Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Victor Urbantschitsch: Über Hörübungen bei Taubstummheit und bei Ertaubung im späteren Lebensalter. Wien, Urban & Schwarzenberg. 1895. 135 S.
Person:
Heller, Theodor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29930/1/
LiUeraturberieht 
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einer verschlossenen Seitenröhre »urükgeworfenen Reflexwellen geschwächt 
beaw. vernichtet wird. Für die Versuche des Verfassers wurde die Vor* 
richtung noch besonders vervollkommnet. Als Resultat der ganze* 
Untersuchung ergab sich folgendes. Die Wegnahme des Grundtones 
und der ungeradzahligen Teiltöne schädigt die Vokale in verschiedener 
Weise: A am wenigsten, U am meisten, die anderen in mittlerem Grade. 
Die Schädigung nimmt zu mit der Höhe, in der der Vokal gesungen 
wird. Die Auslöschung der (HB&nxHNsehen) Formanten ist ebenfalls für 
alle Vokale von großem, aber nicht für alle von gleichem Einflüsse. 
Danach müssen wohl für die Charakterisierung der Vokale neben dem 
absoluten Moment auch noch gewisse andere (relative) Momente an¬ 
genommen werden, die bei einigen Vokalen in stärkerer, bei anderen in 
schwächerer Weise ihren bestimmenden Einflufs ausüben. Hier wäre 
zu achten „auf das Stärkeverhältnis des Grundtones zu einem oder 
mehreren seiner Obertöne, oder auf das Stärke Verhältnis verschiedener 
Obertöne zu einander, das sog. Verstärkungsmoment, oder ihre absolute 
Anzahl, oder schließlich auf die mehr oder weniger grofse musikalische 
Entfernung der Obertöne vom Grundtone und voneinander.4* 
SCHABVBB (BoStoek). 
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Victor Urbantschitbch. Über Hörübungen bei Taubstummheit und bei 
Ertaubung im späteren Lebensalter. Wien, Urban A Schwarzenberg. 
1895. 135 S. 
Verfasser bat wiederholt in der medizinischen Fachpresse, zuletzt 
in der Sektion für Ohrenheilkunde der 66. Versammlung deutscher Natur¬ 
forscher und Ärzte, von der Möglichkeit gehandelt, durch methodische 
Übungen die Hörfähigkeit bei hochgradig Schwerhörigen zu erhöhen. 
Im vorliegenden Werk finden wir die in den verschiedenen Publikationen 
zerstreuten Angaben einheitlich zusammengefaßt, durch neue Beiträge 
erweitert und anhangsweise mit einem kurzen Auszug der Kranken- 
gesckiohten versehen, der die vorausgehenden Ausführungen zu verdeut¬ 
lichen bestimmt ist. Den leitenden Gedanken der methodischen Hör- 
äbnngen präzisiert Verfasser folgendermaßen: „Wodurch könnte außer 
den bisher gewöhnlich angewendeten Mitteln die akustisohe Thätigkeit 
direkt angeregt werden? Nun ist ja doch der große Einfluß bekannt, 
den die Massage und methodische Körper Übungen auf Muskel- und Nerven¬ 
erkrankungen zu nehmen vermögen, und es liegt daher auch der Gedanke 
nahe, ob nicht bei manchem, sonst nicht weiter behebbaren Schallleitungs¬ 
oder Sehallperzeptionsleiden durch eine der Wirkungsweise des erkrankten 
Organs in erster Linie zukommende Art, nämlich durch eine Hörgym- 
naetik, die Thätigkeit des mangelhaft funktionierenden, ja, selbst teil¬ 
weise defekten Hörorgans gesteigert werden könne.“ Günstige Erfolge 
haben die methodischen Hörübungen namentlich bei Ertaubung durch 
Meningitis oerebro - spinalis ergeben, unter den durch Scarlatina und 
Diphtherie ertaubten Personen erwiesen sich bei einigen die akustischen 
Übungen als wirkungslos. Betreib des praktischen Wertes der Hör¬ 
übungen kommt zunächst deren Einfluß auf die Aussprache in Betracht. 
Während die Sprache der Taubstummen, die vom Munde ableoend reden 
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