Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Shelford Bidwelll: On the Recurrent Images following Visual Impressions. Proceedings of the Royal Society. LVI. No. 337. S. 132. June 1894
Person:
Meumann, E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29647/1/
Li tteraturhericht. 
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Helligkeitsempfindung liefernden, welch letzterer als lichtempfindliche 
Substanz den Sehpurpur führt und in seiner Funktion durch Verbrauch 
und Ansammlung dieses Körpers beeinflufst wird". Sind die Stäbchen 
ferner durch Dunkeladaptation purpurreich, so werden sie schon durch 
sehr geringes Licht erregt, für das die Zapfen noch unempfänglich sind. 
Sie werden ferner bei der Unempfindlichkeit des Sehpurpurs gegen lang¬ 
welliges Licht vorzüglich durch mittel- und kurzwelliges Licht erregbar 
sein, was der Erscheinung des lichtschwachen Spektrums durchaus 
entspricht. In der helladaptierten, purpurarmen Netzhaut kommt da¬ 
gegen die Leistung der Stäbchen gegenüber den trichromatischen Zapfen 
nicht mehr in Betracht, „es erscheinen daher alle Lichter, sobald sie 
die Schwellenwerte überschreiten, auch alsbald farbig“. 
Eine Bestätigung seiner Anschauung sieht der Verfasser darin, dafs 
die Empfindlichkeit des purpurreichen (dunkeladaptierten) Auges für 
farblose Helligkeit blauer Lichter nach vorheriger Heizung mit Hot 
nicht vermindert wird. 
In sehr einfacher Weise erklärt sich dann auch das PuRKiNJESche 
Phänomen. Die Verminderung der Lichtstärke erzeugt gewissermafsen 
weniger Zapfen- und mehr Stäbchensehen. Die trichr omatisch empfindenden 
Zapfen treten aufser Thätigkeit, und die Helligkeit verschiedener Farben 
„verschiebt sich immer mehr gegen dasjenige Helligkeitsverhältnis, 
welches für die Stäbchen gilt“. 
Eine wirkliche Kontrolle dieser Annahmen gewinnt nun aber der 
Verfasser durch den zweifachen Nachweis, dafs in der purpurfreien 
Fovea 1. die Ungleichheit der Schwellenwerte für Helligkeits- und 
Farbenempfindung bei verschieden adaptiertem Auge nicht existiert, und 
dafs 2. das PurkinjEsche Phänomen für dieselbe nicht gilt. Andererseits 
hält der Verfasser aber (gegen A. König) die Fovea nicht für blaublind. 
Es bestehe zwar eine Überlegenheit der Fovea über die Peripherie hin¬ 
sichtlich der Blauempfindlichkeit, aber nur sofern das blaue Licht von 
der Netzhautperipherie als farblos empfunden wird. 
Den Schlufs der Abhandlung machen eine Anzahl Anwendungen 
der vom Verfasser eingeführten Hypothesen. In ihrem Gesamtresultat 
dürfte die Schrift zur Verständigung zwischen der HELMHOLTzschen und 
HERiNGrSchen Anschauungsweise einen wesentlichen Beitrag liefern. 
E. Meumann (Leipzig). 
Shelford Bid well. On the Recurrent Images following Visual Impressions. 
Proceedings of the Royal Society. LVI. No. 837. S. 132. June 1894. 
Die vorliegende Arbeit berührt sich in ihrem Gegenstand und in 
ihren Resultaten mit einer gröfseren Anzahl jüngst in Deutschland ver¬ 
öffentlichter Studien, welche sämtlich den oszillatorischen Verlauf des 
Abklingens kurzdauernder Heizungen der Netzhaut betreffen. (Es mag 
von Interesse sein, hier die wichtigste Litteratur zusammenzustellen : 
0. A. Young und A. S. Davis im Philos. Mag. Bd. 48 u. 44. 1872. Bidwell, 
frühere Arbeit in Nature. Vol. 32. 1885. S. 30 ff. Charpentier, Compt. 
Rend. Vol. 113. 1891. S. 147. Derselbe: Arch, de Physiol. 1892. S. 541, 
und Arch, d? Ophthalm. X. C. Hess, Über die nach kurzdauernder Heizung
        

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