Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
G. Pacetti: Sopra un caso di ramollimento del ponte e sui rapporti dell'afasia coll'anartria. Riv. di Freniatr. XXI. S. 381-413. 1895
Person:
Fraenkel
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30036/2/
Litteraturbericht. 
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zumeist eine Behinderung (inceppamento), wie in Verfassers eigenem 
Falle, wo ein initiales Zögern und schärferes Betonen einzelner Buch¬ 
staben, besonders, wenn das Wort mit einem Lippenbuchstaben anfing, 
stattfand. Die Ursache sucht er in dem Erweichungsherde am Rücken- 
und mittleren Teile des Pons, von wo aus die Zerstörung auf die Mitte 
der Schleife (Henschens Peslemniscus) sich erstreckte. Es war eben 
nur die Zone für die feineren, zum Sprechen erforderlichen Bewegungen 
gestört. Wären die in der Pyramidenbahn verlaufenden Kerne des 
Facialis und Hypoglossus geschädigt gewesen, so hätten nicht die 
gröberen Funktionen der Zunge und des Gesichtes frei sein können, 
wie es der Fall war. Fraenkel (Dessau). 
Paul Mentz. Die Wirkung akustischer Sinnesreize auf Puls und Atmung. 
Philos. Stud. XI. S. 61—124, 371—393, 563—602. 1895. 
Bei akustischen Reizen, die zum Bewufstsein durchdringen, tritt 
regelmäfsig eine Puls-, fast stets eine Atemverlängerung auf, die bei 
langen Reizen abnimmt, ebenso bei Wiederholung des Reizes. Als 
Kontrollversuch wurde an vielen Stellen die Beobachtung der Pupillen¬ 
weite eingeschaltet, die zur Weite der peripheren Gefäfse in reziprokem 
Verhältnis steht: die obigen Resultate bestätigten sich. Zunahme der 
Intensität erregt bei Geräuschen und Tönen innerhalb sehr weiter Grenzen 
eine Pulsverlängerung von völlig übereinstimmenden Werten. Sämtliche 
Reagenten zeigen z. B. bei einem Winkel des Fallpendels von 30° eine 
Pulsverlängerung von 0,2 mm, bei 40° von 0,3 mm, bei 70° von 0,6 mm. 
Läfst man als Reiz ein allmähliches Crescendo und Decrescendo des 
Harmoniumklanges & wirken, so nimmt der Puls der Tonintensität pro¬ 
portional zu und ab. 
Die ein wandsfreien Resultate sind bisher bedingt durch die Ein¬ 
fachheit der in Betracht kommenden psychischen und Reizelemente. 
Nun beginnt die Untersuchung der Puls- und Atemveränderung durch 
Variierung der Qualität der Töne, womit zugleich eine Messung der 
Gefühlswirkung verbunden ist. Es ist sehr schwer, nun die Wirkung 
des Sinnesreizes von der des Gefühles zu scheiden: allerdings haben z. B. 
die Oktaven c‘—h' und c—h bei gröfstem Lustgefühl auch die stärkste 
Pulsverlängerung zur Folge. Metronomschläge bieten bei einer indivi¬ 
duell bestimmten Höhe ein Lustmaximum, das nach beiden Seiten ab¬ 
klingend durch je einen Indifferenzpunkt in Unlust übergeht. Diese 
beiden Indifferenzpunkte scheinen verschiedener psychologischer Deutung 
zu bedürfen, da es bei dem unteren zu Gefühlswirkungen noch nicht 
kommt, bei dem oberen Lust und Unlust sich aufheben. Die Metronom¬ 
schläge geben auch Anstofs zum Beginn der In- und Exspiration, und 
der Atem bleibt auch nach Aufhören des Reizes noch verändert, es 
scheint die Innervation der Atmung schnell automatisch zu werden — 
übrigens eine Beobachtung, die man leicht an sich machen kann. 
Bei der Untersuchung von Lust und Unlust in ihren Wirkungen 
scheint die Erklärung manchmal von zu grofser Vereinfachung der Er¬ 
klärungsprinzipien beherrscht. Es wird angenommen, dafs jedem Lust-
        

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