Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Sechster Band. Wirbellose Thiere
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29462/382/
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Sie Schmetterlinge, gjtndler. 
allen ©Innungen ber Äerfe Partien, loeldje ber Sammler unb Liebhaber gern bet Seite triebt, 
toeil er bereit fcfjioierige lluterfuchuitg fc£>eut unb baljer gern bie[em ober jenem, immer bereiitgelteu 
gorfdjer überlast, toeldjer tut ^utereffe ber SSiffenf^aft geit, SMlje, Slugeit gu opfern bereit ift, 
unb ioetc§em bad ©etoußtfeiit, ihr genügt gu haben, aid einiger Sohn für feinen audbauernben 
gleiß bleibt, ber ftdj gum großen ©h^l auf ©inge ohne* prattifdje ©ertoerthuug erftredte. Sieben 
jenem ©etoußtfein ertoirbt er ftdh toomöglidj noth ein--~ mitleibiged fächeln feiner bem geitgeifte 
bieneitbeit, bem reellen iftußett hulbigettbeit ©cbeitmenfdjeit, bereit ©ruubfah „gett ift ©elb" er 
bet feilten ©efd)äftiguitgeit toenigftend nicht anerfenttt. 
©ie güitdkr gehören noch nicht gu beit fleiitftcit ber Meinen unb erinnern auf ben erfteu 
Slid mehrfach au bie Scanner, mit io eich eu fie jebod) ioeber htuftcptch ber Betonungen, noch ber 
Farben, and beiteit fie herborgeheit, gufammeugefiellt ioerben lömtett. glß'e glügel fiub gart nub 
geftredt, bie oorberen bretedtg, bie hinteren oerhältitißmäßig breit, faft immer mit b rei gttttenraitbd; 
rihpeit unb mit einem ^afthafeit audgerüftet. ©iefelbeit bebedett loährenb ber Ruhelage häufig 
ben fdjiaiden Hinterleib nicht boEfommen. ©ie girier ftub Bovftig, nie gelammt, bie ©ebeitaugen 
oft beutlich, bie Hafter meift groß, loie ein Dtüffel ben ®of>f überragenb, bie ©eilte feïjr lang unb 
büun, an ben Hinterfchieiten mit gtoei ©orneithaareit beloehrt. SBenit bie ©aupeit ber Spanner 
mehr Trägheit aid ©etoeglicpteit an ben ©ag legen, fo geichneu ftcb bie fundier raup eit, toelche ber 
Flegel nach fechgeljrt ©eilte unb einen uadten, itad) ben ©tbeit oerjüngten ©eib haben, burO große 
©eloegtichteitmmb eine ungemeine gertigteit im iRüdtoärtdtriehen aud. ©bgefeljeit bon einigen 
ioettig-ett bohrenben leben fte frei auf ben fangen. 
2Bir beginnen mit einem ber größten unb bod) einem ber itnanfehnlichften güitdler, toelher 
gu nuferen Haudgeitoffeu gegählt ioerben muß; beim er ft^t in ben SittMn ber SBohmtngen unb 
fließt bed ©bettbd um bad Hebt, ioemt ihm bie (Gelegenheit bagu geboten ioirb. ©iefer, bie 
gettfdjabe ober ber Schm alggündler (Aglossa pinguinalis), hat rothgraue, feibeitglciitgenbe 
glügel, bereu oorbere mit querbiubenartigen fdjloargeu gleden befe^t unb hie unb ba ioeißlich getoürfelt 
ftnb, unb bereit einfarbige hintere fehr lange granfen audgeidjiteu. Sftebettaugen fehlen, eigentlid) 
and) bie ©oltgunge. ®ie borftigeu githler bed ©tänndjend unterfd)eiben ftd) ooit beiten bed ©kibcfjend 
leicht burch feine Haarpinfel, bie ^interleibdfpi^e bed erfteren burdj einen Haarbüfhel gegen bie 
laug oorftredbare Segröljre. Xu glugbreite beträgt gehn bid Oiergehu Linien, gm ©lärg unb 
Steril, ungefähr bier Sßodjeit bor ber (Geburt bed Scbmetterlingd, geigt ftd) mitunter bie fedjgeïjii; 
füßige, gläitgenb braune ©aupe an ben Sßänben ber Speifelamtnern ober iit einem ftaubigen 
SBiitlel, iit ©egriff, ftd) einen paffenben Paß gur ©erpuppung aufgufud)eit. ©id bahiit lebte fte 
tut ©erborgeneit bon Sd)ntalg, ©utter, Sped uitb hält fid) baljer borgugdioeife iit ben ©orrath»= 
unb Speifelamment auf. Seit Mitité’d geilen, toeldjer biefen (Gegenftanb fchon ermähnt, iourben 
mehrere gälle beobachtet, in beiten biefe tope bid gu fieben Stüd unb er load) feu bon ©teufchen 
audgebroden tourbe. ®ie ©penning ift tounberbar genug, um fte bei bargebotenen (Gelegenheiten 
toeiter gu berfolgen; benn eine annehmbare ©fläruug berfelben fouitte noch ltiemanb geben. — 
©er ©teljlgüitdler (Asopia farmalisj lebt in (Gefetlfdjaft bed borigett unb gefeilt [ich bem 
Ungegiefcr gu; benn feine ©aupe lebt im ©teljle. ®er giindler hat bie ©genheit, ben Hinterleib 
beim ©uhen im ©ogeit uad) born aufgubiegen, tote ber H«nb feinen Schtoaug, überbied trägt er 
ftd) fehr hübfeh bunt: gtoei gart toeiße, unregelmäßig berlaufenbe ©uerliuien greugeit auf ben 
olibeubrauneu ©orberßügelit ein breited, mehr gelbed ©littelfelb ab, auf ben grauen Hinterpgeln 
toieberholt ftch biefelbe geidmung. Xu glügelfpannuug beträgt 10 Siuieit. 
Xu ga'hlreidjen Botys;2lrteu (allein über haubert (Guropäer), toeld>e ftch burch ioagred)t 
berftehenbe üippentajfcr, beutlidje Mefertafter, toel^e pinfelartig auffteigeu, eine ftarle ©ollgunge, 
©ebenaugeit auf bem Sd;eitei unb große, runbe Hiuterflügel audgeichuen, in benen bie ape dtippe
        

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