Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
R. Wallaschek: On the Difference of Time and Rhythm in Music. Mind. N. S. IV. No. 13. S. 28-35. 1895
Person:
Meumann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29772/1/
IAtteraturbericht. 
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scMiefsen, Die Erscheinung verschwindet bald, kann aber dureh 
Schliefsen und abermaliges Öffnen der Augen einige Male, jedoch mit 
stets abnehmender Deutlichkeit, hervorgerufen werden. Nach der 
Schätzung des Verfassers entspricht der Seitenlange der Quadrate etwas 
weniger als ein Millimeter auf der Netzhaut. Die Neigung der Quadrate 
gegen die scheinbare Horizontale ändert sich mit der Richtung der 
Blicklinie. 
Eine anatomische und physiologische Deutung wird vergeblich 
versucht. 
Es sei hier darauf hingeweisen, dafs neuerdings Hr. W. von Zehender 
(Klin. Monatsbl. f. Augeriheilkde. Bd. 33. S. 446) bei Gelegenheit der Be¬ 
sprechung der Abhandlung von Wagner {diese Zeitschrift Bd. IX. S. 17) über 
die ungefähr gleichzeitige Beobachtung einer mindestens sehr ähnlichen, 
wenn nicht gar völlig identischen Erscheinung berichtet. 
Arthur König. 
R. Wallaschek. On the Difference of Time and Rhythm in Music. 
Mind. N. S. IV. No. 13. S. 28-35. (1895.) 
Es sind zwei Hauptgedanken, die der Verfasser im vorliegenden 
Aufsatze behandelt : Alle prinzipiellen Fragen der Rhythmik lassen sich 
leicht erledigen, wenn man Takt, Metrum, musikalisches Zeitmafs u. s. w. 
auffafst als eine besondere Art von Äufserungen unseres Zeitsinnes. 
Demgegenüber unterscheidet Verfasser mit einer sachlich unzutreffenden 
Terminologie „Rhythmus“ als „die Form der objektiven Bewegung“, wo¬ 
runter einerseits die objektiven Veranstaltungen verstanden werden, auf 
Grund deren wir rhythmisch geordnete Eindrücke erleben, »andererseits 
auch solche (insbes. tierische) Ausdrucksbewegungen oder Stimmäufse- 
rungen, in denen unser Ohr nichts Taktmäfsiges vernimmt. Daneben 
wird der Gedanke ausgeführt: Für die „primitive Musik“, für die Ent¬ 
wickelung der Musik und für das Wesen der musikalischen Kunst über¬ 
haupt ist nicht das charakteristische Merkmal das Hervorbringen von 
Tönen, sondern das taktmäfsige Hervorbringen von Tönen und damit 
in engem Zusammenhang stehend das Zusammenwirken mehrerer Personen 
im Chor, das erst durch die Taktgleichheit ermöglicht wird. 
Die psychologische Erörterung, mit welcher der Verfasser seine 
Zurückführung alles Rhythmus auf den Zeitsinn begründet, hält sich im 
Rahmen einer ganz kurzen Skizze, bei der, wohl nicht ohne Absicht, sehr 
viel Selbstverständliches gesagt wird. Der Verfasser scheint durchweg 
mit einem philosophisch wenig vorgebildeten Leserkreis zu rechnen. 
Hier, wie wiederholt im Laufe der folgenden Darstellung, lehnt Ver¬ 
fasser mit Recht jede Zurückführung des Zeitsinnes auf ein bestimmtes 
Sinnesorgan ab, er will ihn im Sinne eines „kortikalen“ Prozesses 
denken. 
Über das „wie“ wird nichts Bemerkenswertes gesagt. Auf Grund 
dieser Vorerörterung sucht Verfasser sodann die unter Musikern viel 
erörterte Frage zu entscheiden, ob und inwieweit der Komponist in
        

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