Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Sechster Band. Wirbellose Thiere
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29462/874/
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©Sneden. $ammfiemer. 
Verborgenen. „3Jtan nennet einen folgen Unguis ober Ringel einen Onyx marina, nnb ift burdj 
ganj ^nbien ein befamtteê Iftäudjermerf, inbem ed ju allen iJläudjerpuloeru bie .îpauptingrebieuj 
auêmadjt. 3$ veber oon folgert Sftäudjerpuloern, meldje bei ben Siebten £fjpmiamata Senannt 
merben, nnb momit man auf glü^enben Noblen räubert. Unter folgen nun mad)t ber Ungui8 
bie .fpauptingrebien^ am§, tote bie 2lloe unter ben Rillen. ©3 l)at jmar ber SJteeruagel au nnb 
bor ftcfj feinen angenehmen ©erudj; beim menu man ihn in grobe ©tüden gerbric^t nnb auf 
Noblen leget, fo gibt er erftlidj einen ©erucb, mie bie gebratene ©arneeleit, halb bei'naeb aber 
neiget ftdj ber ©erud) auf 33ernftein, ober, mie ®ioöcoribe8 mill, auf 23ibergail, mithin ift bodj 
ber ©erud), fo lange man ifn alleine räubert, nidjt gar §u lieblid^; menget man iljn bin9e9en 
unter anber IRäudjermerf, fo gibt berfelbe erft ben anberen ©adjen eine männliche $raft xutb 
®auer. SDenn ba mebrentbeil8 aïïeê Dftäudjermerf au3 foldjen jpöl^ern, Margen unb ©äften 
befteljet, meldje einen füfjen, blumenartigen unb ftarfen mibrigen ©erudj ^abeit, fo mufj man ben 
SJteernagel barunter mengen, um ben ©erudj fräftig unb bauerljaft ju madjett. SJtan mochte 
alfo biefen Sfteernagel mit bem S3a§ in ber ÜDtuftf oergleidjen, welcher, fo lauge er allein gehört 
mirb, nidjt angenehm flinget, aber unter anberen Gölten eine rei^eitbe Uebereinftimmung gibt, 
unb bie £öne ftaubljaft macht." 2ßenn mir unter ben Oielen iftecepten. no dj ba3 auêmâïjïen, ba£ 
bie inbifdjeit Oitacffalber ein SBentg oorn £)nt>r be8 Murex ramosus auf einen ©tein reiben, 
„unb geben foldjeê briber bie $oïif unb 33auSgrimmen 31t trinfen, and) gebrauten fie ben Raitel) 
baron briber bie 9Jhttterbefdjmeruug, jeboc^ muß man fie im lederen Fad etma3 |art braten ober 
brennen" — fo merben brir un8 glüdlidj fdjäheit, ^eute bie ©djuedeubedel breber al8 sparfüm 
nodj al8 SJtebicin gebrauten gu muffen. 
©in riet mistigerer unb inter eff unterer ©egenftanb, meldjer ftdj an bie SRaturgefdjidjte Oon 
Purpura unb Murex anfnüpft, ift bie Purpur färb e, über beren ©emiunung unb ©igentbümlidjs 
feiten eine ganje Literatur eriftirt, ohne ba£ el ju einer genügenben Klarheit gefommen märe, 
Uè ror gehn Fahren Sacajes®utljier8 bie ^Angelegenheit burdj feine ausgezeichneten Unters 
Innungen gu einem 3fbfdjluf| gebrad)t hat. 3118 biefer Murforfdjer im ©ommer 1858 im £afen 
ron DJtaVon mit §ülfe eines FifdjerS allerlei ©ectljiere auffuchte, bemerfte er, ba§ fein ©e^ülfe 
feine ^leibungSftüde geid)uete. ©r machte bie rohen Suchftaben unb Figuren mit einem ©tiidchen 
^otj; bie Füge erfdjietten juerft gelblidj. w©» mirb rotlj merben", fagte ber Fifdjer, „fobalb bie 
©ouue mirb barauf gefdjieiten haben," Sbabei taudjte er baS ipolz in bie jälje Slbfonberuitg beS 
Mantels, ben er oon einer ©djnede abgeriffen ^atte, unb meld)c fogleidj a!8 Purpura haemastoma 
— fpanifdj Corn de fei — gu erfennen mar. 2)er Foolog lief} and) feine Kleiber auf ber ©teile 
Zeidjuett unb madjte alSbalb bie meitere SSemerfung, ba§ bei ©inmirfung ber ©onnenfiraljleu fid) 
ein Ijödjft unangenehmer unb penetranter ©erud) entmidelte unb eine fel)r fSöue oiotette f^arbe 
gum SSorfSein fam. ®ie§ mar bie SSeranlaffung ju meiteren oon bem fünften ©rfotge gefrönten 
^aSfoofSungen, benen mir folgen. 
SefanntliS W man fdjou längft aufge^ört, ftd) be8 oon ©dpteefen gelieferten 5ßurpur8 ai8 
Färbemittel ^u bebienen. dagegen miffen mir au8 ben ©d)riftftellern ber ©rieten unb Körner, 
bafj bie 5ßurpurgeminnuug ein großer Fobuftriejmeig mar, unb ba^ nur bie @ro§en unb DleiSen 
fid) fegen ber ^oftbarfeit be8 ©toffeg ben folgen bauten ber SBepurpnrten — purpurati - 
beilegen fonnten. §eute feljen mir nur an abgelegenen 3>nfetn unb lüften einzelne arme Sente 
i^re 2Säfd)e mit bem unauMöfdjtiSen ^urpur geiSnen, ber im 2lltertf)um, al8 bie metaüifd)eu 
unb anberen Farben ber moberneu ©pemie unbefaunt mareu, einen um fo pöljeren SBertp pabeu 
nutzte, al8 feine Stinten unb feine ©igenfd)aft ber Unaullöfdjli^feit eben oon ber ©onne peroors 
’ gerufen unb bebingt mürben. Fm Anfang be8 oorigen FaVrl)unbertê befd)äftigte ftd) ber berühmte 
33eobad)ter ber Fnfefteu, Reaumur, an ber tüfte oon ^oitou mit ben PurpurfSneden. SluS 
er faub, ba§ bie ©ubftaua oiotet färbe, erfannte aber merfmürbiger SBeife nid)t, baf^ ba8 #eroors 
treten ber Farbe 00m Sid)t abl)äuge, foubent glaubte, ba§ ber Stiftung babei im ©piele fei.
        

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