Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Yrjö Hirn: Förstudier till en konstfilosofi på psykologisk grundval. (Vorstudien zu einer Kunstphilosophie auf psychologischer Grundlage.) Helsingfors, 1896. 162 S. Selbstanzeige
Person:
Hirn, Yrjö
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30313/1/
Litera turberi ch t. 
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bleiben, es ist als regulative Idee unentbehrlich, bei Strafe des Rückfalles 
in das Unwissenschaftliche, in die oben erwähnte doppelte Unendlichkeit. 
Wichtiger als die Forderung der illusorischen „historischen Psycho¬ 
logie“ sind die terminologischen Erörterungen R.’s über die mannigfachen 
Bedeutungen von „Seele“, „Geist“, „Subjekt“ u. a. Es wird z. B. ein psycho¬ 
physisches, ein psychologisches und ein erkenntnisstheoretisches Subjekt 
unterschieden. Doch bleibt es meist bei skizzenhaften Andeutungen, ohne 
Berücksichtigung verwandter Ansichten anderer Philosophen; es ist zu 
wünschen und zu hoffen, dass die in Aussicht gestellte zweite Hälfte nähere 
Ausführungen bringe. P. Bakth (Leipzig). 
Yrjö Hirn. Förstudier tili en konstfilosofi pä psykologisk grundval. (Vor¬ 
studien zu einer Kunstphilosophie auf psychologischer Grundlage.) 
Helsingfors, 1896. 162 S. Selbstanzeige. 
Verfasser ist seit einigen Jahren beschäftigt mit Vorarbeiten zu einer 
Philosophie der Kunst, die auf die Psychologie der Gefühle gegründet 
werden wird. Obengenanntes Buch besteht aus Fragmenten dieses Werkes, 
die im Frühjahr 1896 als Akademische Dissertation vorläufig mitgetheilt 
wurden. 
Im ersten Kapitel: „Die Kunst bei den Thieren“, sucht Verf. nachzu¬ 
weisen, dass die ästhetischen Charaktere und Prästationen des Männchens 
nicht als Resultat eines bewussten, kunstverständigen Wählens des Weib¬ 
chens entwickelt sind. Der Gesang und der Tanz, welche Verf. als unver¬ 
mittelte Ausdrücke eines übermächtigen Gefühles auffasst, sind aber im 
eminenten Grade geeignet, den Geschlechtscharakter des Männchens dem 
Weibchen zu verdeutlichen. Mit Hülfe dieser Aeusserungen, mit seiner 
stolzen, aufgeschwollenen Haltung und mit der Pracht seines Gefieders 
drängt sich das Bild des Männchens in die Sinne des, gemäss seinem In¬ 
stinkte, scheuen und schüchternen Weibchens ein. Die verschiedenen, 
durch ihre Kleinheit und Glanz faszinirenden Gegenstände, mit welchen 
die australischen Laubenvögel vor dem Weibchen figuriren, dienen dem¬ 
selben Zwecke wie die Ocelli des Pfaues und die Troddel einiger Kolibri¬ 
arten. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Vogel auf dem Schwänze 
trägt was der Andere im Schnabel hält. Dass gleichartige Gegenstände 
auch beim Schmuck der Menschen verwendet werden, beruht nicht, wie 
Darwin es glaubt, auf gemeinsamen ästhetischem Geschmack, sondern hat 
seinen Grund darin, dass Vögel und Menschen durch gleichartige Sinnes¬ 
eindrücke stimulirt werden. 
Die Untersuchungen des Verfassers haben in manchen Punkten zu 
gleichen Resultaten geführt wie die Studien des Prof. Groos. Verf. ent¬ 
fernt sich von Groos in seiner Auffassung von dem Verhältnisse zwischen 
Ausdrucksbewegungen und Instinktbewegungen. Während Groos das Singen 
und Tanzen etc. des Männchens als ein instinktives Bewerbungsmittel auf¬ 
fasst, glaubt Verf. vielmehr, dass dieses Betragen ursprünglich nur ein 
Gefühlsausdruck gewesen, welcher Ausdruck aber durch natürliche Aus¬ 
wahl eine bestimmte, eminent exzitirende Form gewonnen. Leider wurde 
ihm „Die Spiele der Thiere“ bekannt erst nachdem sein Manuskript schon
        

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