Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Vierter Band. Zweite Abtheilung: Die Vögel. Zweite Hälfte: Späher, Läufer und Schwimmer
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29460/963/
SlttgemeineS. 
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bem ©dphpntheile beS $inter!puhtSbeine§ artifulirt uttb foagerep nad) hinten geteert iß, fep 
eigenthümtip ©ie Sßirbetfäule Befielt auS ßepept bis ap^ept $afS=, ad^t fftücfen=, ftebert bis 
ap ©dpangfoirbeln; baS Sruftbein ift lang unb Brett. 3m ©egenfap §u ben biSpr genannten 
Dtuberfüßlern ßnb nur foenige ®nopn ber ©prben luftfüpenb. ©ie 3uK9e iß fleht, ber Anfang 
beS ©punbeS ju einer Slrt föePfacf erweitert, ber Vormagen mittelmäßig entfoicfelt, ber £D7u^ïeï= 
magen bümt unb runblip 
©darben fommen in aïïeu ©rbtpiten Oor unb leben eBenfoix>o^I im SCReere foie auf filtert 
©efoäffertt. ©inline Slrten Befoopen pdporbifdp Sauber, bie äftep^ap prBergt in ben gemäßigten 
unb Reißen ©ürtetn ber ©rbe. ©ie Sïufentpltêorte finb Oerfpeben ; benn foäpenb einige ßd) feiten 
Dom üïïeere entfernen unb per auf gelfeninfetn ipen ©tanb nehmen, foopett attbere in rops ober 
foatbreipn ©ümhfen unb Srüpn, an glußfeen unb äplidpn ©efoäffern unb oerirren ßd) nur 
auênaptêfoeife einmal Bis an bie ©eefüße. ©rößeren ©trömen folgen ße meilenfoeit Bis inS Sttnere 
beS SanbeS, fdpeifen üBerpupt gern umpr unb halten ßdj foäpenb ber SSrutgeit an einer unb 
berfelBen ©teile auf. ©ie norbifpn Slrten foanbern regelmäßig, bie übrigen fireicpn. 
Unter ben 9tuberfüßlern jeipen ßdfj bie ©prben auS burd) bie ipen eigentpmlidp 
Seprrfcpng beS SöafferS. ©ie ßttb bie Ooüenbetßen Staupr innerhalb iper ©rbnung, aber auch 
in anberer $inßp feineSfoegS ungefpcft. Sluf ebenem Soben Befoegen ße ßd§ ziemlich ungelenk unb 
foatfptnb, im ©ejfoeig ber Säume mit auffallenber ©efoanbtpit, ßiegenb rafter als man meinen 
möpe, ba ber gtug auSßep, als ob er fep ermüben müffc. ©ooiel als möglich oerfoeilen ße im 
SBaffer unb fcpoimnten unb tauben mit einer gertigfeit unb SfuSbauer, foetp bie Sefounberung beS 
23eobad^terS erregen muß. jpinfiplid) iper übrigen ©igenfpften läßt ßdj focnig fRpmenSfoertpS 
fagen. ©ie ßnb fprfßmtig, flug, oerßänbig, lißtg, aber jänfifp unfriebfertig, BoSpft unb tücfifch 
im ppten ©rabe, leben unter ßd) gfoar in greunbfpß, jebocf) nur, foeil bie Eingriffe gegenfeitig in 
gleid; erbitterter Sßeife' jurüdgefoiefen foerben, ntißpnbeln ade übrigen Söget, Oerfupn foenigftenS, 
ße 3u quälen unb ju peinigen, unb macpn ßch ope Sebenfen beren Kräfte gu Ship. 
3per fortfoäpenben SRegfamfeit entfh'rip bie ©efräßigfeit, foetp, foie eS fdpint, einzig in 
iper Slrt baftep: alle ©färben freffen fo lange, als ße freffen fönnen unb ßürjen ßd) felbft mit 
gefülltem Sftagen gierig auf eine SBeute prab, foenn foldp ipen gerabe oor baS Sluge fommt. ©ie 
ruprt, fo fdpint eS, nur, unt foieber ßfcpn unb freffen gu fönnen unb freffen BloS bann nip, foenn 
ße ip ©eßeber in ©rbnung bringen ober fpafeit. ©ie ©epbarfeit ipeS ©punbeS geftattet ipen, 
fep große gifp pnapufoürgen; aber biefe foerben ungemein rafd) jerfep, unb ber Sftagen oerlangt 
bann neue Füllung. 3n Säubern, in foeldpn ber SJlenfd) $ur $errfpft gefommen ift, fönnen ße 
nip gebulbet foerben, foeil ße ben gifpreien ben aUeremfjßnblpßett ©pben ^ufügen; im SQÎeere 
hingegen foerben ße foenigftenS per unb ba gerabe burd) ipe ©efräßigfeit nüpich ; benn auS ben 
gifpn, foetp fie beffen ©dpße entnehmen, bereiten ße ben ©uano. 
Side Slrten ber Familie niften in ©efedfpft unb grünben unter Umftänben SInßebelungen, 
foeldp mepere taufenb ^ßaare gälten, ©ie Hefter ftepn entfoeber auf felßgen 3ttßln unb per in 
©galten, Höhlungen, auf ©eßmfen :c., ober auf Säumen, gufoeilen oiepg unb fünfzig oon ipen 
auf einem einzigen. SÖenn ße genötpgt ßnB, felbft ju bauen, tragen ße ßc§ bide Reifer unorbentlidf) 
jufammen unb füllen ße innert mit ©plf unb anberen ©räfern lieberlidh auS, halten ße aber faß nie 
trodfen, oft oielmep fo naß, baß bie ©ier förmlich im ©flamme liegen. Sepefe, gfoei bis Oier an 
ber 3ap, finb oerhältnißntäßig fe^r fleitt unb lang geßrecft, haben eine ßarfe unb grünlicbfoeiße, 
ungefledte ©ß)ale, foelp noch ein etfoaS lodEerer ^alf ; ober Æreibeüberjug umgibt. Seibe ©attcn 
brüten abfoedhfelnb mit großer Eingebung, richtiger oielleic^t ^artnäcfigfeit; benn ße taffen ßdh im 
buchftäbtichen ©inne beS SBorteS nip oertreiben; beibe fchte^^en ben jungen auch Nahrung in 
äJtaffe gu. Seziere fommen faß nacft gur SSett, erhalten fpäter einen furzen, büßer gefärbten 
glaumen, erß foenn fie ptïbtoüdpg finb, gebern, oerfoeilen lange im üfteße, folgen bann ben 
Sitten auf baS SBaffer, foerben ein haar £age lang unterrichtet unb perauf ßch felbft überlaffen.
        

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