Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
G. Trumbull Ladd: Direct Control of the Retinal Field. Psychol. Rev. I, 4. S. 351-355. 1894
Person:
Witasek
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29856/2/
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Littcraturberich t 
sei, liefs er eine gröfsere Anzahl (16) seiner Schüler darüber Versuche 
anstellen. Diese bestanden einfach darin, dafs die Augen geschlossen 
und nach gänzlichem Verschwinden der Nachbilder der Wille andauernd 
und gespannt darauf gerichtet wurde, dafs das Eigenlicht eine bestimmte 
einfache Gestalt, gewöhnlich ein Kreuz, wohl auch von bestimmter Farbe, 
annehme. 
Die psychologische Bildung der Versuchspersonen schützte nach 
des Verfassers Versicherung vor MifsVerständnis und Täuschung. Das 
Resultat war folgendes: Vier Personen konnten das gewünschte Ziel 
überhaupt nicht erreichen ; doch soll von denselben den Versuch nur 
eine mit der nötigen Ausdauer angestellt haben. Neun hatten einen 
teilweisen, drei einen wahrhaft überraschenden, auffallend günstigen 
Erfolg. Über diese letzten zwölf Fälle berichtet der Verfasser aus¬ 
führlich. Witasek (Graz). 
V. Hensen. Vortrag gegen den sechsten Sinn. Arch. f. Ohrenheükde. 
1894. Bd. XXXV. S. 161. 
, Hensen ist trotz der zahlreichen schwerwiegenden Indizienbeweise, 
welche die neueste Zeit zu Gunsten der statischen Funktion des Ohres 
gebracht hat, auf dem alten Standpunkte der Physiologie vor den funda¬ 
mentalen Versuchen von Flourens stehen geblieben. Er wendet sich mit 
Schärfe gegen Ewalds Versuche und Schlüsse, ohne ihn jedoch zu wider¬ 
legen. Letzteres gilt um so mehr auch von den Übrigen Autoren, als die¬ 
selben kaum erwähnt werden. Als ein gewichtiger Grund gegen den 
sechsten Sinn wird angeführt, dafs taubstumme Kinder sich in Bezug 
auf Statik nicht so abnorm verhielten, wie sie der Theorie nach müfsten. 
Diese auf blofse gelegentliche Eindrücke gestützte Behauptung ist in¬ 
zwischen durch Bruck (vgl. diese Zeitsehr. Bd. IX. S. 296.) glänzend wider¬ 
legt. Ferner wird unter ähnlichen Bemerkungen auch die Thatsache 
gegen den sechsten Sinn ins Feld geführt, dafs selbst Personen mit ganz 
normalen Gehörorganen (als Beispiel führt H. sich selbst an) an steilen 
Gebirgspartien schwindelig werden! Vergegenwärtigt man sich gegen¬ 
über solcher Art von Kritik die aufserordentlich mühsamen jahrelangen 
Forschungen, die minutiöse Vorsicht in Experimenten und Schlüssen 
seitens der Gegenpartei, so dürfte schwerlich durch H.’s Vortrag ein 
Anhänger des sechsten Sinnes von seinem Glauben bekehrt werden. 
Schaefer (Rostock). 
Holger Mygind. Taubstummheit. Berlin und Leipzig, Oscar Coblentz, 
1894. 278 S. 
Das vorliegende Werk verdient nicht blofs in den Kreisen der 
Ohrenärzte, sondern auch in denen der Taubstummenpädagogen ernste 
Beachtung. In der Einleitung und dem 1. Kapitel: „Ätiologie und 
Pathogenesea findet ein grofses statistisches Material eine streng kritische 
Bearbeitung in Bezug auf die wichtigsten Fragen der Taubstumm¬ 
heit, die zum Teil von eminent praktischer Bedeutung sind. Be-
        

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