Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F. B. Dresslar: Studies in the psychology of touch. Americ. Journ. of Psychology. 1894. Vol. VI. No. 3. S. 313-368
Person:
Meumann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29603/1/
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Litteraturbericht 
Pikrinsäure leichtes Gelbsehen, das etwa zwei Stunden andauerte. Die 
Untersuchung mit dem Heidelberger Farbenbuch ergab, dafs sämtliche 
Nuancen von Grün gelbgrün erschienen, dafs aber die Empfindung der 
anderen Farben nicht merklich alteriert war. Nur helles, ziemlich 
reines Hot imponierte als Orange. Das Spektrum erschien durchaus un¬ 
verändert. 
Bei so geringer Dosis ist natürlich an eine merkliche Gelbfärbung 
der brechenden Medien des Auges nicht zu denken, sondern man mufs, 
wie auch bei den anderen besprochenen Körpern, den Prozefs als direkt 
durch zentrale Erregung bedingt ansehen. Vielleicht entstehen ähnliche 
Erscheinungen nach dem Gebrauche von Toluilendiamin, wonach Gelb¬ 
färbung der Haut und der Skleren auftritt. 
Man beobachtete ferner Gelbsehen nach Einpinselungen der Füfse 
mit Ohromsäure (5%) und Violettsehen bei Pilzvergiftung. 
Hose und Hirschberg beschrieben toxisches Gelbsehen bei Ikte- 
rischen. 
Verfasser beobachtete schliefslich Hotsehen bei einem 35jährigen 
Mädchen nach Instillation von 5—6 Tropfen einer Lösung von Duboisin. 
sulfuric. (0,05 : 10,0). Der Zustand dauerte eine halbe Stunde. Bei einem 
sechsjährigen Mädchen trat nach einer Dosis von 0,12 g Santonin Grün¬ 
sehen ein. Alle Gegenstände erschienen grasgrün. 
Hilbert empfiehlt, die gewifs öfters von den Ärzten beobachteten 
Intoxikations-Chromatopien zu veröffentlichen, da die Kenntnis dieser 
subjektiven Farbenempfindungen noch sehr mangelhaft ist. 
H. Greeff (Berlin). 
L. Daraszkiewicz. Über eine subjektive Gehörsempfindung im hypna- 
gogischen Zustande. Neurol. Centraïbl. 1894. No. 10. S. 360—362. 
Im Anschlufs an die Mitteilung von Prof. Fuchs (Neurol. Centralbl- 
1893. No. 22) teilt Verf. mit, dafs er häufig im Moment des Einschlafens 
ein knallendes Geräusch wahrnimmt. Anfangs für objektiver Natur ge¬ 
halten, erwies sich dasselbe bald als eine Gehörstäuschung. Wie man 
nun, namentlich als Neurastheniker, im Augenblicke des Einschlafens 
öfter ein plötzliches Erschlaffen der Körpermuskulatur oder (wahr¬ 
scheinlich als unmittelbare Folge einer solchen) ein momentanes Zu¬ 
sammenzucken empfindet, so mag auch das beschriebene Geräusch einer 
plötzlichen Erschlaffung oder Kontraktion des Trommelfellspanners seine 
Entstehung verdanken. Analoge Sinnestäuschungen, auch in der optischen 
Sphäre, können auch beim Wiederaufwachen auftreten und allerlei 
Illusionen hervorrufen. Schaefer (Bostock). 
F. B. Dresslar. Studies in the psychology of touch. Americ. Journ. of 
Psychology. (1894.) Vol. VI. No. 3. S. 313-368. 
Es sind fünf Beiträge zur Psychologie des Hautsinnes, die den Inhalt 
der vorliegenden Abhandlung ausmachen. In der ersten Studie „Psychology 
of touch in general“ wird — vornehmlich durch anatomische und ent-
        

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