Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Assoziationsfestigkeit in ihrer Abhängigkeit von der Verteilung der Wiederholungen
Person:
Jost, Adolf
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30182/2/
Die Aseomationsfesiigheit. 
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dritten Tage immer wiedererlemt wurde. In diesem Falle 
zeigte es sich nun, dafs die Beihe nur noch sechs Wiederholungen 
bedurfte, um am vierten Tage wiedererlemt zu werden. Es 
hatten also 68 unmittelbar aufeinanderfolgende Wiederholungen 
einen geringeren Nutzeffekt für den folgenden Tag, als 38 auf drei 
Tage verteilte Wiederholungen. Wir haben hier mithin eine 
Arbeitsersparais von mehr als 30 Wiederholungen vor uns. 
Die Größe dieses Ergebnisses nun, sowie die nahen Beziehungen 
der Mer zu Tage tretenden Einflüsse zu der Praxis des ge¬ 
wöhnlichen Lebens, machen es von vornherein, wahrscheinlich, 
dafs wir es hier mit biologisch begründeten und daher für die 
exakte Untersuchung zugänglichen Gesetzmäßigkeiten zu thun 
haben. Dieser Umstand ist es vor allem, der die nähere 
Untersuchung dieser Verhältnisse sowohl für Theorie 'und 
Praxis lohnend erscheinen läfst. 
Die nun zunächst folgenden Versuchsreihen hatten den 
Zweck, die von Ebbinghaus konstatierte Gesetzmäfsigkeit noch¬ 
mals und zwar, wenn möglich, mit geringeren Wiederholungs¬ 
zahlen festzustellen. Die letztgenannte Abänderung empfahl 
sich insbesondere aus dem Grunde, dafs eine so hohe Zahl 
von Wiederholungen, wie Ebbinghaus sie anwandte, die Ver¬ 
suchsperson bereits sehr ermüden mufs. In solchem Falle 
bleibt aber zweifelhaft, inwieweit die erhaltenen Besultate 
lediglich durch Ermüdung oder durch andere Faktoren bedingt 
sind. Was das Versuchsverfahren an betrifft, so ist dasselbe in 
einigen Versuchsreihen identisch mit dem von Mülleb und 
Schumann angewandten Verfahren, in anderen Versuchsreihen 
'habe ich eine von Professor G. E. Mülleb und Dr. A. Pni- 
zbcjkjeb durch eine gröfsere Anzahl von Versuchsreihen erprobte 
Methode zur Vergleichung von Assoziationsstärken benutzt, 
welche später noch im einzelnen beschrieben werden soll. 
Durchgängig operierte ich mit zwölfsilbigen normalen1 Silben¬ 
reihen. 
Hinsichtlich der Besultate der Mer 'berichteten Experimente 
mache ich von vornherein darauf aufmerksam, dafs denselben 
lediglich eine qualitative Bedeutung zukommt. Die Eigenart 
des vorliegenden Problems bringt es zunächst mit sich, dafs 
1 Über die Bedeutung dieses Ausdruckes, sowie über das Verfahren 
überhaupt, siehe Müllbe-Schumann in dieser Zeitschrift 6. Band. S. 83 ff
        

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