Bauhaus-Universität Weimar

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Litter aturbericht. 
Die materialen Typen sind bestimmt durch die Dichtung der 
Tendenzen. Da giebt es Typen, bei denen die Förderung unseres eigenen 
(körperlichen, wie geistigen) Lebens und seiner Äufserungen als Tendenz 
vorherrscht, andere, wo soziale Neigungen die Überhand haben, und noch 
eine dritte Gruppe mit „suprasozialen“ Tendenzen. 
Der dritte, nur 36 Seiten umfassende Teil will gewisse Eegeln 
geben, nach denen mit Hülfe obiger Typen der individuelle Charakter 
bestimmt werden kann; P. giebt selbst hierfür ein Beispiel durch eine 
Charakteristik Flauberts. W. Stern (Berlin). 
G. Pacetti. Sopra un caso di ramollimento del ponte e sui rapporti delF 
afasia coll’ anartria. Biv. di Freniatr. XXI. S. 381—413. 1895. 
Ein von dem Verfasser untersuchter Fall von Ponserweichung, 
wobei, wie in solchen Fällen so häufig, Sprachstörung (Dysarthrie) 
ein besonderes Symptom bildet, gab Veranlassung, die verschiedenen 
Ansichten der Autoren, namentlich Wernicke-Lichtheims, über den 
Faserverlauf der Sprechbahn zu prüfen. 
Dafs eine solche spezielle Bahn vorhanden, sei nicht er¬ 
wiesen; dieselben Bündel, die das entsprechende Einden¬ 
zentrum mit den Bulbuskernen verbinden, dienen höchst 
wahrscheinlich auch zur Vermittelung der Wortimpulse. 
Annähernd bekannt ist unter den Rindenbulbusbahnen der Verlauf 
derjenigen, die (nach Brissaüd, Wernicke, Edinger, Bechterew, Spitzka 
u. a. m.), von den unteren Abschnitten der Zentralwindungen ausgehend, 
das Kniebündel der inneren Kapsel bilden, im Hirnschenkel zwischen 
den Kleinhirnbündeln (Gowers) und den Pyramidenbahnen zum Teg¬ 
mentum aufsteigen, den mittleren Teil des oberen Lemniscus und den 
höchsten Teil des Pons erreichen, von wo sie sich in die Bulbuskerne 
verteilen und als eigenes Bündel sich nicht mehr unterscheiden lassen. 
„Das BROCAsche Zentrum“ (in der linken Hemisphäre, für die Sprech¬ 
bewegungsvorstellungen, dessen Ausfall die wahre Aphasie bedeutet) 
„steht nicht in direkter Verbindung mit den Bulbärkernen, sondern 
nur mit den Rindenzentren derjenigen Nerven, die für die 
Wortbilung erforderlich sind.“ — Alle Sprechstörungen, die auf 
Verletzung der w eifse n Substanz, auch in der rechten Hemispäre, ent¬ 
stehen, sollten unter die Dysarthrien eingereiht werden.“ Ziehen stellt 
die subkortikalen Spreehstörungen unter dem Namen Anarthrien 
zusammen, von denen er nukleare und fascikulare unterscheidet. — 
Wernicke sucht die vom Pons ausgehende Anarthrie in der Unter¬ 
brechung der von da zu den einzelnen Nervenkernen im Bulbus ver¬ 
laufenden Fasern. Bei Läsion des Pons in verschiedener Höhe müfste 
demnach, wenn z. B. die für den N. facialis bestimmten Faseru zerstört 
sind, auch konstant die Aussprache gewisser Laute, bei deren Bildung 
jener Nerv vorzugsweise mitwirkt, gestört sein, und zwar ohne irgend 
eine Lähmung der betreffenden Muskeln. Dem ist nicht so. Läsionen 
des Pons, ob hoch, ob niedrig sitzend, verursachen neben Dysarthrie, 
falls solche vorhanden, immer einige Erscheinungen gemeinsamer Art,
        

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