Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
O. Ostermann: Die hauptsächlichsten Irrtümer der Herbartschen Psychologie und ihre pädagogischen Konsequenzen. Eine kritische Untersuchung. Zweite Auflage. Oldenburg u. Leipzig. Schulzesche Hofbuchhandlung. 1894. 246 S. / Zur Herbart-Frage. Ein Wort der Erwiderung an Herrn O. Flügel. Zweite Auflage. Ebd. 1894. 91 S.
Person:
Ufer
PURL:
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Litter aturbericht. 
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gellenden motorischen Impulse quantitativ und qualitativ geringer sind, 
als die eines unermüdeten Gehirns. Auf Grund dieser Überlegungen 
will nun Verfasser die Ermüdungskurven- von Muskeln als Mafs für den 
Grad der Gehirnermüdung benutzen. Er führte mit Hülfe des Mossoschen 
Ergographen eine ganze Reihe von Versuchen an einem und demselben 
Schüler aus. Derselbe hatte bei jedesmal experimentell variierter Er¬ 
müdung des Gehirns die Aufgabe, das durch eine Schnur am zweiten 
Gliede des Mittelfingers befestigte Gewicht des Ergographen nach dem 
Takte eines Sekundenpendels so oft zu heben, bis die Eingermuskulatur 
den Dienst versagte. Eine Schreibvorrichtung zeichnete dabei die 
Anzahl der Hebungen und die einzelnen Hubhöhen auf. Durch Addition 
derselben liefs sich die in jeder Kurve zu Tage tretende Gesamt¬ 
kraftleistung sehr einfach messen. Es ergab sich als Hauptresultat aus 
zahlreichen derartigen Versuchen, dafs die Leistungsfähigkeit der Muskeln, 
also auch — wie Verfasser schliefst — die des Gehirns mit der geistigen 
Arbeit zuerst steigt, dann wieder sinkt und erst nach auffallend langer 
Ruhepause zur Norm zurückkehrt. Praktisch wichtig erscheint aber 
auch das Ergebnis, dafs eine kontinuierliche, wenn auch kurz dauernde 
Arbeit des Gehirns einen Zustand starker Ermüdung viel schneller 
herbeiführt als die gleiche Arbeit von gleicher Dauer, wenn sie durch 
kurze Momente der Ruhe unterbrochen wird. 
Schaefer (Rostock). 
O. Ostermann. Die hauptsächlichsten Irrtümer der HERBARTschen 
Psychologie und ihre pädagogischen Konsequenzen. Eine kritische 
Untersuchung. Zweite Auflage. Oldenburg u. Leipzig. Schulzesche 
Hofbuchhandlung. 1894. 246 S. 
— Zur HERBART-Frage. Ein Wort der Erwiderung an Herrn 0. Flügel- 
Zweite Auflage. Ebd. 1894. 91 S. 
Verfasser beklagt sich im Vorworte der zuerst angeführten Schrift 
darüber, dafs manche Zeitschriften zu dem von ihr eingeleiteten Streite 
noch nicht Stellung genommen haben, und fordert sie auf, das nunmehr 
zu thun. Die „Zeitschrift für Psychologie und Physiologie der Sinnesorgane“ 
kann aber dieser Aufforderung nicht nachkommen, denn ihre Mitarbeiter 
gehören zum Teil sehr verschiedenen Richtungen an, und eine etwaige 
Stellungnahme würde immer nur die einer einzelnen Person sein. 
Referent, der den OsTERMANNSchen Herbartstreit aus eigener Er¬ 
fahrung kennt, trägt aber persönlich Bedenken, ihn wieder anzuregen, 
weil er sich einen Erfolg davon weder nach der einen, noch nach der 
anderen Seite verspricht, soweit es sich nur um die Psychologie handelt. 
Auf die Pädagogik näher einzugehen, ist aber hier nicht der Ort. Referent 
beschränkt sich deshalb darauf, das Erscheinen der nur durch vorgeheftete 
neue Titelblätter charakterisierten zweiten Auflage beider Schriften an¬ 
zuzeigen und bezeugt gern, dafs es in ihrer Art sorgfältige und tüchtige 
Arbeiten sind. Doch müssen die in der zweiten Schrift namhaft ge¬ 
machten Ausführungen Flügels dazu verglichen werden. 
Ufer (Altenburg).
        

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