Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
G. Maier: Pädagogische Psychologie für Schule und Haus. Gotha, F. A. Perthes. 1894. 316 S.
Person:
Ufer
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29847/4/
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Litteraturberich t. 
angewandt würden. Nicht minder fruchtbar erscheinen ihm die neuer* 
dings so zahlreichen Beiträge zur Individualpsychologie für die Päda¬ 
gogik zu sein, ganz besonders diejenigen, welche psychopathische 
Grenzzustände behandeln. Man müfste sich zu diesem Zwecke allerdings 
von dem auch bei Maier vorhandenen Vorurteile freimachen, als handle 
es sich hier um abnorme Zustände, aus denen weder für die Psychologie 
noch für die Pädagogik viel zu lernen sei. Unseres Erachtens liegt in 
der Vernachlässigung dieser Gebiete der hauptsächlichste Grund dafür, 
dafs ganz besonders die Lehre von der Zucht, d. i. der Erziehung im 
engeren Sinne, gar nicht von der Stelle rücken will. 
Soviel zum Inhalte des Maie lisch en Buches. Was nun die Anlage 
und die Darstellungsform betrifft, so ist es nur für solche lesbar, die in 
der Psychologie keine Neulinge mehr sind. Wie weit es sich für den 
Hausgebrauch, d. h. doch wohl für Eltern, eignet, versteht sich hiernach 
von selbst. Ufer (Altenburg). 
J. J. van Bibrvliet. Ober den Einflufs der Geschwindigkeit des Pulses 
auf die Zeitdauer der Reaktionszeit bei Schalleindrücken. Philos. 
Stud. XL S. 126—134. (1894). 
Die sehr zahlreichen, an elf Versuchspersonen angestellten Ver¬ 
suche, deren Pulsfrequenz jedesmal vor Beginn der Versuche genau fest¬ 
gestellt wurde, bestanden in einfachen sensoriellen Reaktionen auf den 
Ton eines Schallhammers. Das Ergebnis war, dafs bis auf eine Person, 
die sich umgekehrt verhielt, die Reaktionszeiten mit zunehmender Puls¬ 
frequenz abnahmen. A. Pilzecker (Güttingen). 
Hugo Münsterberg. Studies from the Harvard Psychological Laboratory. 
Psychol. Bev. VoLI. S. 34—60. 1894. 
A. Memory. (With the assistance of Mr. J. Bigham.) 
Um die Beteiligung disparater Sinnesgebiete beim Vorgänge der 
Wiedererinnerung festzustellen, insonderheit, um zu bestimmen, ob die¬ 
selben hierbei unabhängig voneinander wirken oder sich gegenseitig 
hemmen oder einander unterstützend beeinflussen, führte M. während 
des Winters 1892—1893 an fünf Personen in je 60 Arbeitsstunden eine 
Reihe von Versuchen aus, in welchen kleine, aus verschieden gefärbtem 
Papier gefertigte Quadrate und ebenso weifse, mit schwarzen Ziffern 
beklebte Kartons von gleicher Form und Gröfse vor einem dunklen 
Hintergründe zu Serien von 10—20 Einzel Vorstellungen so verbunden 
wurden, dafs dieselben unter mannigfacher Variierung des Inhalts simultan 
oder successiv als Gesichts- oder Gehörseindrücke oder als beides 
zugleich von den Versuchspersonen innerhalb einer konstant erhaltenen 
Zeit von zwei Sekunden für jeden Emzelversuch erfafst werden konnten. 
Um assoziative Faktoren bei der Reproduktion dieser Eindrücke mög¬ 
lichst auszuschalten, hatten die letzteren dieselbe mittelst entsprechender 
Quadrate von 3V* cm Seitenlänge (ob die Gröfse des vorhandenen Ver¬ 
suchsobjekte dieselbe war, ist aus den Angaben nicht genau ersichtlich. 
Ref.) sogleich nach Schlufs jeder Versuchsreihe unter Beobachtung ver¬ 
schiedener Vorsichtsmafsregeln. besonders bei Vermeidung mnemo-
        

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