Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Fünfter Band. Dritte Abtheilung: Kriechtiere
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29461/25/
ïlllgetnehteâ. 
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Slüdenfuutger barftelfen, auf Welchem fid) äußerliche §aut; ober jporutafeln, bie Sdjilber, ablagent. 
,,®te gfti^en", fagt Äarl Sogt, „gehen meift biê gum äußeren Stanbe beë Sd)iïbeê fort; guWeiïen 
aber ftnb statten mir in ber Stäbe ber SMrbeïfâule eittwidelt, unb itad) außen ï)in fielen bann bie 
Stippen gïeidjfant Wie Stabfpeidjen an bent ©eripp pernor, inä^renb beim ïebenben 4-biere i^rc 
3wifd)enräume burd) berbe £aut; unb £ornfd)ilber gebecft ftnb. ©eWöhnlidj finbet ftd) an bem 
Stippenfdjilbe ein Saunt befonberer $nod)enplatten, Staubftüde, in Weïdjem bie enbenben 9ti))pen eilt; 
gefenft ftnb, fobaß aud) bei.fpeidjenartig verlängerten Stippen ein ganger Staub ^ergejteïït Wirb." 
3wei breite unb glatte Söirbel, faft ebenfo unbeweglich Wie bie beê Srujttheiteê, bilben ben $reugtl)eil, 
bi» füitfunbgWangig flehte bcWeglidje beit SdjWang. ©er Sruftpanger entfielt in äb>nlidb>et* 23eifc 
tnie ber beê Stüdenê, au 3 bem übermäßig verbreiterten, in «Stüde gehaltenen Sruftbeine näntlid). 
©aê Sdjultergerüft enthält brei Stüde, ben Sdjuïterfnodjen, ba3 Sdjlüffelbein unb ben ©abclfnodjett. 
(Sin Sdjenfel beê Schulterfnod)enê verbinbet ftd) mit ber Sdjeibe, ba§ entgegengefefde ©nbe be» 
Sdjlüffelbeitteê mit bem Sc^ilbe, fobaß biefc beibeit ®nod)en vorn einen Sting bilben, burd) Weldjeu 
Shift; unb Speiferöljre gehen; ber Oberarmfnodjen gtiebert mit allen brei Sdjuïterfnodjen burd) einen 
großen, eiförmigen ©eleitffnopf. ©rei fitrge unb breite ®nod)en fetten bal am föreugbeine mehr auf; 
alê angepngte SSedett gufammen. Oberarm; unb Dberfdjenfelfnodjeit ftnb furg unb gerunbet; 
Unterarm; unb,Unterfdjenfel iverbeit burd) gtraei getrennte ®itod)en gufammengefe^t, bie gußWurgel 
auê mehreren Heineit, unregelmäßigen $nöd)eld)en gebitbet. ©er guß befteljt au» fünf gWei ; ober 
breiglieberigen 3et)enr bereu letztes ©lieb einen fpi^en ober ftumpfeit SRagel trägt. 
SSeber an beit Stumpfwirbeln, nod) att beit Stippen feigen ftd) SJhtêïeïit an, unb and) bie Saud); 
muêleln fehlen gänglid), mährenb biefenigen, Weïdje gur SeWegung beê ®opfe;» unb beê £>alfe3, ber 
Seine unb be§ SdjWangeê bieneit, fel)r fräftig ftnb. ©ie Söerfgeuge ber geiftigen gäljigfeiten müffen 
alê Verlümmert aitgefeljen werben. ©er Heine Sdjäbel i|t nod) uid)t voltftänbig mit .fpirn erfüllt, 
unb bie Stoffe beffelben fteljt in gar feinem Serljältniß mit ber beê Seibeê, auch nit^t in bemfelben 
Serljältniß Wie bei ben ^ö^eren Sßirbelidieren gum Stüdenmarf. Sdjilbfröten von 80 ^ßfunb 
©elvic^t l)aben ein £irn, Weïdjeê faum 1 ©rad)me Wiegt; bei folgen von 2 S|5funb beträgt baö £>irn 
faum 6 ©ran. Side Si erven ftnb int Serljältniß gum tpirn feljr bid. ©aê Singe hat brei Sib er, 
unter benen baê unterfte baê bewegtste; ber Sau beê Slttgapfeïë erinnert in mancher ^inft^t an 
baê Sogelauge; ber Sting um bie ^ornbaut trägt $uod)enplättd)ett; bie Sittfe ift bei ben Sanbfdjilb; 
Hötcn toirïli* linfeuförmig, bei ben SBafferfdjilbfröten hingegen fpljärifd). ©aê Ol)r befielt auë 
bem Sorïjofe unb ben Çalbgirïeligen ©äugen; bie Söanb, tveld)e ben Sor^of vom Sdjäbel trennt, 
bleibt gttm £ljeü ^nöd)etcbeu beê ^antmerê cinen dünnen Stiel unb ftedt in ber 
$norf)elmaffe, rveld)e bie Sßattb ber $0^1 e bebedt. Severe verlängert fid) in einen fd)tnalen ©ang, 
ivelc^er am eirunben Renfler int ©runbe ber Orommelp^e enbigt, tvä^renb jener Sljät ber le^teren 
nad) bitten in eine runbe Belle übergeht, ©ine bide, fnörgelige Sd)ttpf)e fdjlteßt bie Trommelhöhle 
nach außen ab. ©ie Safenlöd)er ftnb flein, bei eingelnett in eine Slrt Stöhre verlängert; bie Sdyleint; 
haut int inneren bilbet mehrere galten, ©ie 3unge ift fleifd)ig, mit tveid)en Sßargen bebedt. Sluê 
bem eben Slngegebenen läßt fid) fd)ließen, baß bie Sdjilbfröten giemlid) gut fetjen, mäßig fcharf hören, 
einigermaßen fein riedjen unb aud) tvohl int Staube finb, gu fd)meden, tväljrenb tvir über ben Sinn 
bcê ©efi'ihlê ober ©mf)ftnbungêvermôgenê faum toagen bürfen, ein Urtheil gu fällen. — Speidjel; 
brüfen ßnb nicht vorïjanbcn, von ber ©inf^eidhelung be§ Siffenê fann alfo feine Siebe fein; ber Sdjlunb 
ift giemlid) Iveit, aber Zeitig behnbar; bie Speiferöljre bilbet feinen Slagenmuitb; ber längliche, fehr 
bidtvanbige Siagett ivirb nur bttrdh einen freiêrunbeit Söulft von bent ©armfdhlaud)e gerieben, weither 
feinen Slinbbarm hat unb burdh feine Sänge fid) auêgeidhrtet. ©ie Seber theilt ftd) in gtoei ^autlaphett 
unb fd)ließt bie ©aUenblafe in fid) ein. Sieren, eine ^arttblafe unb viele Shnthhöefäße ftnb vorljanben. 
©er ^reiêlattf beê Sluteê ift bet ben SdhiXbfröten voKfommener alê bei anberen ^riedhthieren, Wenn 
auch nod) immer fehr langfant unb unregelmäßig, ©in ©aumenfegel unb ©edel fehlen; ber $eljl; 
fofjf öffnet ftdi, inbem er Vor ben Sd;lunb tritt unb fdiließt fid), Wenn er vorgefdhobett Würbe, ©a
        

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