Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Sechster Band. Wirbellose Thiere
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29462/600/
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©ie ©phut en totere. @hte ©Rinnen. 
2Baê ben inner« ©au aulangt, fo fei nui* in ber fêürge uoh golgenbeê bemertt. lieber bem 
©htunbe liegt baê auê gtoei Reroentnoten oerfhmolgeue Hauptganglion, meldjeê gäben nah ben 
tilgen unb liefer furent entfenbet. ©aê ©audjmart befielt auS öter Quoten, treize bie übrigen 
©liebmaßen oerforgen unb gmei größere gäben nah bem ^interleibe abgeben, bie ,ftd) um 
(Siugemeibe, ©efc^ïec^têt^eiïe unb Rtl)emmer!geuge auêbreiten. ©iefe legieren befielen, mie bereite 
ermähnt, au3 meift gmei aber auch hier Sungeufädheu, bie ftc^ am ©ruube be3 ©aud)tô burdj 
gïeid)rieïe mit ie einem ©edel öerfc^ließbare ©uerfpalteu öffnen. Rußerbem befhen aber bie 
meifien ©Rinnen mehr ober meuiger entmidelte Suftröbren, meld)e ftd) am§ einem Hauptfîamme 
büfdjelförmig auêbrciten unb an ber nämlic|eu ^örperflelle ober mehr uad) oben ober oor beu 
©pinumargen nadj außen münben. ©aê Rüdeugefäß, meld)e§ man inmitten eineê bïattavtigcu 
gelbeê oben auf bem £interïeibe bei manchen ©pinnen burhîheiuen fteljt, beginnt am Anfänge 
biefeS, fenbet einen Hauptftamm nad) bem ©orberleibe, mehrere feinere Röhren beiberfeitè uad; 
ben Sungenfäden, brei größere auf feber ©eite nach ber Seber unb läuft nah hinten in ein eins 
fadjeê Rohr auê. ©ie ©erbauungêmertgeuge beginnen mit einem oben hornigen ©djlitube, bem 
ein ©augmagen folgt; hinter biefem treibt fuh bie ©peiferölfre in gVoei Refte, bie fich, nach ooru 
utnmenbeub, in einen ringförmigen ©tagen bereinigen, ©on bem ©tagen geht ein turner gortfah 
nach born au§, mäbrenb hier lange, gemuubeue ©hläuhe, feitmârtê bil gum Uvfprunge ber 
©eine reicheub, ftd) hier nad) unten urnmenben uub buvch feine ©erbiubungiröhren mieber gufammem 
treten, nach hinten gmei blinbfadartige gortfä|e entfenbenb. ©urd) ben Hinterleib läuft ein ein* 
fad)er ©arm, umgeben bon ben gahlreid)eu Sappen unb Säpphen einer braunen £eber, bie ihre 
RuSfheibungen in fenen ergießt. Unter ben Seberläppdjen Oergmeigen ftch harnabfouberube Röhren, i 
meldje unmittelbar bor bem Elfter in ben ©linbfad münben. 
3llê bon ^nfetten jeglicher Rrt lebenbe Raubtiere tönuen bie ©pinnen fo menig, mie anbere 
Dtäuber gefeüig berfehren, fonberu müffen fich bereingelu unb unter Umftänben einauber betrügen. 
Sioingftone fanb gioar in ©übafrita eine Rrt in gasreicher ©efellfhaft unb ihre Refter in fo 
bebeutenber ©tenge beifammen, baß baê ©efpinnji einen ©aumftamm-, ober bie âmeige einer Hede 
boUtommen unficptbar mad)te. Rud) ©armin ergäbt bon einer großen, fhmargeu treugfpinne 
mit rubinrothen gleden auf bem Rüden, meldje in bebeutenber Rngaljl nahe bei ©t. ge ©afaba 
in ben Sa ©lataftaaten gef eilig lebe, inbem fte, mie alle ^reugfpinnen ihr Reft fentredjt baue, | 
in einer (Sutferuung bon etma gmei guß eine gmeite baê ihrige u. f. m., aber alle baffelbe an 
gemiffe gemeinfame gäben bon großer Säuge anlegeu. Ruf biefe ©Seife fanb ©armin bie ©pi^eit 
einiger großen ©ebüfhe bon ihren bereinigten ©eben umgeben unb tonnte babei feine ©ermuubcrung 
über biefeê, bon ©pinnen nicht gu ermartenbe freunbnadjbarlihe ©eifammeufeitt nid)t unterbriiden. « 
Sffienn man inbeffeu bebentt, baß in fenen an igufetten reifen ©egenben bie ©pinnen aud) bei 
engerem gufarnmenmohnen bor bem Hungertobe geftdjert finb, unb baß fuh bei unê gu Sanbe an 
günftigen ©teilen bie Refter anberer Rrteit btémeileu auch fehr aithäufeit, fo braucht in biefer 
(Srfdjeinung uoh nicht einmal eineJfoSuahme bon ber ueibifdjen ©pinuennatur ertannt gu merben. 
©ie ©pinne gehört gu ben armen ©Sehern, unb arbeitet mie biefe, um ftd) ben Sebenöunterljalt 
gu ermerben, muß aber mit bem Rohmaterial fparfam gu ©Seide gehen, meil biefeê ihr bei reih' 
lidjer $oft reidjlih, M färglidjer nur fehr fparfam gufiießt unb ber gaben, ber einmal auê bem 
Seibe herauf ift, nicht mieber in benfelben gurüdgegogen merben bann, ©tandjmal ntöd)te el 
gmar fo fd)einen, menu fie nämlih an einem gaben in bie Höhe Hcttert, uub biefer babei immer 
fürger mirb, allein fte midelt ihn nur auf unb nimmt ihn an ben ©einen mit fth fort. ©Bie 
oon ben oerfhiebeneu ©Beêpen eine febe bie ©autuuft in anberer ©Beife betreibt, fo uub uoh toeit 
mehr gehen bie ©pinnen in ©egug auf ihre ©Sebcreien auöeinanber. ©ie (Sitten, mie bie all; 
betanute freugfpiuue, fertigen einRab, bie ©Inherit, mie bie gemeine Hauêfpinne, bihtere ©emebe, 
nod) Rubere Röhren, ©ädern, an, unb mau hat ihnen hiernah Rauten mieRab^, Reft*, ©ad^, 
Röhrenfpinneu u, a. beigelegt. Reben folhen ©pinnen gibt e3 aber gasreiche anbere, melhe gar
        

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