Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
K. Starke: Über die Wirkung des Kokains und Hyoscins auf die psychomotorischen Zentren. Inaug.-Diss. Jena 1896. 40 S.
Person:
Schaefer
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30220/1/
Litteraturbericht. 
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zeigte, weiter auszudehnen und durch Verbesserungen am Plesiometer 
sicherer zu stellen. Da man neuerdings in den Gefäfsänderungen nicht 
mehr den Ausdruck von Gemütsbewegungen sehen will, sondern das 
Wesen der letzteren, die Grundbedingung für ihre Möglichkeit, so mufs 
der Zeitverlauf zwischen der physischen Veränderung und dem psychi¬ 
schen Geschehen sowie der Zusammenhang zwischen der Natur der 
Gemütsbewegung und der Art der vasomotorischen Reaktion genauer 
bestimmt werden. Die Methode und die Anwendung der Apparate des 
Verfassers können wir füglich übergehen, ebenso die Tabellen. In diesen 
ist von allen Gefäfsrefiexen die Verhältniszahl zwischen Latenz und 
Intensität, desgleichen die Art, ob Verengung oder Erweiterung des 
Gefäfses angegeben. 
Unter Latenz des Gefäfsreflexes wird das zeitliche Intervall 
zwischen Beginn des sensitiven, sensorischen oder psychischen Reizes 
und dem Augenblick verstanden, wo die Eeder des Plethismographen die 
Volumenänderung angiebt. 
Die Intensität berechnet Verfasser (nicht wie früher, sondern) 
durch Division der Zeit der Pulsschläge bis zur geringsten oder gröfsten 
Volumänderung in den höchsten oder tiefsten Stand der Plethismo- 
graphenfeder. 
Als Ergebnis seiner Experimente fand Verfasser, dafs die Gefäfs- 
reflexe beim .Menschen unabhängig von der Art und Stärke des Reizes, 
vorwiegend in Verengung des Gefäfslumens bestehen; an den Ex¬ 
tremitäten unter 425 Beobachtungen 361 mal Verengung, 63 mal Er¬ 
weiterung; im Schlafe unter 106 Beobachtungen nur 6mal Erweite¬ 
rung; am Gehirn, wo die Reaktion beträchtlich langsamer vor sich 
geht, nur 4mal unter 84 im Schlaf, 32 mal im Wachen. Sehr häufig ist 
die Erweiterung ein Zeichen von Ermüdung. 
Lust- und Unlustgefühle, die eine Empfindung begleiten, ent¬ 
wickeln sich nicht mit der Volumen-Zu-oder Abnahme des reagierenden 
Gefäfses. Es wechselt beispielsweise bei Erregung von bitterem Ge¬ 
schmack die Gefäfserweiterung mit Verengung ebenso oft ab, wie bei 
Erregung von süfsem Geschmack; Asa foetida ergab unter 15 Fällen 
7 mal Erweiterung. — Die Gefäfserweiterung bei Ermüdung ist an sich 
schon ein sehr erheblicher Grund gegen die Annahme von Beziehungen 
zwischen Gemütsbewegung und physischer Äufserung. — Die Bewegung 
des Blutes im Hirn, die während des Schlafes auf Reizung erfolgt, ist 
unzweifelhaft aktiv und autonom. — Der durch Reizung von Sinnes¬ 
organen und Psyche herbeigeführte Gefäfsreflex geht an den Extremi¬ 
täten langsamer vor sich (4" am Arm) als der durch sensibeln Reiz 
erzeugte. 
Gewisse sensorielle Reize sind befähigter als andere zum Hervor¬ 
rufen vasomotorischer Reaktionen. Fraenkel (Dessau). 
K. Starke. Über die Wirkung des Kokains und Hyoscins auf die psycho¬ 
motorischen Zentren. Inaug.-Diss. Jena 1896. 40 S. 
Kokaingenufs bewirkt beim Menschen eine Anregung der geistigen 
und körperlichen Thätigkeit, die sich bis zu Halluzinationen und Krämpfen
        

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