Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Charles S. Dolley and J. Mc Keen Cattell: On reaction-times and the velocity of the nervous impulse. Psychol. Rev. Bd. I. S. 159-168. März 1894
Person:
Cohn, J.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29633/1/
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Litteraturbencht. 
haben ferner behauptet, dafs durch die Erfahrung die obige Voraussetzung 
bestätigt sei, weil die Resultate der experimentellen Untersuchungen ein 
proportionales Verhalten des Präzisionsmafses und der absoluten 
Unterschiedsempfindlichkeit (7S) bei wachsender Reizstärke und sonst 
unverändert bleibenden Versuchsumständen ergeben hätten. Dem gegen¬ 
über möchte ich jedoch darauf aufmerksam machen, dafs das Bestehen 
der Proportionalität allein nicht genügt, wenn nicht zugleich ein innerer 
.Zusammenhang zwischen beiden G-röfsen vorhanden ist. Der Nachweis 
eines inneren Zusammenhanges fehlt aber nicht nur, sondern es läfst 
sich sogar behaupten, dafs in einem bestimmten Palle, nämlich bei Ver¬ 
suchen mit gehobenen Gewichten, ein innerer Zusammenhang völlig aus¬ 
geschlossen ist. Denn da bei diesen Versuchen die Fehlervorgänge, wie 
Fecbner experimentell nachgewiesen hat, im wesentlichen äufsere sind, 
und die Gröfse von h durch die G-röfse der Fehlervorgänge bestimmt ist, 
so müssen h und 7S unabhängig voneinander sein, und die erwähnte 
Proportionalität kann nur daher rühren, dafs bei Gewichtsversuchen 
zufällig sowohl die äufseren Fehler, als auch die Unterschiedsschwelle 
annähernd proportional der Reizstärke wachsen. Meines Erachtens läfst 
sich aus den vorliegenden Resultaten nur schlief sen, dafs die zufälligen 
Beobachtungsfehler, welche bei den nach dem II. und III. Verfahren an- 
gestellten Versuchen stattfanden, das GAussche Fehlergesetz auch nicht 
annähernd befolgt haben, und dafs folglich aus den Resultaten ein Mafs 
für die Unterschiedsempfindlichkeit überhaupt nicht gewonnen werden 
kann. "Was dann den Umstand anbetrifft, dafs die nach dem I. Verfahren 
angestellten Versuche ein wesentlich anderes Resultat ergeben haben, so 
möchte ich noch hervorheben, dafs der Unterschied nicht ohne weiteres 
nur der Verschiedenheit der Methode zugeschrieben werden darf, da 
noch die Verschiedenheit der Versuchspersonen zu berücksichtigen ist. 
Schumann (Berlin). 
Charles S. Dollet and J. Me Keen Cattell. On reaction-times and 
the velocity of the nervous impulse. Psychol. Rev. Bd. I. S. 159—168. 
(März 1894.) 
Vorliegende Arbeit ist ein Auszug aus einer umfangreichen Ab¬ 
handlung, welche in den Memoirs of the Academy of sciences, Albany, er¬ 
scheinen soll. Sie berichtet summarisch über die Resultate sehr zahl¬ 
reicher Reaktionsversuche auf elektrische und taktile Reize. Was 
zunächst die elektrische Reizung betrifft, so wird ein grofser Unterschied 
in der Empfindung zwischen den beiden Polen beschrieben. Wurde z. B, 
die Oberlippe gereizt, während der andere Pol in eine konzentrierte Salz¬ 
lösung tauchte, in welcher der linke Fufs stand, so zeigte sich bei 
positiver Reizung eine prickelnde Empfindung, ein starker Geschmack 
und ein Lichtblitz, bei negativer ein schwacher „shock“ und Lichtblitz 
und kein Geschmack, worauf aber im letzteren Falle sehr schmerzhafte 
Empfindungen stechender und bohrender Art, Muskeltetanus und Blasen 
folgten. Es wurden dann zur Bestimmung der Fortpflanzungs¬ 
geschwindigkeit der Erregung im Nerven verschiedene Punkte der linken 
Seite gereizt. Die wichtigsten Resultate sind:
        

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