Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
1. J. Gaule: Der Einfluß des Trigeminus auf die Hornhaut. Centralbl. f. Physiol. 1891. Heft 15 / 2. J. Gaule: Wie beherrscht der Trigeminus die Ernährung der Hornhaut ? Ebenda. Heft 16 / 3. J. Gaule: Zur Frage der trophischen Funktionen des Trigeminus. Ebenda. 1892. Heft 13 / 4. J. Gaule: Spinalganglien der Haut. Ebenda. 1892. Heft 22 / 5. J. Gaule: Spinalganglien des Kaninchens. Ebenda. 1892. Heft 11 / 6. J. Gaule: Weitere Experimente an den Spinalganglien und hinteren Wurzeln. Ebenda. 1893. Heft 25 / 7. J. Gaule: Der trophische Einfluß der Sympathicusganglien auf die Muskeln. Ebenda. 1893. Heft 7 / 8. J. Gaule: Die trophischen Eigenschaften der Nerven. Berliner klin. Wochenschr. 1893. Heft 44 / 9. H. E. Hering: Über das Vorkommen von Muskelzerreißungen an gefesselten Kaninchen. Centralbl. f. Physiol. 1893. Heft 18 / 10. J. Gaule: Die trophischen Veränderungen und die Muskelzerreißungen. Ebenda. 1894. Heft 22
Person:
Wlassak, R.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29520/1/
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Litteraturbericht. 
und wissen, und infolge dieses unbewufsten Denkens vollzieht sich ein 
grofser Teil unserer Handlungen gleichfalls ohne Bewufstsein. „Die 
Worte Aufmerksamkeit, Bewufstsein, Wille gehen nur einen gewissen 
biologischen Mafsstab für die Stärke und Ordnung der vorausgesetzten 
Spannungen.“ Das, was wir darunter begreifen, ist von dem Inhalte der 
Gefühle etc. natürlich gar nicht trennbar. Auch das Bewufstsein ist 
nur ein „Phänomen“ des Bühlens und Denkens. Es ist nicht Erzeuger 
und Träger der Ichsynthese, sondern Ausdrucksform derselben. Es ist 
nur eine Phase des psychischen Lebens und nicht dies Leben selbst. 
Die Vererbung, die Entwickelung, die Einübung vor allem der 
Bindenzentren erfährt Berücksichtigung. Das Ichbewufstsein leitet 
Verfasser aus den peripheren Eindrücken ab, die an die Zentren gelangen, 
und er kommt zu der Ansicht, dais Menschen denkbar wären, die nur 
mit einem einzigen Zentrum denkfähig, noch Ichbewufstsein hätten, dafs 
also eine Synthese der gesamten Denkprozesse hierzu nicht erforderlich 
sei. In der That gäbe es Menschen genug, bei denen — etwa sehr 
begabten Malern — die Leistungsfähigkeit eines einzelnen Seelenzentrums 
so grofs und einseitig ist, dafs daneben die Thätigkeit der übrigen 
Bindengebiete zu einer Stufe herabsinkt, die, verglichen mit anderen 
Individuen, aufserordentlich klein erscheint. „Ich Sehmensch“ könnte 
ein solcher von sich sagen. 
Die Ichsynthese bildet aber nicht ein allzeit geschlossenes psycho¬ 
logisches Ganzes, sondern sie besteht aus vielen mosaikartig zusammen¬ 
gefügten Teilen. Nicht alle können gleichzeitig in den Zustand des 
Bewufstseins gerufen werden. Arbeiten wir intensiv mit einer Merk¬ 
provinz, so tritt die Thätigkeit der anderen unter das INiveau des 
Bewufstseins oder in geringeres Mafs; wir sind in Bezug auf diese 
zerstreut. Oft tritt gar kein Merksystem in hervorragende Thätigkeit; 
der Bewufstseinszustand an sich ist dann der Grund der Zerstreutheit. 
Am Beispiel der Zerstreutheit selbst prüft nun der Verfasser nochmals 
die aufgestellten Ansichten durch. Diese Prüfung bildet den Hauptteil 
der kleinen Schrift. Die Präge der Zerstreutheit ist auch gewählt, weil 
dieses in psychologischer und psychiatrischer Beziehung interessanten 
Zustandes in den Lehr- und Handbüchern meist nur ganz nebenbei 
Erwähnung geschieht, gewissermafsen als einer Negation der Auf¬ 
merksamkeit. 
Edinger (Prankfurt a. M.). 
1. J. Gaule. Der Einflufs des Trigeminus auf die Hornhaut. Centrcilbl. 
f. Physiol. 1891. Heft 15. 
2. J. Gaule. Wie beherrscht der Trigeminus die Ernährung der Horn¬ 
haut? Ebenda. Heft 16. 
3. J. Gaule. Zur Frage der trophischen Funktionen des Trigeminus. 
Ebenda. 1892. Heft 13. 
4. J. Gaule. Spinalganglien der Haut. Ebenda. 1892. Heft 22. 
5. J. Gaule. Spinalganglien des Kaninchens. Ebenda. 1892. Heft 11. 
6. J. Gaule. Weitere Experimente an den Spinalganglien und hinteren 
Wurzeln. Ebenda. 1893. Heft 25.
        

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