Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
S. de Sanctis: I sogni nei delinquenti. Arch. di Psichiatria, Scienze pen. ad Antropol. crim. XVII. 5. 1896
Person:
Ziehen
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30145/1/
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Lü icratufberichL 
2. Herabgesetzt© Anregbarkeit: geringe, aber allmählich zunehmende 
Leistung, schwacher Antrieb, verzögerte Anregung, spätes Erreichen der 
höchsten Leistung, kein Sinken nach halbstündiger Arbeit, Schlufaantrieb, 
geringe FehlerzahL 
5. Herabgesetzte Aufmerksamkeit: ziemlich geringe Leistung, An¬ 
trieb vorhanden, Anregung verspätet, kein Schlufsantrieb, Zunahme der 
Fehler, insbesondere der Denkfehler, Übersehen zahlreicher Schreibfehler. 
4. Ermüdung: geringe, sich noch immer verschlechternde Leistung, 
Antrieb vorhanden, Anregungswirkungen verspätet, Schlufsantrieb oft 
fehlend, Höhe der Leistung näher dem Anfänge, Abnahme der Fehler. 
6. Ungeduld oder Langeweile: Leistung von mittlerer Höhe, kein 
Antrieb, höchstens hie uni da am Schlüsse, Zunahme der Schreibfehler, 
die meist verbessert wurden, wenige Denkfehler. 
Endlich sei erwähnt, dafs allenthalben die ÜbungsfÄhigkeit von der 
Leistungsfähigkeit nicht abhängig ist. Ziehen (Jena). 
s. DB Sanctis. I sogni net delinquent!. Arch. di Bsiddatrm, Sdmze pm. 
ad Antropol crim. XVII. 6. 1896. 
Lombroso, Ferri u. A. haben geradezu entgegengesetzte Angaben über 
das Traumleben der Verbrecher gemacht. Verfasser verfügt über Beob¬ 
achtungen an 125 Verbrechern. Meist bandelte es sieb um Mord, Tot¬ 
schlag, Raub. Er findet, wie bereits Dbspinb angegeben, dafs der Schlaf 
sowohl nach dem Verbrechen wie auch späterhin tief uni ruhig kt. Nur 
bei einer Minderzahl ist das Traumleben gesteigert. Gerade bei den 
schwersten Verbrechern ist das Traumleben auffällig arm. Im Zucht¬ 
haus nehmen die Träume an Häufigkeit zu. Besondere Affekterregungen 
sind mit den Träumen der Verbrecher nicht verbunden. Das Verbrechen 
seihst wurde nur in 22 Fällen im Traume reproduziert, und zwar 11 mal 
ohne beträchtliche affektive Erregung. Verfasser glaubt annehmen zm 
können, dafs die Reduktion des Traumlebens hei der Mehrzahl der Ver¬ 
brecher damit zusammenhängt, dafs die meisten „veri imbecilli nel 
sentiment© e in parte anche nella mtelligenza“, also affektiv- und zum 
Teil auch intellektuell-schwachsinnig sind. Ziehen (Jena). 
Santr de Sanctis. I sogni e il sonno nell’ isterkmo e null» epileasia 
Roma. Soc. Ed. Dante .Alighieri. 1896. 217 S. 
Verfasser hat Beobachtungen Über die Träume Hysterischer uni 
Epileptischer angestellt. 98 Fälle von Hysterie und 91 Fälle von Epi¬ 
lepsie wurden verwertet. Über 50 Fäll© wird etwas genauer berichtet 
Die Schlaftiefe war hei den Hysterischen auffällig oft gering, namentlich 
bei kurz erkrankten, jugendlichen Individuen. Somnambulismus war 
nicht auffllig häufig: anamnestisch wurde er bei 6 Hysterischen uni 
4 Epileptischen beobachtet, wirklich beobachtet nur bei einer Hysterischen* 
Somniloquium (Schlafsprechen) fand sich bei 21 Hysterischen und 7 Epi¬ 
leptischen. Sehr häufig kam nächtliches Aufschrecken vor. Hypnir 
gogische Sinnestäuschungen waren bei der Hysterie erbeblich häufiger 
(•/• aller Fälle) als hei der Epilepsie. Hypnagogische Geschmacks- uni 
Geruchstäuschungen wurden niemals, hypnagogische Visionen am
        

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