Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A. v. Kölliker: Handbuch der Gewebelehre des Menschen. 6. Aufl. Bd. 2. H. 2. Leipzig, 1896. Engelmann. S. 373-874
Person:
Edinger
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30102/1/
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IAtUralurbtrickL 
A v. Kôixrzza. Handbuch der Gewebelehre dec Menschen. 6. AufL 
B4, H- 2. IjQipzi^, 1896. Epgolinânn. S. 878—874. 
Das große KöLLiauohe Werk liegt nun abgesobloccen vor uns. 
So besitzen wir denn ein Handbuch der mikroskopischen Anatomie des 
Gehirnes von einer Vollständigkeit, wie sie bisher nicht erreicht worden 
ist. Unerreicht ist .auch die PttUe und die Güte der Illustrationen, 
unerreicht aber auch, 'das mufc hier ausgesprochen werden, sind der 
Fleiß und die Ausdauer, welche es dem hochverdienten Gelehrten ermög¬ 
licht haben, noch in hohem. .Alter hinnen fünf Jahren 'ein. Werk su schaffen 
wie das vorliegende. 
Es Ist nicht nur ein vollständiges Werk, sondern auch ein originales. 
Fast alle Funkte sind vom Verfasser selbst durchgearbeitet worden, und 
an vielen Teilen von Gehirn und Rückenmark hat er Neues entdeckt 
oder Zweifelhaftes festgelegt. 
Es wird wohl einen Schilds auf das Ganze gestatten, wenn ich hier 
kurz anzeige, was mir vom neu Durchgearbeiteten als das am meisten 
Geförderte erscheint. 
Mittelhirn: Der feinere Bau der Vierfiflgel bei den Sängern und 
bei Vögeln, die Verfolgung des Fasciculus longitudinal!* posterior und 
der Nachweis einer .Kreuzung von einzelnen .seiner Bündel fiber dem 0. 
mammillare ; die Schilderung der kleineren Ganglien in der Basis, so des 
GgL opt. basale, des MsmsTsohen Ganglions der Schlinge. 
Regio hypothal amica: Lursscher Körper und Commissura corp. 
hypothal amici. K. nimmt auch mit Snuume den Ursprung eines Teiles 
des Opticus aus dem LüTsschen Körper an, ein Verhältnis, das bekannt¬ 
lich von der gerade hier schärferen pathologisch-anatomischen Methode 
nicht bestätigt werden kann. Die ausschließliche Benutzung des rein 
anatomischen Materiales hat auch In der Ohiasmafrage zu der Annahme 
geführt, dafs eine totale Kreuzung beim Menschen bestehe. Gbützhicr 
hat neuerdings nachgewiesen, wie, trotz partieller Kreuzung, bei anato¬ 
mischen Präparaten das Bild einer Totalkreuzung vorgeiäuseht werden 
kann. 
Thalamus: Die Thänia wird wesentlich in dem Verlaufe ge¬ 
schildert, wie sie Referent zuerst erkannt hat. Die Ursprungsgegend, 
die Referent der kaudalsten Riechregion zurechnet, wird mit dem weniger 
präj udizierenden Namen Nucleus supraopticus bezeichnet. Corpus mam¬ 
millare; die ausführlichste Schilderung, die wir besitzen, 42 Seiten. 
Mensch, Kaninchen, Maus und Katze berücksichtigt. Ganz neu sind die 
Ansichten über das Haubenbündel aus dem Mammillare. Dieses und der 
Fasciculus tli&l&mo-mammill&ris bilden ein einziges System, das aus dem 
Ganglion entspringt und sich bald in einen dorsal ziehenden und im 
Thalamus endenden Zweig und in einen kaudal sich wendenden, in der 
Haube endenden Zweig auf teilt. Diese Teilung erfolgt nicht etwa durch 
Spaltung des Bündels, sondern durch T-förmige Teilung jeder einzelnen 
Faser des ganzen Systems. S. R. y. Cajal bat gleiches angegeben. Die 
Endigung des Haubenbündels wird in die graue Substanz dicht am 
Aquaeductus, also in die Haubengegend, wo auch Gubdbh es enden 
liefs, verlegt Am meisten von dem bisher Bekannten abweichend sind
        

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