Bauhaus-Universität Weimar

Uber die Funktion der Netshautstäbchen. 
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Endlich noch eine Bemerkung: Hering sagt in der ersten 
der beiden oben erwähnten Abhandlungen, es hätten König 
und ich „neuerdings unsere frühere Ansicht und sogar die 
YouNG-HELMHOLTzsche Farbentheorie teilweise aufgegeben und 
eine Erklärung des Purkinje sehen Phänomens versucht, welche 
an die von ihm (Hering) entwickelte Lehre von den weifsen 
Valenzen der farbigen Lichter anknüpft“. 
Hierzu möchte ich bemerken, dafs, soweit ich in Frage 
komme, ein teilweises Aufgeben der Helmholtz sehen Theorie, 
und, wenn man will, auch eine gewisse Annäherung an die An¬ 
schauungen Herings, doch wohl vor allem darin gefunden werden 
mufs, dafs ich von jeher die HELMHOLTZschen Komponenten 
nur als den zutreffenden Ausdruck einer peripheren Grliede- 
rung unseres Sehapparates, nicht aber für die Vorgänge in der 
Hirnrinde gehalten habe. Dieser eingeschränkte Sinn, in 
dem ich die Drei-Komponenten-Theorie stets vertreten habe, ist 
von mir oft genug und auch schon in meinen ersten Arbeiten 
{1882) betont worden, und ich hatte nur zuweilen Anlafs, zu 
bedauern, dafs von gegnerischer Seite hiervon nicht mehr Notiz 
genommen wurde. Die Anschauung, die ich mir in neuerer 
Zeit bezüglich der Stäbchenfunktion gebildet habe, stellt 
gegenüber meiner älteren eine Ergänzung dar; da dieselbe 
aber die Anschauungen von der Einrichtung des trichromatischen 
Apparates ganz unberührt läfst, so vermag ich darin eine 
weitere Entfernung von den HELMHOLTZschen oder eine An¬ 
näherung an die HERiNGschen Vorstellungen nicht zu erblicken. 
— Den Wert jener Beobachtungen, in denen Hering die 
Weifsvalenzen zu bestimmen meint, habe ich keinen Augen¬ 
blick verkannt; nur bin ich überzeugt, dafs das, was hier be¬ 
stimmt wird, etwas anderes ist, als das, was Hering mit dem 
Worte Weifsvalenz bezeichnet, nämlich Stäbchenvalenz.
        

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