Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. J. Möbius: Neurologische Beiträge. III. Heft. Zur Lehre von der Tabes. Leipzig, 1895. J. A. Barth. 154 S.
Person:
Pelman
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29751/1/
Litteraturbericht. 
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Dub ois in, dessen vorzügliche sedative Eigenschaft in den 
letzten 5 Jahren erkannt worden ist, verursacht sogleich nach der In¬ 
jektion von 0,001 bedeutende Muskelabspannung und das G-efühl aufser- 
ordentlicher Ermüdung. Wie bei Chloralhydrat liefs sich auch hier das 
erhaltene Minimum bei Wiederholung der Operation nicht weiter hinab¬ 
drücken. 
Während das dem Duboisin verwandte Hyoscyamin fast gar keine 
merkliche Herabsetzung der Muskelkraft bewirkte, brachte Morphium, 
in Dosen von 1—2 cg eingespritzt, dieselbe um so deutlicher hervor, die 
bis auf ein Drittel der normalen nach einer Stunde sank. 
Fraenkel (Dessau). 
P. J. Möbius. Neurologische Beiträge. III. Heft. Zur Lehre von der 
Tabes. Leipzig, 1895. J. A. Barth. 154 S. 
Tr» diesem dritten Hefte fafst Möbius eine Eeihe von Aufsätzen zusammen, 
die er in den Jahren 1880—95 über die Tabes veröffentlicht hat, und 
zwar sind es besonders die verschiedenen Arbeiten über die Entwicke¬ 
lung und die Ätiologie der Tabes, die unser volles Interesse in Anspruch 
nehmen, da er in ihnen die langen Jahre des Streites in kurzen, scharf 
umrissenen Bildern vor unseren Augen vorüberführt. 
Es handelt sich dabei um den Anteil der Syphilis an der Ätiologie 
der Tabes. Erst spielt sie gar keine Bolle, dann wird sie ein Glied in 
der bunten Gesellschaft der vermeintlichen Ursachen, bis sie endlich 
diese anderen Ursachen mehr und mehr in den Hintergrund drängt und 
zur hervorragendsten ätiologischen Ursache heranwächst. Wie schon 
hervorgehoben, ist es von besonderem Interesse, wenn wir hier auf 
wenig mehr als 100 Seiten die schwere Geburtsarbeit nochmals durch¬ 
leben und in kurzen Stunden zu einer Anschauung gelangen, zu der wir 
uns früher in langen Jahren durcharbeiten mufsten, dafs nämlich die 
Tabes und die allgemeine Paralyse nichts anderes seien, als Metasyphilis 
oder ein metasyphilitischer Nervenschwund, d. h. eine primäre Atrophie 
nervöser Elemente, deren unerläfsliche Vorbedingung eine vorher über¬ 
standene Syphilis sei. Der unbestreitbare Wert dieser Art der An¬ 
schauung liegt in der Prophylaxe. Ist die Ursache der Tabes wirklich 
in der Syphilis zu suchen, und für die weitaus gröfsere Zahl aller Fälle 
wird man dies gar nicht in Abrede stellen können, dann erwächst für 
uns die bindende Pflicht, der Verbreitung dieser Krankheit auf jede 
Weise entgegenzutreten und jede dahin gehende Bestrebung mit unserer 
ganzen Kraft zu unterstützen. 
Fünf Aufsätze über Tabes bei Weibern verfolgen im wesentlichen 
den gleichen Zweck und bringen weiteres Material für die Begründung 
der vorhin erwähnten Ansicht bei. Den Schlufs bilden neun kleinere 
kasuistische Mitteilungen. Dieses dritte Heft reiht sich somit den beiden 
vorangegangenen in bester Weise an, und wir sind Möbius zu Dank ver¬ 
pflichtet, dafs er es unternommen hat, uns die längst verwehten, aber 
noch eben so wertvollen wie zeitgemäfsen Beiträge in geschlossener
        

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