Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ramón y Cajal und Richard Greeff: Die Retina der Wirbeltiere, nach Arbeiten von Ramón y Cajal. In Verbindung mit dem Verfasser zusammengestellt, übersetzt und mit Einleitung versehen von R. Greeff. Wiesbaden, J. F. Bergmann. 1894. Gr.-Quart. 180 Seiten mit 7 Doppeltafeln und 3 Abbildungen im Text
Person:
Greeff, R.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29696/2/
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Besprechungen. 
1888 bis 1893 über den Bau der Betina der Wirbeltiere erschienen sind. 
Diese Arbeiten erschienen zum Teil in französischer, zum Teil in 
spanischer Sprache. Dem vorliegenden Werke sind aufserdem neue, bisher 
noch nicht veröffentlichte Befunde des spanischen Anatomen hinzugefügt 
worden, so dafs das Werk zum Teil als eine neue Originalarbeit Cajals 
anzusehen ist. 
Durch den italienischen Anatomen Golgi und den spanischen Ana¬ 
tomen Cajal ist in den letzten Jahren ein völliger Umschwung in der 
Auffassung über den feineren Bau des Nervensystems herbeigeführt 
worden. In einer längeren Einleitung hat Greeff versucht, darzustellen, 
wie und wodurch dieser Umschwung vor sich gegangen ist. Nur auf 
dieser Basis konnten sich die neuen Anschauungen über den Bau der 
Betina entwickeln und nur auf ihr verstanden werden. Wir erfahren 
sodann in der Einleitung, wie die Ergebnisse der allgemeinen Nerven- 
anatomie auf eine neue Durchforschung der nervösen Elemente der 
Betina hinwiesen, und welche Autoren sich an der Entwickelung der 
neuen Epoche beteiligt haben. 
Die neue Epoche datiert von der Auffindung zweier neuer Färbe¬ 
methoden an, welche wir Camillo Golgi in Pavia und P. Ehrlich in 
Berlin verdanken; diesen beiden gesellt sich als dritter Bamon y Cajal 
in Madrid zu, welcher die Anwendung der GoLGischen Methode bedeutend 
erweiterte, die Methode verbesserte und sie zu der grofsen Bedeutung 
und Verbreitung brachte, welche sie heutzutage in der ganzen wissen¬ 
schaftlichen Welt besitzt. Die beiden Methoden sind die GoLGi-CAJALSche 
Chrom-Osmium-Silherfärbung und die EHRLiCHSche Methylen¬ 
blaufärbung des lebenden Gewebes. So verschieden sie in ihrer 
Anwendung und Technik sind, so besitzen sie beide die einzige, bis 
dahin bei allen anderen Methoden fehlende Eigenschaft, dafs sie nicht 
in gleicher Weise alle auf einem Schnitt befindlichen Zellen färben, 
sondern dafs sie aus einem verwickelten, dichten Gewirr nur ganz ver¬ 
einzelte Zellen darstellen, scheinbar wie willkürlich, und alle umher¬ 
liegenden Zellen vollständig verschonen, und zwar wird die einmal 
betroffene Zelle bis in die feinsten Ausläufer hinein gefärbt. Nur auf 
diese Weise ist es möglich geworden, die Morphologie der dicht hei 
einander liegenden Nervenzellen zu erkennen, die, wenn alle Zellen mit 
ihren Ausläufern sich in gleicher Vollständigkeit zeigen würden, in einem 
ungeheuren Wirrwarr verschwinden würden. 
Aus der Übersicht von Greeff geht hervor, dafs Tartuferi der 
erste war, welcher in der neuen Periode die Untersuchung der Betina 
mit der GoLGischen Methode begann. Es folgten dann die zahlreichen 
Arbeiten des russischen Gelehrten Dogiel, welcher sich der Methylen¬ 
blaumethode bediente. Derjenige Forscher, welchem es gelungen ist, 
den Zusammenhang der nervösen Elemente der Betina am vollständigsten 
und klarsten nachzuweisen, ist B. y Cajal, dem schon so wertvolle, 
bahnbrechende Entdeckungen im Gebiete des Zentralnervensystems zu 
danken waren. Er bediente sich hauptsächlich der GoLGischen Ver¬ 
silberungsmethode, welche er wesentlich verbesserte, und benutzte da¬ 
neben sowohl die alten Färbungsmethoden als auch die EHRLiCHSche
        

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