Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Bedeutung des Weberschen Gesetzes: Beiträge zur Psychologie des Vergleichens und Messens [In drei Teilen]
Person:
Meinong, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30004/1/
Über die Bedeutung des WEBEuscben Gesetzes. 
Beiträge zur Psychologie des Vergleichens und Messens. 
Von 
A. Meinong. 
Erster Abschnitt. 
Vom Gröfsengedanken und dessen Anwendungsgebiet. 
§ 1. Das Limitieren gegen die Null. 
Bei der engen Verbindung, welche zwischen der Sache des 
WEBERschen Gesetzes und der psychischen Messung besteht, 
bedarf es schwerlich einer Rechtfertigung, wenn eine diesem 
«Gesetze zugewandte Untersuchung mit Erwägungen anhebt, 
welche die Gröfse im allgemeinen zum Gegenstände haben. 
Auf eine schulgerechte Gröfsendefinition ist es dabei keines¬ 
wegs abgesehen; genauere und unvoreingenommene Prüfung 
des Thatsächlichen führt in der Psychologie so oft auf Un¬ 
analysierbares und insofern Undefinierbares, dafs man nicht wohl 
Anstofs daran nehmen könnte, auch im Gröfsengedanken einen 
solchen Pall anzutreffen. Natürlich schliefst aber eine Eventua¬ 
lität dieser Art die Möglichkeit einer deflatorischen Charakte¬ 
ristik vermittelst indirekter Bestimmungen nicht aus, und das 
Bedürfnis, sich durch solche Bestimmungen sicher zu stellen; ist 
hier ohne Zweifel gröfser, als in manchem anderen der Fälle, 
wo die an sich gewifs höchst achtenswerte Gewohnheit, more 
mathematico vorzugehen, dazu geführt hat, dem "Vorurteil Folge 
zu geben, als liefse sich durch Definitionen alles und ohne 
Definitionen nichts theoretisch von der Stelle bringen. Denn 
thatsächlich hat sich der so populäre Gegensatz von Qualität 
und Quantität für sich allein nicht als deutlich genug erwiesen, 
um die Frage fern zu halten, ob es denn auch ein wirklicher 
Zeitschrift für Psychologie XI. 6
        

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