Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ramón y Cajal und Richard Greeff: Die Retina der Wirbeltiere, nach Arbeiten von Ramón y Cajal. In Verbindung mit dem Verfasser zusammengestellt, übersetzt und mit Einleitung versehen von R. Greeff. Wiesbaden, J. F. Bergmann. 1894. Gr.-Quart. 180 Seiten mit 7 Doppeltafeln und 3 Abbildungen im Text
Person:
Greeff, R.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29696/1/
Besprechungen. 
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ist, wo Schwierigkeiten zu überwinden sind, ein Motiv gegen ein 
anderes sich durchsetzen mufs, wo sich das Kraftgefühl als ein Gefühl 
der Anstrengung äufsert“ hat Referent schon einmal (diese Zeitschrift 
Bd. VIII. S. 81) Stellung genommen. Hier als einen Beleg, dafs der 
Gleichung Wille = Wahl das Sprachgefühl des Verfassers selbst nicht 
treu zu bleiben vermag, die Stelle: „Ist aber das Gute, das wir objektiv 
als den Dienst an der Wohlfahrt der Gesamtheit fassen können, im 
einzelnen zur herrschenden Macht geworden, so dafs er sich fraglos und 
wahllos, freudig und willig in diesen Dienst stellt, so kann es sich 
verschieden in ihm äufsern“ u. s. f. (S. 176). 
Nach dem kurzen Abschnitt VII. „Abnormitäten im Gefühlsleben“ 
(1. Geisteskrankheit, 2. Hypnotismus) gelangt im „Schlufs“ (S. 320—328) 
Verfasser zu einer Art Bewertung des Gefühles, wobei er es sich (aus 
nicht recht überzeugenden Gründen) versagt, bis zu.einer Metaphysik des 
Gefühles vorzugehen. „Was es (das Gefühl). . hier leistet . . läfst sich mit 
einem Worte aussprechen, das wir bisher hinantgehalten haben und das 
doch alles in sich fafst: Das Gefühl schafft Werte“ (S. 322). Warum 
„hintangehalten“, wird nicht gesagt. Jedenfalls dürfen wir aber Beiträge 
zu einer Theorie des Wertes als solchen in dem Buche, nämlich in dem 
kurzen Schlufswort, nicht suchen. Ob z. B. der Verfasser auch nun die 
Frage: „Schafft j edes Gefühl Werte?“ nach Meinongs Analyse der Wert¬ 
gefühle als einer speziellen Gefühlsklasse (Existenzialgefühle) noch bejahen 
möchte? — Die den obigen unmittelbar folgenden Worte: „Nur was 
Wert besitzt, wird von mir erkannt (?), nur was für mich Wert hat, 
wird von mir erstrebt, unternommen und gethan“, klingen in ihrer 
ersten Hälfte jedenfalls nicht erkenntnis-theoretisch, was sie ja doch 
sein wollen. — 
Referent schliefst wieder mit der Versicherung, dafs er sich wohl 
bewufst ist, durch die herausgegriffenen Einzelheiten zwar vielleicht 
• * 
Anregung zu deren sachlicher Überprüfung seitens des Verfassers selbst, 
nicht aber ein angemessenes Bild von dem vielen Detail, das dem Leser 
das Buch lehrreich und angenehm macht, haben geben zu können. Wie 
Verfasser selbst einmal (S. 27) Wundt und Höffding „die zwei bedeu¬ 
tendsten Psychologen der Gegenwart“ nennt, so teilt auch sein vorliegender 
Beitrag zur Psychologie im ganzen die Vorzüge wie die Schwächen der 
genannten Schriftsteller. Über „bedeutend“ und „bedeutendst“ wollen 
wir nicht streiten ; genug, wenn sich nur alles in allem zeigen wird, dafs 
ihre und Zieglers Art, Psychologie zu treiben, dem Gegenstände über¬ 
haupt neue Interessenten zuführt. A. Höfler (Wien). 
Ramon y Cajal und Richard Greeff. Die Retina der Wirbeltiere, nach 
Arbeiten von Ramon y Cajal. In Verbindung mit dem Verfasser zu¬ 
sammengestellt, übersetzt und mit Einleitung versehen von R. Greefe. 
Wiesbaden, J. F. Bergmann. 1894. Gr.-Quart. 180 Seiten mit 7 Doppel¬ 
tafeln und 3 Abbildungen im Text. 
Das vorliegende, von der Verlagsbuchhandlung J. F. Bergmann 
prächtig ausgestattete Werk enthält eine ausführliche Zusammenstellung 
der Ergebnisse aus den Arbeiten Ramon y Cajals, welche vom Jahre 
18*
        

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