Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchung der Herstellung der subjektiven Gleichheit bei der Methode der mittleren Fehler unter Anwendung der Registriermethode
Person:
Stephanowitsch, Johann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit2955/3/
Untersuchung der Herstellung der subjektiven Gleichheit usw. 
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lieh hinstellen können. Immerhin wäre nach der Meinung W. Wirths 
die Möglichkeit a priori noch nicht sicher auszuschließen, daß sich 
die Unterschiede zwischen den einzelnen Stufen bei sehr vielen Ver¬ 
suchen wenigstens innerhalb des Hauptgebietes der Unsicherheit 
einigermaßen ausgleichen *). Die Natur der Sache nötigt uns gar 
nicht, uns auf rein apriorische Überlegungen zu beschränken, sondern 
gestattet sehr wohl eine rein empirische Prüfung, durch welche vor 
allem das Dunkel aufgehellt werden muß, das nach Müller über die 
ganze Einstellungstätigkeit des Beobachters bis zur Erlangung des 
endgültigen Fehlreizes liegt. »Der direkteste Weg zur Entscheidung 
scheint immer noch darin zu bestehen, sagt W. Wirth, daß man 
einfach den wirklichen Verlauf sämtlicher Stadien der Einstellung bis 
zur endgültigen Anerkennung eines Reizintervalles durch irgendeine 
Registrierung so konkret als möglich verfolgt«* 2). 
Hierdurch wird man dann insbesondere auch von der speziellen 
Voraussetzung einer völligen Gleichwertigkeit aller Intervalle unab¬ 
hängig und könnte selbst dann, wenn sich auf diesem Wege die 
Unzulänglichkeit einer an sich wenig plausiblen Annahme ergibt, 
durch den konkreten Einblick in die Verschiedenheiten der einzelnen 
Intervalle eine Angleichung an die »Konstanzmethode« versuchen. 
Als eine rückläufige Kontrolle der ganzen Prüfung glaubte ich dann 
auch noch durch die direkte Vergleichung mit den Resultaten bei 
Anwendung der Methode der richtigen und falschen Fälle hinzuziehen 
zu sollen, wie es auch Lipps seinerzeit schon getan hat3). Wenn 
auch selbst im Falle der Richtigkeit der Lippsschen Voraussetzung 
nicht zu verlangen ist, daß der K.-G. der Gleichheitsfälle in beiden 
Fällen äußerlich völlig übereinstimme, da selbst eine zweimalige An¬ 
wendung der Methode der richtigen und falschen Fälle auf das näm¬ 
liche Material kaum jemals die nämliche Verteilung der Gleichheitsfälle 
zeigen kann, und daher eine direkte Prüfung unserer Voraussetzung 
auf direktem Wege schwer möglich ist, so wird doch ein Vergleich 
der hieraus berechneten Mittelwerte und Streuungsmaßwerte gewisse 
Rückschlüsse zulassen. In welcher Weise die einzelnen Abszissen- 
*) W. Wirth, Psychophysik, S. 267. 1912. 
2) W. Wirth, Zur erkenntnistheoretischen und mathematischen Begründung der 
Maßmethoden für die Unterschiedsschwelle (Arch. f. d. ges. Psychol. S. 57 f. Bd. XX. 1911). 
3) a. a. O., Die Maßmethoden der experimentellen Psychologie. 1904. 
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