Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A. C. Armstrong jr.: The Imagery of American Students. (With the assistance of Mr. C. H. Judd.) Psychol. Rev. I. 5. S. 496-505. 1894
Person:
Kiesow, Friedr.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29865/1/
Litteraturbericht. 
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drei Tagen vorgenommenen Gedächtnisprüfung: von den durch Klang¬ 
bild oder Schriftbild bewirkten Eindrücken haftete nur noch der siebente 
Teil dessen, was durch das Vorzeigeu der Gegenstände selbst ins Ge¬ 
dächtnis aufgenommen worden war. 
Einige zum Schlufs angèstellte Versuche über das Wiedererkennen 
führten Verfasser zu dem Eesultat, die Fähigkeit des Wiedererkennens 
für den Durchschnittsschüler als doppelt so grofs anzunehmen, wie die 
des Wiedererinnerns. A. Pilzecker (Göttingen). 
A. C. Armstrong jr. The Imagery of American Students. (With the 
assistance of Mr. C. H. Judd.) Psychol Bev. I. 5. S. 496 —505. (1894.) 
Verfasser unterzog die von Francis Galton in seinem Buche „In¬ 
quiries into Human Faculty“ über die Fähigkeit der Visualisation bei ver¬ 
schiedenen Personen veröffentlichten Untersuchungen einer Nachprüfung 
an amerikanischen Studenten, welche in der letzten Hälfte ihrer Studien¬ 
zeit standen und durchschnittlich 20—22 Jahre alt waren. Wie die sta¬ 
tistische Methode Galtoks im allgemeinen verwandte Armstrong auch 
die von diesem aufgestellten und in genanntem Werke mitgeteilten Fragen. 
Aufserdem verwertete Verfasser eine Beihe von Resultaten, welche Prof. 
H. F. Osbobn, Columbia College, in gleichem Sinne gesammelt und ihm 
für seinen Zweck überlassen hatte. Unter eingehenderer Erörterung 
derjenigen Resultate, die sich auf die GAi/roNSchen Fragen 1—6, sowie 
9 und 10 beziehen, teilt Verfasser mit, dafs er die als bekannt voraus¬ 
zusetzenden Ergebnisse Galtons bestätigt fand, und fügt nur hinzu, dafs 
er auüser dem auffallenden Einflüsse, den die Aufmerksamkeit in ihren 
verschiedenen Stadien auf die Visualisation ausübte, aus seinen Resul¬ 
taten erkannte, dais diese Fähigkeit bei seinen Versuchspersonen in 
stärkerem Grade entwickelt war als bei denjenigen, an denen Galton 
seine Beobachtungen anstellte. A. scheint geneigt, anzunehmen, dafs 
eine gröfsere Befähigung, in mehr abstrakten Formen zu denken, eine 
Verringerung des Visualisationsvermögens bedinge, und dafs das letztere 
aus dem gleichen Grunde mit zunehmendem Alter eine Abschwächung 
erfahren könne. Wie weit die gefundenen individuellen Unterschiede 
im vorliegenden Falle auf die erstere dieser Vermutungen zurückzu¬ 
führen sind, konnte aus einem Vergleiche derselben mit der nach den 
Fähigkeiten der einzelnen Versuchspersonen geordneten Rangliste („the 
standard of scholarship as tested by college grades11) nicht mit Sicherheit ent¬ 
schieden werden. Am Schlüsse der Abhandlung empfiehlt Verfasser, 
anscheinend aus dem gleichen Interesse, eine Wiederholung der Unter¬ 
suchung an weiblichen Studenten. Einige in dieser Hinsicht angestellte 
Vorversuche rechtfertigten die Annahme, dafs die Visualisationsfähigkeit 
bei den letzteren stärker entwickelt ist als bei Männern. 
Fribdr. Kibsow (Leipzig). 
Alexius Meinong. Psychologisch-ethische Untersuchungen zur Wertlehre. 
Graz, Leuschner à Lubensky, 1894. 232 S. 
Der Titel des Buches erweckt falsche Vorstellungen. Unter Wert¬ 
lehre versteht man nach dem allgemeinen Sprachgebrauchs die Unter- 
Zeitschrift für Psychologie X. 10
        

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