Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A. Bruck: Über die Beziehungen der Taubstummheit zum sogenannten statischen Sinn. Pflügers Arch. f. Physiol. 1895. Bd. 59. S. 16-42
Person:
Schaefer
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29737/2/
Litteraturberichi. 
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Merkwürdigerweise kommt trotz dieses Satzes der Verfasser schliefslich 
in seiner, übrigens von logischen Fehlern durchsetzten Epikrise zu dem 
Schlufs, dafs seinen Versuchen keine Beweiskraft für die statische 
Funktion der Bogengänge zuzubilligen sei. Schaefer (Rostock). 
W. Stern. Taubstummensprache und Bogengangsfunktionen. Pflügers 
Arch. 1895. Bd. 60. S. 124—136. 
Nach Ewald (Physiol. Unters, üb. d. Endorgan d. Nervus octavus. Wies¬ 
baden 1892) zeigen an den Bogengängen operierte Tiere wie überhaupt 
in der quergestreiften Skeletmuskulatur so auch in den Kehlkopfmuskeln 
Störungen, indem sie abnorme Stimmäufserungen darbieten. Verfasser 
kam nun auf den G-edanken, ob nicht auch beim Menschen die Sprach- 
defekte, welche mit manchen Ohrenleiden verbunden sind, in ähnlicher 
Weise wenigstens zum Teil von Läsionen der Bogengänge abhängen 
möchten. Er untersuchte daher sowohl die von Kreidl undHoLLAK (vgl. 
Bd. VI. S. 66 u. 397 dieser Zeitschr.) als auch die von Bruck (siehe vor¬ 
stehendes Referat) auf ihre statischen Fähigkeiten geprüften Taub¬ 
stummen hinsichtlich der Deutlichkeit und der Geläufigkeit ihrer Sprache. 
Die Resultate, obwohl ja nur an kleinen Zahlen gewonnen und bei der 
Kompliziertheit der Verhältnisse mit Vorsicht zu beurteilen, bestätigten 
durchaus die Vermutungen des Autors. Schaeeer (Rostock). 
E. Meumann. Beiträge zur Psychologie des Zeitsinnes. Philos. Stud. VIII. 
3. Heft. S. 431—509. IX. 2. Heft. S. 264-306. 
In dem ersten Abschnitte der Arbeit werden die Untersuchungen, 
welche Thorkelson, Münsterberg und Referent über Zeitschätzung aus¬ 
geführt haben, einer eingehenden kritischen Betrachtung unterzogen, 
während der zweite Abschnitt die Resultate von Versuchen bringt, 
welche der Verfasser über den Einflufs der Intensität und Qualität der 
begrenzenden Signale auf die Schätzung von leeren Intervallen an¬ 
gestellt hat. 
Die Kritik Meumanns richtet sich hauptsächlich gegen meine im 
vierten Bande dieser Zeitschrift abgedruckte Abhandlung: „Über die 
Schätzung kleiner Zeitgröfsenu. In eingehender Weise sucht er nach¬ 
zuweisen, dafs die theoretischen Aufstellungen vollkommener „Nonsens“ 
wären und dafs die experimentellen Untersuchungen schwere Mängel 
hätten. Auf diese schweren Vorwürfe habe ich bisher nicht geantwortet, 
teils weil ich die angekündigte Fortsetzung von Meumanns Arbeit ab- 
warten wollte, um mich dann in eins mit ihm auseinanderzusetzen, teils 
weil eine Nachprüfung meiner Resultate und derjenigen Meumanns infolge 
der Konstruktion eines neuen Apparates yiel Zeit in Anspruch genommen 
hat. Da nun aber die Fortsetzung auf unbestimmte Zeit aufgeschoben zu 
sein scheint, so werde ich demnächst in dieser Zeitschrift die Einwände 
Meumanns ausführlich besprechen. Hier will ich nur erwähnen, dafs ich 
die Resultate meiner Untersuchungen im wesentlichen aufrecht erhalte, 
und beschränke mich im übrigen auf einen kurzen Bericht über Meumanns
        

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