Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
1.) Alice Hamlin: Attention and Distraction. Amer. Journ. of Psychol. VIII (1), S. 3-66. 1896 / 2.) F. E. Moyer: A Study of Certain Methods of Distracting the Attention 1. Addition and Cognate Exercises; Discrimination of Odors. Ebda VIII (3), S. 405-13. 1897
Person:
Külpe, O.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30308/1/
Literaturberich t. 
225 
nicht eingegangen werden. Ablenkung der Aufmerksamkeit (bei den Haut¬ 
reizen durch Vorlesen) hatte besonders günstige Resultate zur Folge. Statt 
daraus zu schliessen, dass ein Ueberschuss der Aufmerksamkeit die Güte 
der Lösung einer so einfachen Aufgabe, wie es die Bestimmung der Suk¬ 
zession zweier Reize ist, beeinträchtigt, so dass eine Beseitigung dieses 
Ueberschusses durch anderweitige Beschäftigung bessere Urtheile ergiebt, 
behauptet der Verf. in seiner unklaren und schiefen Zusammenfassung auf 
S. 551, die aktive Aufmerksamkeit sei ein positiver Schaden bei einer neuen 
Aufgabe, deren Fälle jeder für sich entschieden werden müssen! Es folgt 
sodann eine unvollständige und nicht selten unzutreffende Uebersicht über 
die Aufmerksamkeitstheorien von Condillac bis auf Münsterberg und die 
Darlegung der eigenen, die sich an die RiBOT-MüNSTERBERG’sche Auffassung 
am meisten anschliesst und gegen die zu wiederholen wäre, was schon 
gegen jene öfter gesagt worden ist. Den Beschluss bildet die Mittheilung 
von allerlei Nebenergebnissen der Untersuchung, in der sich wieder das 
Talent und Interesse des Verf. für die Selbstbeobachtung und deren Aus¬ 
sagen in erfreulicher Weise kundgiebt. O. Külpe (Würzburg). 
C. L. Herrick. Lecture Notes on Attention. Journal of Comparative Neuro¬ 
logy. Vol. VI. Nr. 1. S. 5—14. 1896. 
Verf. sucht durch Angabe einiger leicht auszuführender kleiner Ver¬ 
suche das Wesen der äusseren (sinnlichen) Aufmerksamkeit als eines 
reflexartig erfolgenden Differenzirungsprozesses darzuthun. Die innere 
(intellektuelle) Aufmerksamkeit ist nach ihm mit dem Prozesse der Ver¬ 
gleichung, sei es eines Sinneseindrucks mit einer Vorstellung, sei es mehrerer 
psychischer Elemente untereinander, verknüpft. Sie ist jedoch keine un¬ 
abhängige Thätigkeit des Geistes, sondern „das Maass des Bewusstwerdens 
von Sinneswahrnehmungen oder geistigen Prozessen unter verschiedenen 
Bedingungen und begleitenden Umständen.“ Den Anschein der willkür¬ 
lichen Richtung der Aufmerksamkeit schreibt H. mit Ziehen, dem er sich 
überhaupt eng anschliesst, den Innervationsempfindungen zu ; doch meint er 
dürfe man dabei nicht stehen bleiben, sondern müsse annehmen, dass die 
Bedeutung persönlicher Antheilnahme an unseren Thätigkeiten viel ver- 
wickelterer Natur sei, als die MüNSTERBERG-ZiEHEN’sche Schule vermuthe. 
Die Bemerkungen, welche H. weiter über den Hirnmechanismus der As¬ 
soziation und Hemmung beifügt, mögen geistreich sein, doch ist mit solchen 
allgemein gehaltenen Spekulationen der Erkenntniss der vorliegenden 
Fragen wenig gedient. A. Pilzecker (Göttingen) 
1. ) Alice Hamlin: Attention and Distraction. Amer. Journ. of Psychol. VIII 
(1), S. 3-66. 1896. 
2. ) F. E Moyer: A Study of Certain Methods of Distracting the Attention 
1. Addition and Cognate Exercises; Discrimination of Odors, jEbda VIII (3), 
S. 405—13. 1897. 
Die Verfasserin der ersten dieser werthvollen, aus dem Cornell- 
Laboratorium stammenden Beiträge zur Lehre von der Aufmerksamkeit 
giebt zunächst eine kurze Charakteristik gewisser physiologischer Begriffe, 
die in den Aufmerksamkeitstheorien eine grössere Rolle spielen, wie der 
Zeitschrift für Psychologie XYI. .
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.