Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Vierter Band. Zweite Abtheilung: Die Vögel. Zweite Hälfte: Späher, Läufer und Schwimmer
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29460/955/
STroptfüoget. 
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2113 ^enttgeidjen btefer anmutigen Eefhöpfe gelten foïgenbe dfterfmale: gelungener Seibe§; 
bau unb geringe Eröfje, fo^>ftanger, feitlid) gufammengebrüdter, auf ber Oberfeite feid^t gebogener, 
ffnfcer, an bem ®ieferranbe fein geschneiter ©cfmabel, mit baunt merblihent §aïen, fd^tpad^e Seine, 
beren hintere unb innere 3he nur ^urh e™e fhma^c berbunben Serben, lange Flügel unb ein 
au3 gtrölf ober riergehn Gebern befteïfenber ©htrang, b.effen beibe dRittelfebern fidj feljr oerlängern 
unb burd) i|re eigentümliche Sauart auggeiclmen, ba fie faft fahnenloê finb, trährenb bie übrigen 
bürgen ïroht entmidelte $a$nen tragen, fotrie enblidj ein bicïjteê, -gartgefârbteê ©efieber. 
2ftan unterf^eibet ïjauptfahïid) gtrei SIrten biefer ©type, ben ioei§fhh>ânsigen unb ben 
rot^fh^ängigen ©ropibrogel. Sei Erftgenanntem (Phaeton aethereus) finb $opf, .!pal3 
unb bie Unterteile be3 Seibeê treifj, fanft rofenroth überflogen; ein ßügelftreifen ift fhtrarg; Otücfen 
unb SRantel trerben auf tretjjem ©runbd burd; gebrümmte Ouerlinien, ge^eid^net ; bie ©htringen 
fd^tïaarj, treifj gefäumt. ©aê Sluge ift braun, ber ©clmabel boradenroth, ber $ufj büftergelb. ©ie 
Sänge beträgt nah Sennett’3 SüDleffungen 2 $ufj 5 3od, trobon freilich 1 $ufj 5 3bd auf bie 
langen unb 6 3od auf bie Kursen ©htrangfebern geregnet trerben mufj, bie Sreite 3 $ufj 4 3bß- 
©a3 ©efieber be§ rothfdjtrângigen ©ropibrogelê (Phaeton phoenicurus) ift ebenfadê 
feibenireifj, blafjrofa überlaufen; ein brciteê fhtrargeê ©uerbanb, trelheê b or bem 2luge beginnt, fefet 
ftdj ^inter bemfeïben in einer ©pi^e fort; bie ©Ritte ber ©berarmfhmingen unb bie Gebern ber ©eiten 
finb tieffhirarg, bie ©d^äfte ber Sorberfhtringen bi3 gegen bie ©pi|e hin fhtrarg, beibe 50UtteIfd^toan§= 
febern am ©runbe treifj, bon^ierauê fd)ön ^od)rot, bie ©djäfte fhtrarg. ©aê Sluge ift fhtrarg; 
braun, ber ©djnabel fharlah, ein ©treifen an feiner ©Bürget blafjbïau, ber Sauf fhtrahblau, bie 
3e^en unb bie ©htrimmhäute fhtrarg. ©ie Sänge beträgt 2 gufj 4 3ott, bie Sreite 3 ffufj, bie 
Sänge ber längfien'©htrangfebern 15, bie ber übrigen 5 3od. 
2lde ©Reerc, treidle gtrifhen ben ©Benbebreifen liegen, beherbergen bie ©rojnbrögel. ©tuf bem 
atlantifdjen fdjeint ber Jreifjfdjirängtge, auf bem ftiden ©Beltmeere ber rot^fd()ïx>ân§ige ^äuftger gu fein; 
boh ïentmen beibe ©Irten auf biefem trie auf jenem SDîeere ror. ©Ran ftdjt fie geiröhnlih in ber 
©iähe ber fiiften; eë bann jebod; and) ba§ ©egentheit ftattfinben. ©o fah fie Seffon in ftiden, 
monb^ellen Nähten ebenfo raftloê unterfliegen ali am ©age, unb fo traf fie Sennett im ©tyril 
rode taufenb ©eemeilen rom Sanbe. 3m allgemeinen nehmen bie ©eeleute an, bafj ihre ©tuêflüge 
fth auf eine Entfernung ron breiïjunbert ©eemeilen erftreden. 
3h h^e nur einmal ©ropibrögel gefe^en, im füblihen ©heile bei rothen SOleereè nämlich, fte 
jeboh bloê bürge 3eit beobahten bömten. Side fReifenben aber, treidle fte genauer fennen lernten, 
finb einftimmig in ber Oetrunberung ihrer ©hönheit unb Slnmuth* ©er erfte Einbrud bei ©rof)if; 
rogeli, meint ©fhubi, ift burhaui nicht ber einei SReerrogeli; man glaubt nietmehr in ihm einen 
in bie unabfeljbaren Oeben bei mächtigen 2Beltmeerei rerfhtagenen Sanbbetrohner ju erbennen. * . . 
,,^ein SSogel", fagt ^ßöb^ig, „fliegt mit gleicher 3ïnmuth trie biefer; man möchte fagen, er fhtrimme 
unb ruhe in ber Suft; benn ohne in leiht unterfheibbarer ©Seife bie f^Xügel gu betregen unb ohne ben 
Körper gu trenben, gieht er in getraltigen §öhen rafh bahin ober liegt in ben Suftfhid)ten, trie auf 
einer feften ftlähe. ©tur trenn er im ^ifhen begriffen ift, ober ein ©hiff getrahrt, rertaufht er biefe 
Ohthe mit fehr fhneden unb fraftlofen 33etregungen, fenft in treiten Sogen fhtted htnab unb unter; 
läfjt nie, bai Çahrgeug einigemal gu umbreifen unb gleihfam fpähenb gu betrahten. häufig fhtrebt 
er fo hoh t ba§ ein ungeübte^ 2luge ihn niht bemerbt unb redjtfertigt feinen fhönen dtamen. ©ehr 
feiten fteht man hn fhtrimmen." dboh begeifterter brüdt fth Sennett auê: ,,©ie ©ropibrögel 
gehören unbebingt gu ben fhönften ©ßeltmeerrögeln unb müffen bie Setrunberung 5lder erregen, 
trenn fte bie ©onne auf ihrem prahtboden Eefteber fpiegetn laffen. ©ie ftnb ebenfo liebenêtrürbig 
in ihrem ©öefett alg anntuthig in ihrem 5U*ge, unb e§ ift eine trahre §reube, ihre fünfte gu 
beobad;ten. ©htffe fheinen oft ihre 5lufmerbfambeit gu erregen; fte bomnten herbei, umbreifen ba»
        

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