Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
E. Uhry: Beitrag zur Kasuistik der Blau-Gelbblindheit. Inaug.-Diss. Straßburg 1894. 36 S. u. 2 Taf.
Person:
König, Arthur
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29769/2/
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Litteraturbericht. 
suehungsmethoden von Hrn. Stilling. Wie weit dieses geht, zeigen 
die folgenden, der Abhandlung wörtlich entnommenen Sätze: „Die Auf¬ 
stellung von Farbengleichungen vermittelst des Farbenkreisels, wie 
sie von Hering in den letzten Jahren präkonisiert wurden, ist eine Art 
der Darstellung, welche nicht den geringsten Aufschlufs über das Sehen 
der Farbenblinden geben kann. Wer übrigens darauf beharrt, solche 
Farbengleichungen, die einen gewissen mathematischen Anstrieh, aber 
auch nur diesen, haben, herzustellen, kann dies viel bequemer mit Hülfe 
des grofsen STiLLiNGSchen Atlas der wirklichen Verwechslungsfarben 
der Farbenblinden erreichen.“ Ohne Hm. Stilling irgendwie zu nahe 
treten zu wollen, glaubt der Referent (und sicherlich mit ihm die 
Mehrzahl derjenigen, die sich mit farbentheoretischen Untersuchungen 
beschäftigt haben), dafs Hr. Stilling nicht als infallibel zu erklären 
ist, und dafs auch den von ihm vertretenen Anschauungen gegenüber 
noch immer der Appell an das Experiment zulässig ist. Der Herstellung 
von Farbengleichungen „einen gewissen mathematischen Anstrich, aber 
auch nur diesen“, zuzuschreiben, heifst, an wertvollen Arbeiten von 
Maxwell, Donders, Hering und Helmholtz verständnislos herummäkeln. 
Arthur König. 
R. Hilbert. Erythropie, zehn Minuten andauernd, infolge starker Er¬ 
regung des Nervensystems. Betz’ Memorabilien. 3. Heft. 1894. 
R. Hilbert. Über das Sehen farbiger Flecken. Zehenders Min. Monatsbl 
XXXIII. S. 125—130. (1895.) 
Der Inhalt der ersten Abhandlung ist durch den Titel völlig an¬ 
gegeben, sobald man noch hinzufügt, dafs die Nuance der entstandenen 
Empfindung zinnoberrot war. 
In der zweiten Abhandlung wird über das Auftreten eines gelb¬ 
roten Fleckes im Gesichtsfelde des rechten Auges bei einer 36jährigen 
Frau berichtet; bereits vier Monate vorher hatte hier Blendungsgefühl 
und leichte Ermüdbarkeit des betreffenden Auges bestanden. Der Fleck 
lag etwas nach aufsen vom Fixierpunkte und hatte eine scheinbare Höhe 
von ca. 6° und eine scheinbare Breite von 4° mit einer leichten Ein¬ 
buchtung auf der linken Seite, so dafs er im ganzen nierenförmig 
erschien. Seine Begrenzung war scharf, das Sehen in seinem Gebiete 
noch etwas mehr verschleiert, als in den übrigen Teilen des Gesichts¬ 
feldes. Die Patientin verglich die Empfindung dieses Fleckes mit der 
eines farbigen Nachbildes. Als der Verfasser die Patientin zuerst unter¬ 
suchte, bestand der Fleck bereits zehn Tage. Nach 14tägigem Aufenthalte 
im Dunkelzimmer hatte sich die gelbrote Farbe des Skotoms in grau 
umgewandelt, nach weiteren drei Wochen war das Skotom verschwunden. 
Arthur König. 
S. Tchiriew. Nouveau phénomène entoptique. Compt. Bend, de VAcad. des 
Sciences. Bd. 119. S. 915—917. (1894.) 
Beim Aufwachen in der frühen Morgendämmerung bemerkt der 
Verfasser unmittelbar nach dem ersten Augenaufschlag gegen die weifse 
Zimmerdecke blickend das Gesichtsfeld mit einer Zeichnung erfüllt, die 
aus hellen Linien besteht, welche dunkle Quadrate zwischen sich ein-
        

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