Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über den Anstieg der inneren Tastempfindung. Nach Versuchen von J. Hermann bearbeitet
Person:
Wirth, Wilhelm Klemm
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit2961/1/
Über den Anstieg der inneren Tastempfindung. 
Nach Versuchen von J. Hermann bearbeitet 
von 
W. Wirth und O. Klemm. 
Mit i Figur im Text. 
i. Nachdem G. F. Arps den Anstieg der Druckempfindung unter¬ 
sucht hatte ’), lag es nahe, das Prinzip dieser Analyse auch auf 
Sinneswahrnehmungen auszudehnen, die im wesentlichen auf inneren 
Tastempfindungen beruhen. Auch auf diesem Sinnesgebiete hat man 
die Bedeutung der Reizzeiten für die Intensitätsschätzung schon von 
jeher anerkannt, wenn man die Beurteilung gehobener Gewichte von 
der Schnelligkeit und der Zeitlage der Hebung abhängig dachte. 
Man suchte daher diese Zeitverhältnisse für die beiden Vergleichs¬ 
gewichte möglichst ähnlich zu gestalten, ohne daß dies aber jemals 
so vollständig gelang, daß man nicht doch schließlich zu einem vollen 
Verständnis der Versuchsergebnisse einer Kenntnis der Abhängigkeit 
des Empfindungsverlaufes von der Reizzeit bedurft hätte. Eine direkte 
T) Wundt, Psychol. Studien, IV, 1908, S. 431. Vgl. auch Wundt, Grundz. d. 
Physiol.Psychol.il6, 1910, S. uff. — Bezüglich der Arps sehen Versuchsanordnung 
hat v. Frey in der Darstellung von Arps eine Erörterung darüber vermißt, ob das 
vorläufige Maximum des Anstieges bei 380 er nicht vielleicht durch eine Schwingung 
des ziemlich trägen Reizhebels vorgetäuscht worden sei. (Tigerstedts Handbuch der 
physiologischen Methodik III, I. Abt., Sinnesphysiologie I, 1910, S. 19.) >¥ir können 
hier mitteilen, daß wir uns sogleich nach der Feststellung jener Oszillation der An¬ 
stiegskurve davon überzeugten, daß sie durch keinerlei Apparatfehler, insbesondere 
keine Eigenschwingung des Druckhebels veranlaßt sei, indem wir die ganze Bewegung 
dieses Hebels nach Anbringung einer Schreibspitze genau unter den nämlichen Be¬ 
dingungen wie beim Versuche selbst graphisch aufnab men. Diese Unabhängigkeit 
jenes relativen Maximums von einer Eigenschwingung des Apparates ging übrigens 
auch schon daraus hervor, daß es in allen Versuchen bei der nämlichen Reizzeit lag. 
Denn, wie aus der Apparatbeschreibung zu entnehmen ist, war die Federspannung 
im Hebelsystem bei den verschiedenen Versuchsgruppen wesentlich 
verschieden. 
Wundt, Psychol. Studien VIII. 
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