Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
M. Dessoir: Über die zentralen Organe für die Temperaturempfindungen der Extremitäten, Arch. f. Anat. u. Physiol. (Physiol. Abt.) 1893. S. 525-535
Person:
Liepmann, H.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29640/1/
Litteraturbericht. 
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Acusticusfaser beherrschte Haarzellenkomplex nur für je eine bestimmte 
Beizform abgestimmt ist, so hält er eine Übertragung der Erregung vorn 
einem Endbaum des intraepithelialen Gittergeflechtes auf den anderen 
für ausgeschlossen. F. Braem (Breslau). 
K. VON Bardeleben und H. Hackel. Atlas der topographischen Anatomie 
des Menschen. Jena, G. Fischer, 1894. 128 gröfstenteils mehrfarbige 
Holzschnitte und eine lithographische Tafel nebst Text. 
Von dem weiten Gebiete der topographischen Anatomie gehört nur 
ein verhältnismäfsig kleiner Teil in den Kreis, den unsere Zeitschrift zu 
behandeln hat; denn im wesentlichen interessieren den Psychologen 
nur die das Gehirn und das Bückenmark betreffenden Abschnitte. Sie 
sind in dem vorliegenden Atlas von Th. Ziehen bearbeitet und zeichnen 
sich durch eine besondere Übersichtlichkeit ans. Mit Geschick ist alles 
Nebensächliche weggelassen und das Wichtige in den Vordergrund 
geschoben, ohne dafs die Zeichnungen einen zu starken schematischen1 
Charakter erhalten. Von besonderem Interesse für den Psychologen sind 
die Tafeln 3 und 4, welche die „laterale Konvexität des Grofshirns“ und 
die „Medianfläche des Gehirns“ darstellen. Arthur König. 
M. Dessoir. Über die zentralen Organe für die Temperaturempfindungen 
der Extremitäten. Arch. f. Anat u. Physiol. (Physiol. Abt.) 1893.- 
S. 525—535. 
A. Herzen war auf Grund seiner Versuche an Hunden und Katzen 
zu dem Ergebnis gekommen, dafs Kälte- und Wärmeempfindlichkeit in 
verschiedenen Zentren gelegen sei, nämlich die erstere mit den Tast¬ 
empfindungen im Gyrus sigmoideus, letztere in anderen Hirnbezirken. 
Die Versuche D.’s führen zu anderen Besultaten. 
D. hat die Pfoten von Hunden, denen Munk die gegenseitige Extremi¬ 
tätenregion exstirpiert hatte, mit heifsen und kalten Flüssigkeiten und 
Metallen in Berührung gebracht. Dabei zeigte sich, dafs die Antwort 
auf den Temperaturreiz gänzlich ausblieb und die Schmerz¬ 
empfindlichkeit herabgesetzt war. 
Die Schmerzreaktion unterscheidet D. von der Temperaturreaktion 
durch den Charakter der Bewegung und die Zeit ihres Eintrittes. 
D. schliefst daher, dafs an die Extremitätenregion die Em¬ 
pfindlichkeit für Wärme und Kälte d er zugehörigen Extremi¬ 
täten geknüpft sei. 
Die Empfindlichkeit für Temperaturen an anderen Körperteilen 
blieb ganz intakt. 
Eine Wiederherstellung der Temperaturempfindlichkeit an den 
Extremitäten trat selbst nach 17 Monaten nicht ein. 
Wenn dennoch ein GoLTZscher Hund 18 Monate nach Verlust des 
ganzen Grofshirns die Pfote aus kaltem Wasser augenblicklich herauszog, 
so sei das weder eine Temperatur- noch Schmerzreaktion gewesen, 
sondern ein „einfacher Beflex“. Sogar bei einem Hunde mit durch¬ 
schnittenem Bückenmark habe D. eine solche rein reflektorische Beaktion 
auf starke Temperaturreize gesehen.
        

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