Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Sechster Band. Wirbellose Thiere
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29462/292/
276 
Sic Hautflügler. ißflan'gentr eSïpen* 
berfdjieben gefelbert unb burdj einen tiefen Duereinbrud born furgett ^interrücfen getrennt, in 
îreldjem jeberfeitS ein häutiges, meift fetter gefärbtes ©leddjen ftdjtbar inirb, treldje ^artig bie 
Südenfôrndjen nennt. Seim Söeibd)en erfdjeint ber Hinterleib in ber Segel toalgig unb lâfjt 
bie ©djeiben ber Segrôïjre an ber Unterfeite feïjeit, inemt biefelbe nidjt, trie bei ben HoïgtoeSben, 
ail fdjlbaitgartige Verlängerung iïjn überragt, ©te beiben ©nbbortten ber (Schienen, an ben Vor; 
berbeinen btSloeilen nur einer, fornmeu nidjt immer in ber geloôïjniidjen ©orngeftatt, fonbern 
biStoeileu breitgebriidt, meïjr Ijâutig bor, audj ftnb bie «Soïjlen vieler mit breiten, nabfartigen 
©rtoeiternngen, beu fogeuannten Patellen, berfeljeu unb bie flauen gtoeigâïjnig. 
Voit ben biSljer betrachteten Sberflüglern ftnb nur bie Sarben ber edjten ©aïïlueSben auf 
^ftangennaïjrung aitgeiriefen, aber iufofern boÏÏfommen unfeïbftânbige S3efen, atS fie in ©allen 
iooïjnen unb in ber ihnen burdj bie ©aïïeubilbung angetriefeneu Kammer ber ©rtSberânberuug 
entbehren. H*« fwben ftdj gleichfalls bohrenbe Darren, inetdje, bem dichte entgegen, beiufarben, 
trie alle bergïeidjeu Sarben, erfcheiuen, aber bod) mehr Freiheit genießen, treil fte ihren ©äugen eine 
beliebige Sichtung geben lönnett. • ©iefelbett gehören ben HotglbeSpen W wtb h^ben fedjS deutliche ober 
bekümmerte Sruftfüfe, ober einigen trenigen SlattioeSben, trenn ihnen galjtreid)ere Seine fur Ser; 
füguitg fieïjen. ©ie bei treitem gröfjere Sngaljt ber Sarben lebt aber frei auf ben Slättern, gleicht 
burdj bunte ©arben ben (SdjmettertiugSraubeu, für treize fie ber Unfunbige auch l^änftg genug 
hält, unb erlangt fomit eine «Selbftäubigteit, trie fonft teilte Sfberftüglertarbe. ©iefe Sfter; 
rauften, trie mau fie genannt l^at,leben gern in ©efelXfä^aftett beifammett unb ft^en in ber Suhe 
fchnedenförmig gufammeugerollt auf ber obent ober untern Slattfläche ihrer ©utterbflange. Seim 
fyreffen reiten fte auf bem Stattraube unb gantirenihtt auf fehr eigentümliche Sßeife, trenn ihrer 
mehrere beifammen ftnb. ©a.bei haben rieïe bie fonberbare ©etrohuheit, ben bon ben Sruftfüfjen 
an f^lgenben Hörbertljeit fragegeigenförmig itt bie Höhe gu hattett taltmäfjig auf unb ttieber 
gu betregen, trenn erft eine bon ihnen ben Soit angegeben hat* ©S ift höchft unterljattenb, biefe 
tnibftenben gtagegeidjen gu beobadjten, aber auch erjtdjtlidj, ba§ fte nicht gum Vergnügen, fonbern 
gut Sbirehr einer bermeintlichen ©efahr, bergleicheit Surnüünfte* bornehtneit. Statt braucht 
ftdj nur ber flehten ©efellfchaft fotreit gu nähern, bafj fte ben Sthemfüljlt, fo fci^t fte ftdj in ber 
angegebenen Sßeife in Setregung, läft ftch trohl and) herabfadeu, trenn fte treiter beläjtigt trtvb. 
©attg befonberS bürfte baS ©ebahren barauf berechnet fein, einer gubringticheu ©djlubfibeSpe ihr 
Vorhaben gu bereitein. SRit SuSfcfjlufj beS bierten unb häufig ^ud) beS borteiden SeibeSgtiebeS 
trägt febeS ein ^Saar futger Seindjen, bon trelchen bie brei borberften 5ßaate an ben Sruftringen 
nur horniger Satur ftttb unb je tu eine ©fn^e auSlaufen, irähreitb bie übrigen fleifdjigen 3tthfen 
gleichen, treidle in einen Sorftenfraitg eitbtgen. ©urdj jene SebenSäufjeruugeu, fotrie burdj bie Slngahl 
bon 20 bis 22Seinen unterfdjeibet ftd) febe Sflerraupe bon ber l)öd)ftenS fcä)gehnbeinigeu ©äjmetterlingS; 
Satbe. 3h« H^t erfdjeint auf ben erfteu Slid nadt, bod) bemertt man bei genauerer Seftdjtigung 
bümte Sehaarung, mattd)mal auffaUenbe ©ontfpihdjen, nie aber baS bid)te H^tfleib, trie bei fo 
manchen ber teueren, ©ie färben ftttb lebhaft, both nidjt manchfaltig, unb buidlere friede auf 
hellem ©runbe bie getröhttlicheit Seidjttungeu. ©ie Sfterrauben fiitb mit einfachen Sugeit uttb 
Keinen ©ühlern auSgeftattet, häuten ftch mehrere Stale, trobei manche nidjt mir ©arbe, fon; 
bertt auch ©eftalt nicht untrefentlich berättberu. ©rtra^feu, berlaffett bie meiften ihre gutter; 
^flange unb Rinnen in ber ©rbe, an berfelben, unter bürrern Saube ober ScooS, mitunter aber 
and) am «Stengel anberer ^ftangeu ein tonnenförmigeS, hergamentäljntidjeS, aber auch gartereS 
©ocon, in trelchem fie in berfürgter ©eftalt unb betreguugSloS ben SKnter berbringen unb erft 
furge Seit bor bem SluSfdjlüpfen ber ©liege gnr gemeifeiten ^uftpe irerben. Stande ruhen fogar 
in- biefem Suftanbe ein bolIeS ©ahr. 3« biefer ^tnfid;t ïommen aber and) fonberbare SuSnaïjmeu 
bor. @o berfuhben ftd) bie Sarben einer braftlianifchen Hh^toma^rt (Dielocerus Ellissi) gefeit; 
fchafttidj. ©aS Seft h«t bie ©orm eines geftredten ©ieS bon bier bis fünf ßoll Sänge unb hängt 
aufred)t au einem B^eigc. 3ebe Sarbe beft^t ihre eigne Seite, treibe in mehreren ©djicbten bid)t,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.