Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Patten: The Theory of social forces. Supplement to the annals of the American Academy of Political and Social Science. Philadelphia. Jan. 1896. 151 S.
Person:
Scholz
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30092/1/
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Li itéra turberich t. 
Assoziationsbahn, meist durch einen Beiz von der Peripherie, z. B. durch 
Stofs auf den Daumen und auf das Gehirn fortgeleiteten Chok, durch 
Schreck; sie schädigt die Assoziationsfasern, die durch die Erfahrung 
verknüpft sind. 
Die lokalisierte cerebrale Lähmung entsteht durch einen (anatomi¬ 
schen) Herd, wobei gleichfalls Assoziationsstörungen stattfinden können, 
z. B. optische Aphasie — auf Grund der unmittelbaren anatomischen 
Nachbarschaft der Assoziationsfasern. Bei der lokalisierten psychischen 
Lähmung können aber die physiologisch zusammengehörigen Assoziations¬ 
fasern den verschiedensten Teilen des G-rofshirns angehören. 
Das Wichtige bei diesen Erkrankungen ist die abnorme Verteilung 
der Spannung in den einzelnen Assoziationsfasern. Der pathologisch 
verminderten Spannung in einzelnen Gruppen entspricht vermehrte 
Spannung in anderen; dort Lähmung, Anästhesie, Amnesie, hier Kon¬ 
traktur, Hyperästhesie, Zwangsvorstellung. 
Schliefslich mögen noch die letzten Sätze des Vortragenden hier 
Platz finden. 
„Der wesentliche Unterschied zwischen den bisherigen Unter¬ 
suchungen (Charcot, Moebius, Janet, Ereud u. A.) und unserer (Sachs und 
der Verfasser) Auffassung besteht darin, dais wir uns im Gegensatz zu 
der rein psychologischen Erklärung auf den Boden anatomischer That- 
Sachen gestellt haben.a — „Unserer Auffassung zufolge korrigiert sich 
ein Satz, der bisher als Fundamentalsatz der physiologischen Psychologie 
galt, dahin: Das Organ des Intellektes ist nicht die Grofshirnrinde im 
allgemeinen, sondern die Assoziationsfaserung. 
Fraenkel (Dessau). 
Patten. The Theory of social forces. Supplement to the annals of the 
American Academy of Political and Social Science. Philadelphia. 
Jan. 1896. 151 S. 
Das Studium der Entwickelungsgeschichte kann von zwei Seiten 
her begonnen werden: einmal von seiten der Biologie durch vergleichend» 
anatomische Untersuchungen der ganzen organischen Entwickelungsreihe. 
Dies ist der induktive Weg. Oder man verfährt deduktiv, indem man 
aus den Bedingungen, denen die Entwickelung der Organismen unter¬ 
liegt, also aus den Ursachen der Evolution, auf den Gang dieser selbst 
schliefst. Diese Bedingungen liegen einzig und allein in der Beschaffen¬ 
heit der die Organismen umgebenden Welt. Indem jedes Lebewesen 
nach einer Umgebung trachtet, die ihm möglichst wenig des Schädlichen 
und möglichst viel des Nützlichen bietet, wird es genötigt, seinen körper¬ 
lichen und geistigen Mechanismus solchem Zwecke gemäfs immer weiter 
auszubilden. Die Ursachen der Evolution beruhen somit in letzter Hin¬ 
sicht auf wirtschaftlichen Prinzipien; diese ihrem Wesen nach näher zu 
bestimmen, ist Aufgabe des Verfassers. 
Bei den niedersten, statischen, d. h. an ihren Ort gebundenen, Or¬ 
ganismen genügt eine Vervollkommnung ihrer körperlichen Leistungs-
        

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