Volltext: Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Sechster Band. Wirbellose Thiere (6)

Sammet', §angett*Sd)necfe. 
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©aunt ber ^autïappen ifi abgerundet und ungefähr ïjaïb fo dicf, inte die güljler. Die fpaupt= 
färbe de» $opfef, der güljler, def Vordertücfenf und der äußeren glädjen der fpautlappen ift ein 
fammetmeiheê Shttnrg, daf bald in @rün, bald in Vrautt überfielt; die fpauptfarbe def gnßef 
ift olifeettgrün. Dagtt fommeit aber fcfjneemetße gledfe und überall in der |jaut feertljeitte metaUifh 
glänzende, grünblaue und rotpmeiße Spünftheu. Die festeren garbeneffefte Werden, mie erft eine 
hundertfältige Vergrößerung geigt, durdj gartmandige 3eïleu ïjerborgebraht, auf deren innerem 
daf feurigfte (Smaragdgrün und daf fhönjfe Sappljirblau herfeorftraljlt. SRoh gtoei andere Slrten 
ton fleinen Bellen geben einen ftlbrigen oder lebhaft fupferigett ©laug. 
Vei feinen Vemegungen nimmt diefef fdjöne V^ierthen fehr feerfdjiedene gormen an. 2lm 
Voden Ijinfriehend ftrecft ef ftdj gemöljnlih gerade auf und gleitet feerljältnißmäßig fdjneU bop; 
märtf. ^rieht die Sdjnecfe an der f entrechten 2ßand def Vguariumf, fo braucht fte oft and) 
die .fpautlappen mit einem Dljeile der (Sohle gleichzeitig, um ftch feftguhalteu; ja fie mindet 
manchmal den Körper fhraubeitförmig, mährend fte friedjt, fo daß entgegengefeßte $örperfeiteu 
Zugleich die Dahn berühren. <Sie foudert fehr diel Schleim ab, der ftch, menu mau die fpaut 
mit einem Stäbchen oder ^infel berührt, in langen Reiben über daf Staffer heraufgieljen läßt, 
mit folchen Sd)leimfäden hängen gumeilen diefe Schnecfeit mitten im VSaffer frei. 
Dbfhon mir fehr mohl miffen, daß garbeitbefcpreibungen ohne daf entfprect)enbe farbige 
Vild feinen reihten Sinn hüben, föunen mir tinf doh nicht oerfagen, um die Suft itadj diefen 
föftlidjen, leicht gu fangenden und in der ©efangenfhaft gu beobahtenden Dfjierdjen nodj mehr 
meefen, den Vref lauer ßoologen ©rube auh noch fprecpeu gu laffett. „Unter anderen eutbeefte 
id)", fagt er, „bei St. Öiicolo (auf der gnfel ©perfo im ©uantero) eine neue Elysia (Elysia 
■splendida) oon fo felteuer Schönheit, daß id) in mapref ©ntgücfeu aufbrah. 3h M attfänglih 
nur in einer tiefen, dem £id)t niht gang gugänglidjen Steinhöhlung einen bemegten Voedjfel dou 
tiefem Sdjifearg, hellblau und Drange, bi» fih dann herauf [teilte, daß hier dom äfteermaffer 
bedeeft, daf ihren 3teig nod) erhöhte, mehrere diefer fleitteu nur 3 bif 4 Stniett langen und 
2\'z hinten breiten Siacftfhnecfen nebeneinander perumfroepeu. ©rft beim fperborfomnten der 
einzelnen ließ fiep genauer die Vertpeilung der garden ermitteln. Der Seid und feine großen, 
mantelartig emporgefdjlageneit Seitenlappeu marett farnrnetfepmarg, der äußerfte Odattd derfelben 
und die äftundpartie orangegelb, aber auf der Slußeufeite jener Wappen, die fih auff gierlicpfte in 
großmeUige galten legten, gog unterhalb def orangegelben Säumet ein breitet ultramarinblaue» 
Vaud und unter diefem miederitnt ein fcpmälerer, in Bnterfeallen anfcptoeltender lihtgrüiter, unten 
faßt ftlberiger 2ängfftreif hin, unter dem dann nocp eine Sängfreipe ähulid)er Vünftcpen gum 
Vorfdpein fam. Daf Drangeband ging hinten in daf entfpreepeude der anderen Seite über, daf 
blaue mar unterbrodjen. Dagtt ftad) nun auff fhönfte ein meißer lättglid) runder glecf gmifhett 
ten gühlern und ihre meiße gnnenfeite ab, mährend diefe Drgatte im übrigen felber fepmarg und 
un ihrer Spiße blau gefärbt marett. Sie maßen den feierten Dpeil der Votallänge und murdeit 
bald nah hinten gelegt, bald gang aufeinander gefpreigt, bald ihre Spiße gragiöf itt eine fladje 
Spirale feott einem Umgang gemunden." So meit ©rube. 
2Bir aber fehreu nocputalf gtt dem für uttf fo lehrreihen Hamburger Slguarium und feiner 
Vefeölferuug auf der Vieler Vudpt gurücf, um noch bei einem Dpier gu feermeilen, melcpef uoep 
mehr, alf fhoit Elysia gethau, ttnf in feiner gaitgett ©rfepeinung an die Strudelmürmer erinnert, 
■©f ift die Sippe Pontolimax (gamilie Pontolimacidae), dem befoudere gühler und Kiemen 
gänglih fehlen. Der Körper ift geftreeft, der $opf feitlid) auf gedehnt, und feine Seiteuräitder 
tragen einen fpautfamm. Die über- den größten Dpeil bef europäifhen SDteerdiftriftef feerbreitete 
breitföpfige Sangettfhuecfe, Pontolimax capitatus, rnird 4 Sittieit laug, gtt der SDtitte def 
Sîücfettf fut f(e einen Vtufcl, gmifhett diefem und dem $opfe eine (Siufenfuug. Der größte ïheiï
	        
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