zum Anziehen dargebotenen Strümpfen, 
desgl. Cigarre und Zündholz gegenüber, bis ihm erstere in den Mund ge¬ 
steckt wird. 
Bei Pat. II' findet sich dasselbe in noch höherem Grade, er beisst in 
viele ungeniessbare Dinge (Thermometer, Licht), küsst Besen, Stiefel, 
Bürste u. s. w. 
Der III. Fall ist überhaupt tief benommen, reagirt sehr wenig und 
dann falsch. 
Alle Drei haben daneben Sprachstörungen. III ist total aphasisch 
(sowohl Sprache, wie Verstehen erloschen), II sensorisch aphasisch, I zeigte 
eine komplizirtere unvollständige Sprachstörung, die sich vor Allem in 
Paraphasie kundgab. 
Die Sektion ergab bei II beiderseitige Erweichungsherde in Folge von 
Gefässverstopfung und zwar, rechts : wesentlich II. Schläfen Windung und 
Marklager des Schläfenhinterhauptslappen befallen. Links : geringerer,
        

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