Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
E. Jaesche: Zur Lehre vom binokularen Sehen. Knapp u. Schweiggers Arch. f. Augenheilkde. Bd. XXXI. S. 115-149. 1895
Person:
Greeff, R.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29994/1/
Li tteraturberich t. 
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Wenn man auf das Erkennen einer bestimmten Form verzichtet 
und einfache Objekte wählt, so kann man sich in der That überzeugen, 
dafs für die Beurteilung eines Eindruckes die Gröfse des gesamten 
Netzhautbildes, nicht aber der Sehwinkel mafsgebend ist. Dies ist 
wichtig für die Anstellung unserer Sehprüfungen. 
Verfasser empfiehlt auf Grund dieser Untersuchungen seine vor 
vier Jahren publizierten Punktsehproben, welche auf den Sehwinkel 
sowie auf den Formensinn verzichten. R. Greeff. 
J. P. Durand (de Gros). Les origines de la théorie trichromique du nerf 
optique. Compt Rend. T. 121. S. 1165—1167. (1895.) 
In seinem Bericht über die im Jahre 1892 stattgehabte Bewerbung 
um den LALtEMANDschen Preis sagt Brown-Séquard, dafs Durand bereits 
1855 in seiner Physiologie philosophique Thatsachen vorgebracht habe, die 
diesen lange vor Helmholtz (1869) auf die Theorie der drei Grundfarben¬ 
empfindungen hingeführt hätten. Durand bemerkt in der vorliegenden 
Abhandlung, dieses berichtigend, dafs es in seinem 1855 erschienenen 
Buch Electrodynamisme vital war, wo er zuerst diesen Hinweis auf die 
Dreifarbentheorie gemacht habe, — während in den erst 1866 erschienenen 
Essais de Physiologie philosophique nur das an jenem Orte Gesagte von ihm 
wiederholt werde — ; hingegen habe Helmholtz erst in seinem zwischen 
1856 und 1866 in Lieferungen erschienenen Handh. d. physiol. Optik die 
YouNGsche Theorie erwähnt. Hierzu mufs der Referent bemerken, dafs 
dieses thatsächlich unrichtig ist, denn den ersten Hinweis 
machte Helmholtz bereits in seiner Königsberger Habilita¬ 
tionsschrift, die im Jahrgang 1852 von Müllers Arch. f. Physiol. 
veröffentlicht wurde. 
Durand nimmt nun für sich nicht den Ruhm, der erste Wieder¬ 
auffinder der YouNGSchen Dreifarbentheorie, sondern vielmehr der¬ 
jenige zu sein, der sie ganz unabhängig von Young, ohne von diesem 
irgend etwas zu wissen, im Jahre 1855 aufs neue aufgestellt habe. 
Während Thomas Young zu seiner Theorie auf dem Wege rein optischen 
Interesses, durch die direkte Betrachtung der Farbenmischung, geführt 
worden sei, habe er, Durand, sie als Teil eines viel umfassenderen 
Ideenbereiches, nämlich einer ganz allgemeinen „Philosophie der Funktion 
und des Organs“ gefunden. Arthur König. 
W. Peddie. On a case of yellow-blue blindness and its bearings on 
the theories of dichromasy. Nature. Vol. 51. S. 385—336. (1895.) 
Kurzer historischer Überblick über die Entwickelung der Young- 
HELMHOLTzschen Farbentheorie und dürftige Beschreibung eines Falles 
partieller Farbenblindheit, bei der der neutrale Punkt nahe der Linie D, 
etwas nach der kurzwelligen Seite hin, liegt. Arthur König. 
E. Jaesche. Zur Lehre vom binokularen Sehen. Knapp u. Schweig g er s 
Arch. f. Augenheilkde. Bd. XXXI. S. 115—149. (1895.) 
Jaesche geht in seiner geistvollen Arbeit zuerst auf die Haupt¬ 
begriffe ein, die für die Bestimmung der Zustände und Vorgänge der
        

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