Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Fünfter Band. Dritte Abtheilung: Kriechtiere
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29461/383/
Sebeitêïoeife. Uitf d^âbïtdÈ>îeit. 
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jtnb erft im fünften 3a§re iljreg Sebeng foripflangunggfähig, tt>aiefe 
©igenfdjaft hat bie ung gugänglidjften Slrten ber klaffe, ingbefonbere bie ^röfche gu Btärtprern ber 
BBiffenfchaft gemacht; au ihnen mürben unb foerben bie Berfuche angefteüt, vor benen man ber oer; 
übten ©raufamfeit halber gurüdffchrecfen mürbe, märe man mirflid) beredhtigt, oon ©raufamfeit bei 
fo gcfühllofen Bßefen gu reben. ©in ftroßhr bem man bag Utücfgrat Xloß gelegt, hüpft nach ber faft 
alleu übrigen Sßirbelthieren töbtlicben Bermunbung fdjeinbar munter umher; ein ©atamanber, beu 
man in ber fürdÉ>terlid;ften SBeife oerftümmelt hat, lebt annähernb in berfelben UBeife fort alg früher. 
9iur oon ben nieberften ©eethieren mirb biefe ©rfahfähigleit nod) übertroffen. 3n gleicher Bkife 
geigt fich bie Menggähigfeit menigfieng eingelner Slrten ber klaffe beu ©inmirfungen beg UBettcrg 
gegenüber, ©in ©alamanber fann im SBaffer gu ©ig gefrieren unb thaut in ber UBärnte mit bem 
©igftücfe mieber gum Men auf; ein Bloldp fann in ftolge langmährenber Brod'enheit gu einer- 
unförmlichen Blaffe einfdhrumpfen, an Welcher man feine Regung mahrnimmt, unb burch Befeud)ten 
mit UBaffer hoch mieber ing Beben gurüdfehren. 3a, felbft im Blagen ihrer geinbe noch leiftet beu 
Surchen biefe Unoermüftlichfeit gute £)ienfte: aug getöbteten unb aufgefdjnittenen ©eräugen heroor 
friechen noch lebenbe Kröten, bereu Hinterbeine bereitg ober hoch tbeilmeife Oerbaut morben finb. 
Unter bem Haffe, melden bie ßriedhthiere mit Utecht ober Unrecht erregten, haben auch bie in fo 
mandjer H™W ähneluben, big in bie neuefte Beit mit ihnen gufarnrnengemorfenen Burche gu leiben, 
ßein eingiger oon ihnen ift fdjäblicb, fein eingiger im ©taube, Unheil anguriebten: gleichwohl ocrfolgt 
unb tobtet fie bie blinbe Uufenntniß nod) in unoerantmortlidjer BBeife. Bon uralten Beiten her 
haben fich auf unfere Sage Stnfchauungen oererbt, welche, obfebon gänglid) ungeredptfertigt, fetbft bei 
fogenannten ©ebilbeten noch geglaubt loerben. Sßährenb ber einfid)tgootle ©ärtuer bie ®röte hegt unb 
pflegt, ber ©ngtänber fie fogar gu Hunbertcn auffauft, um feinen ©arten oon allerlei fd;äblichem 
©egiefer gu reinigen, fchtägt ber Ulohgeiftige ober bodp fenntnißlofc Blenfch bag „häBlid)C// ^hier lobt, 
mo er eg finbet, gleid)fam alg loode er fiep auf ein unb biefelbe ©tufe ftellen mit bem ©tordfe, Welcher 
an biefem BlEei'e e^ne faft unbegreiflid;e Blorbluft bethatigt. Bei £)em, Welcher beobachtet, 
haben fich ^ -urtf)e biefelbe greunbfdhaft unb Zuneigung enoorben, Welche man aEgemein nur ben 
^röfd;eu goKt, obfdjon bie übrigen ftlaffenoedoanbten fte in bemfelbeu ©rabe oerbienen Wie le^t=
        

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