Bauhaus-Universität Weimar

Quantitative Untersuchungen über das „optische Paradoxonu. 
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der geraden Linien einer Zöllnerseben Figur den Schein er¬ 
zeugen, als ob eine, derjenigen der schrägen Linien entgegen¬ 
gesetzte, seitliche Bewegung stattfände (vgl. Helmholtz, Physiol. 
Optik, 2. AufL, S. 714). Doch läfst sich in dieser Sache ohne 
eingehende Experimente nichts entscheiden. 
Wenn ich nach alledem nicht umhin kann, der hier ge¬ 
botenen Erklärung des BRENTANOsehen Phänomens eine erheb¬ 
liche Wahrscheinlichkeit zuzuerkennen, so veröffentliche ich sie 
doch keineswegs mit dem nämlichen Gefühle subjektiver 
Gewifsheit, welches sich in den Darstellungen mancher Vor¬ 
gänger ausspricht. Was dieser Erklärung zur strengen Beweis¬ 
barkeit fehlt, ist hauptsächlich die durch das Hin- und Her¬ 
gehen der Blickbewegung ausgeschlossene Möglichkeit, die 
Wirkung der Anfangs- und Endschenkel gesondert dem 
Experimente zugänglich zu machen. Übrigens könnte auch 
durch genauere Feststellung der quantitativen Verhältnisse die 
Bache der Entscheidung näher gebracht werden; dazu wäre 
aber ein weit ausgedehnteres Versuchspersonal erforderlich, als 
mir zu Gebote steht. Sollte vielleicht ein Fachgenosse Gelegen¬ 
heit und Lust haben, das hier gebotene Beobachtungsmaterial 
in dieser Richtung zu ergänzen, so bin ich gern bereit, dem¬ 
selben meine Apparate zeitweise zur Verfügung zu stellen.
        

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