Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
E. Uhry: Beitrag zur Kasuistik der Blau-Gelbblindheit. Inaug.-Diss. Straßburg 1894. 36 S. u. 2 Taf.
Person:
König, Arthur
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29769/1/
Litteraturbericht. 
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vielleicht die Erregbarkeit des Rückenmarks abnorm tief gesunken 
gewesen wäre. Daher wiederholte Verfasser die Versuche bei Fröschen, 
die mit Strychnin oder Pikrotoxin vergiftet worden waren, und deren 
Erregbarkeit dadurch beträchtlich gesteigert worden war. Aber auch hier 
blieb jede spontane Bewegung aus, und erst die Reizung des zentralen 
Stumpfes der hinteren Wurzel löste Bewegungen, bezw. Krämpfe aus. 
Hierdurch ist der Beweis erbracht, dafs die genannten Grifte nur die 
Erregbarkeit des Zentralorgans steigern, ohne aber Bewegungsreize von 
demselben ausgehen zu lassen. 
Es erübrigt noch, hinzuzufügen, dafs Frösche, deren hintere Wurzeln 
einseitig durchschnitten waren, die Aufhebung dér spontanen Bewegung 
natürlich nur auf der lädierten Seite zeigten. War versehentlich auch 
nur eine sensible Wurzel stehen geblieben, so genügte diese, um die 
spontane Beweglichkeit der betreffenden Extremität zu erhalten. 
W. Cohnstein (Berlin). 
E. H. Beyer. Experimenteller Beitrag zur sekundären Degeneration 
der Pyramidenbahn. Dissert. Jena 1894. 
Verfasser hat unter Leitung des Referenten die sekundäre Degene¬ 
ration bei zwei Hunden untersucht, welchen der Gyrus sigmoideus fast 
vollständig ein-, bezw. doppelseitig exstirpiert worden war. Die Haupt¬ 
ergebnisse sind: 
1. Auch bei dem Hund findet sich eine zentrifugal degenerierende 
V or der strangbahn. 
2. Aufser dieser und der Pyramidenseitenstrangbahn findet sich — 
etwa dem GowERsschen Bündel entsprechend — in der Peripherie des 
Seitenstranges ein Degenerationsstreifen, welcher zentralwärts bis nahe 
an die Austrittstelle der vorderen Wurzel reicht* 
3. In der Oblongata findet sich eine Degeneration im Randgebiet 
zwischen Olive und Corpus rectiforme. 
4. Im Hirnschenkelfufs findet sich Degeneration im ersten, zweiten 
und dritten Viertel (das medialste ist als erstes gezählt), sowie in einem 
der Substantia nigra anliegenden Feld. Ziehen (Jena). 
E. Uhry. Beitrag zur Kasuistik der Blau - Grelbblindheit. Inaug.-Diss. 
Strafsburg 1894. 36 S. u. 2 Taf. 
Nach einer ziemlich ausführlichen Einleitung, welche das bisher 
über die Blau-Gelbblindheit (nach Hering), oder die Blau-, resp. Violett¬ 
blindheit nach Young-Helmholtz bekannt Gewordene anführt, teilt der 
Verfasser seine eigenen Beobachtungen an einem hierher gehörigen Falle 
mit. Die Resultate stimmen im allgemeinen mit den früher erhaltenen 
überein. Die zwei beigegebenen farbigen Tafeln sind lehrreich, denn 
sie stellen eine ganze Reihe von Verwechslungsfarben dar, und man 
kann aus ihnen im ganzen 36 Farbengleichungen entnehmen. 
Leider ist die Unparteilichkeit der Darstellung sehr getrübt durch 
eine unbedingte Voreingenommenheit für die Anschauungen und Unter-
        

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