Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Assoziationsfestigkeit in ihrer Abhängigkeit von der Verteilung der Wiederholungen
Person:
Jost, Adolf
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30182/6/
Die Assoziaüonsfestigkeit. 
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schlagen als früher. (Die Thatsache, dafs alle F-Reihen und 
die eine Hälfte der (7-Reihen trotz der geringeren Belastung1 
des Lemtages gegenüber der anderen Hälfte der (7-Reihen im 
Nachteil waren, erklärt sich wohl aus folgendem Umstande. 
Wird der Versuchsperson der Auftrag gegeben, eine Reihe zu 
lernen, so wird ihre Aufmerksamkeit im allgemeinen höher 
gespannt sein als beim gewöhnlichen Lesen. Am vierten und 
achten Tage jeder Runde meisten nun alle vorgezeigten Reihen 
auch gelernt werden, am zweiten und achten Tage dagegen 
immer zwei. Im letzten Falle mufste sich also die Aufmerksam¬ 
keit nur diesen beiden in besonders hohem Mafse zuwenden, 
und es ist ganz begreiflich, dals dadurch der Einflufs der ver¬ 
schiedenen Tagesbelastung kompensiert werden konnte.) 
Man könnte nun noch di© Möglichkeit in Erwägung ziehen, 
dafs die Versuchsperson gelegentlich im Verlauf© des Tages an 
die gelesenen Silben gedacht habe und dafs diese Fehlerquelle 
für die F-Reihen (eben wegen der Verteilung auf mehrere Tage) 
von gröfserer Bedeutung sei als für die O-Eeihen. 
Dieser Binwurf erledigt sich jedoch einfach durch di© 
Thatsache, dafs bei den meisten Versuchspersonen das unwill¬ 
kürliche Denken an die Silben während des Tages fast nur in 
den ersten Tagen der Versuchsreihe auftritt, im weiteren 
V erlaufe der Versuche dagegen völlig auf hört. Der Grund 
hierfür liegt eben darin, dafs sich die Versuchsperson allmählich 
an das Silbenmaterial gewöhnt und demselben schliefslich ganz 
gleichgültig gegenübersteht. 
§ 2. 
Nach 'dieser neuerlichen Feststellung des von Ebbinghaus 
beobachteten Verhaltens konnte die weitere Untersuchung in 
zweifacher Weise geschehen. Man konnte die verschiedenen 
Faktoren (wie Gesamtzahl der Wiederholungen, Gröfse der 
■Zeitintervalle etc.), die für die zu untersuchenden Vorgänge in 
Betracht kommen, variieren, und auf dies© Weise ein Bild von 
der Gröfse des Verteilungseinflusses unter den verschiedensten 
Bedingungen zu erhalten suchen. Ein anderes Ziel war die 
Erkenntnis des Wesens dieser Einflüsse, das heifst, ob und inwie- 
1 Unter der Belastung eines Tages wird also hier nur di© Summe 
der auf denselben entfallenden Wiederholungen verstanden.
        

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