Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Sechster Band. Wirbellose Thiere
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29462/817/
Salntar trab ©erwanbte. 
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Stud) bie Loligo vulgaris |at gifdfjer in beu ©affiné bon Strcahon beobachtet Oie Öftere 
ioarett in fortwähreuber twhft gefhwinöer nnb ftogweife oor ftd^ gehender ©eWeguitg; fte Wutbeit 
nie in Stuhe gefehen. Oie Sinne Würben immer öodftänbig au!geftredt gehalten, ber Körper in 
einer etwa! fchiefen, [ich ber horizontale näbernben Stellung» Oie ©reifarme, Welche bei ber 
@epia nur im SJloment, Wo fie fid) auf bie ©eute Wirft, oorgefhnellt werben, ftnb bei Soligo 
gleicbfaïlé au!geftredt unb fo au einauber gelegt, bag bie Saugitäpfe fid) beden. 
Oie ©alntat! f h Wimmen fehl* gut borwärt! unb rüdwärt!. ©ei ber erftcren ©eWeguitg fteht 
ber Slopf tiefer al! ber Stumpf; geht ba! S^tev rüdwärt!, fo ift bie Stellung bie umgelehrte, ©u 
«tägiger ©efdjwinbigteit reicht bie ©hätigteit bei* gloffeu au!, unb nur mit Spilfe biefer ift ba! 
Sd)tbimmen nad) ootWärt! möglich* Oie gloffen utheu unb Serben eingefhtagen, fobalb ba! 
befdhleunigte, pfeilfhuede Stüdwärt!fd)Wimmeit burd) bie Stöge be! ©ttd)tet! bewirbt Wirb. 
Sbie Fütterung ber ©almat! gelang nicht; fte tonnten ftd) al! ©eWolptet be! offenen ©teere! 
nicht au bie enge ©ehaufiutg gewöhnen unb oerharrten bi! gu bem Wenige.Xagé nach ihrem ©tn^ 
fangen erfolgeitbeit ©obe unau!gefeht in ihrer ftürntifd)en Unruhe, 
©on ben übrigen Sitten mögen nur ein ©aar häufiger oortommenbe unb grögere genannt 
loerbeit, ©er ©feil;©aimar (Loligo sagittata) furze, oben abgerunbete unb eine 
form bilbenbe gloffeu, einen burdjfcheinenben toréer unb fd)laute, Zeitig zurüdziehbare ©reifarme 
mit breiter ^eute, Sein fjatbenfpiel ift maudjfalttger al! bei L. vulgaris, mit bem er ben ©er= 
brettungêbezirf theilt, an ©Iahen, loo man bie ©lebonen unb fo manche anbere Affliger ftnbef* 
Sie Werben gewöf)ulid) nur einzeln gefangen; ba fte feboch mitunter in ©nipp! in! Steh geratheu, 
fo fd&eiuen fie geitmeife zu Iraubern. Oie ©erlaufet* oermengen fte ihre! fehlsten @efd)made! 
loegeit nid)t mit Loligo vulgaris, ©tan hat mit ber L. sagittata oft eine anbere grögere Slrt, Loligo 
toäarus, oerloechfelt, bie jebodj einen plumperen Körper hat unb bie man leidjt ertennt an ben bideren, 
gar nicht zurüd'ziehbaren ©reifarmen, loelche auf ihrer ganzen Sänge mit Saugnäofen befefct 
fiitb unb nicht teulenförmig am ©ube anfhWellen. Sind) fte loirb ba! ganze ^ahr hintomh im 
SJtittelmeere gelegentlich gefangen, gewöhnlich an gifdjeu, Weïdje man an ber Seilte heraufzieht, ttub 
au ioetd)e fte fid), mit fte zu freffen, angeflammert hat. ©ft auch ftraubet fte, $hre mittlere 
Sänge beträgt gegen 8 Soll, fie tommen aber and) 30 ©fuub fdjWer oor, 3h* gleifd) ift feljr 
Zähe unb fd)lecpt unb barf an einigen Orten gar nicht auf ben ©tarbt gebracht Werben, — Oie 
beiben oben genannten Sitten Werben übrigen! oon ben Steueren nicht z« ben eigentlichen Soligiben 
gered)iiet, fonbent zur ©attuug Ommatostrephes, weld)e mit aubereu einen eigenthümtidjen ©au 
bc! Singe! gemein hat. ©affelbe entbehrt nämlich gänzlid) ber Jpornhattt, Womit alfo and) 
eine befonbere oorbere Slugentammer mangelt unb bie Sinfe unmittelbar 00m SSaffer umfpült wirb. 
©ine fold)e ©attung ift and) Loligopsis, mit einer ganz ausgezeichneten Slrt, L. Veranyi, int 
©tittelmeere. Oer Körper biefe! ©hier! ift gallertig burchftchtig. Oer fcharf oont Hopf abgefeimte, 
fdpnale uub längliche Stumpf wirb in feiner hintern Hälfte oon ber faft runblid) herzförmigen §loffeu= 
fdjeibe bebedt. Oer Stopf ift tnglig, breiter al! ber Stumpf; bie Singen unOerhältnigmägig grog. 
Oie Sinne nehmen in ber Reihenfolge 00m Stüden nach unten an Sänge uub Oide zu; ba! Stuf 
fadenbfte fmb aber bie beiben ©reifarme. Oiefelben meffen nämlich 3 gug, Währcub bie ganze 
Störperlänge bi! zur Spi^e ber anbern Sinne gegen einen gug beträgt, uub ftnb nur 001t bet 
Stärfe einer feinen Sdptitr, Welche am ©nbe in eine lauzenförmige, napftragenbe Steule übergeht. 
©tit ber Otmhfidjttgteit uub ber zarten bläulichen Färbung ift bie Sebeit!Weife ber Loligopsis 
Yeranyi in ooHer Uebeteinftimmuug. Sie ftitbet ftd) nämlich im offenen ©teere Währenb ber 
©MnbftiHe ber fd)önen 3ahre!zeit mitten unter ben OuaHeu ttub ©tebufen be! ©tittelmeere!. Sille 
biefe, fo Wie attbre ©hiere be! holpu ©teere!, ftnb bitrd) ihre ©urdjftdjtigbeit au!gezeid)itet. Oiefe 
©igenfhaft ift bei ber bei ©tefftna gefunbeiteit Loligopsis vermicularis nod) h^worftehenber, bie 
bei beut ©tauget aller $arbzeHeu gteid) einem Stüd ©i! im Söaffet faft uic^t ftd)tbar Würbe, 
Wenn reicht bie beibeit fhWarzen Slugenpttidte ben ©eobad)ter leiteten»
        

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