Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
S. Landmann: Die Mehrheit geistiger Persönlichkeiten in einem Individuum. Stuttgart, Enke, 1894. 186 S.
Person:
Peretti
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29562/1/
Litter a turbericht. 
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10—12% solche, bei denen die Hypnotisierung nicht gelang. Am zu¬ 
gänglichsten für die Suggestivbehandlung erwiesen sich die Störungen 
in der Sexualsphäre und unter den psychischen Symptomen besonders 
die Angstzustände und Zwangsvorstellungen. Liebmann (Bonn). 
Kothe. Das Wesen und die Behandlung der Neurasthenie. Corresp.-Bl 
d. oMg. ärztl. Yer. in Thüringen. Weimar. 1894. 32 S. 
In der Form eines Vortrages giebt K. einen Überblick über das 
weite Gebiet, welches das Thema umfafst. Die Form ist klar, der Stoff 
gut gruppiert; der Abschnitt über Therapie enthält manchen wertvollen 
Wink. Liebmann (Bonn). 
S. Landmann. Die Mehrheit geistiger Persönlichkeiten in einem Indivi¬ 
duum. Stuttgart, Enke, 1894. 186 S. 
In eingehenderWeise analysiert Verfasser die von Binet und Pierre 
Janet als Beweis für die gleichzeitige Thätigkeit zweier verschiedener 
Bewufstseinssphären innerhalb eines Individuums angestellten Versuche 
an Hysterischen und spricht sich entschieden gegen die Annahme eines 
gleichzeitigen doppelten Bewufstseins aus. Jedem, der sich für diese in 
den letzten Jahren vornehmlich durch die Anregung französischer 
Psychologen in Flufs gekommene Frage interessiert, kann die Lektüre 
der LANDMANNSchen Studie empfohlen werden. 
Als Ergebnis seiner Beobachtungen und Deduktionen glaubt Ver¬ 
fasser den Nachweis hinstellen zu können, „dafs in einem und demselben 
Individuum eine wirkliche Vielfältigkeit der geistigen Persönlichkeit 
nur in abwechselnder Weise auftreten kann und dafs eine gleichzeitige 
Vielfältigkeit entweder nur durch den raschen Wechsel der die Persön¬ 
lichkeit bildenden Geistesthätigkeiten vorgespiegelt oder bei richtiger 
Auffassung der psychischen Vorgänge als ein Zustand erkannt wird, in 
welchem sich gleichzeitig mit selbstbewufsten Thätigkeiten auch unselbst- 
bewufste oder auch unbewufste zu erkennen geben. Durch die natur- 
gesetzmäfsig ineinander greifende Thätigkeit der normal entwickelten 
Gehirnorgane, der subkortikalen grauen Kerne und der Grofshirnrinden- 
zellen wird die Bildung einer geistigen Persönlichkeit bedingt. Das 
Individuum, welches fähig ist, nicht nur aller innerlich und äufserlicb 
geweckten Vorstellungen, sondern auch aller Thätigkeitsgefühle sich 
bewufst zu werden, stellt eine vollkommene geistige Persönlichkeit dar. 
Das Individuum hingegen, das nur von einem Teile seiner Gefühls-, 
Sinnes- und Bewegungsvorstellungen das Thätigkeitsgefühl zum Bewufst- 
sein bringen kann, besitzt nur eine mehr oder minder unvollkommene 
geistige Persönlichkeit, und als eine solche Persönlichkeit kann jenes 
Individuum überhaupt nicht betrachtet werden, welches von keiner 
geistigen Thätigkeit, und mag sie noch so mannigfaltig sich entwickeln, 
ein Gefühl bewufst machen kann.“ Peretti (Grafenberg). 
Brosius. Die Verkennung des Irreseins. 2. Aufl. Leipzig, P. Friesen¬ 
hahn. 1894. 130 S. 
In der Tagespresse weht schon seit längerer Zeit ein böser Wind 
für Irrenärzte und Irrenanstalten, und von den verschiedensten Seiten
        

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