Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Vierter Band. Zweite Abtheilung: Die Vögel. Zweite Hälfte: Späher, Läufer und Schwimmer
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29460/95/
Æupferfpedjt. fÇeïbfpecbt. 
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bermanbeïte Nloen. ©S mar eine #auptnieberlage boit Nahrungsmitteln, bie ihren Urfprung einem 
Sufammenftrömen fehl* bieïer ©fechte in jener ©egenb berbantte. 2Bahrfdheinlier 
$ e Ib f p e d) t (Geocolaptes campestris), ein Sogei, melcljer bie offenen Triften SübameritaS Betbohnt. 
©ie Sippe ber ©rbfped)te, welche er bertritt, tennjeidjnet ftch burdj einen etroa topflangen, geftreeften, » 
auf ber $irfte fantigen, mäßig jufammengebrüdten,.fanft gewölbten Sdjmabcl, beffen OBerfieJerranb 
an ber SBttrjel ein Wenig aufgetrieBen ift, burdh fiarfe, tauge unb gugefpi^te $lügel, in benen bie 
bierte Schwinge bie längfte ift, einen kräftigen, fptpigeit Sd)Wang unb ziemlich fc^tanïe, ljod)= 
läufige güße mit bcrhältnißtnäßig.fd^Wad^en Sehen. ©aS ©efieber beS ^elbfpe«f>tê ift Bunt, aber 
nicht befonberS lebhaft gefärbt. ©er Scheitel unb bie ®ehle ftnb fd^Warg, bie ^Bangen, ber $alS 
unb bie OBerbruft golbgelb, ber Nüden unb bie Flügel blaßgelb, fd)Warfbraun gebänbert, ber Unter; 
rüden, bie Sruft unb ber Saud) blaßweißlidhgelb, jebe Çeber burd) mehrere fdhWarge OuerBinben 
gezeichnet; bie Schwingen ftnb graubraun, golbgelb gefd)äftet, bie ^anbfdhmingen an ber Snnenfaljne, 
bie Nrmfdjwingen an Beiben $al)nen Weißlich gebänbert; bie SdjWanzfebern ftnb fdjWarzbraun, bie 
äußeren 5ßaarc au ber Nußenfapne, bie' brei inneren Sßaare an ber Snnenfahne gelb gebänbert. ©je 
@efdjled)ter untcrfd)eiben fid) Wenig; hoch ift baS 2Beibd)eit minber lebhaft gefärbt, als baS üNänndjett. 
Sei bent jungen Segel ftnb bie Sinben breiter. ©aS Nttge ift bunteltirfd)roth, ber Schnabel fd)toär§; 
lid;grau, ber $uß fdjmuÿggrau. 
„©er ^elbfpedjt", jagt ber $ßrin$ bon äöieb, „ift bon allen übrigen Nrten burdh feinen Nufenthalt 
höd)fi bejeidhnenb gefdjieben, ba er bloS in offenen, oott ^Salbungen entblößten Stiften unb hödjftenS 
in fleincn ©ebüfdjen bortommt. 3od)ebene. 
©ine ganje ©efellfdjaft, Wohl acht Stüd, Ijadten an einem großen, niebrigen Saum herum unb flogen 
oon Seit §u Seit ehtgeln auf ben Sobeit, feierten ba, wie eine Æraïje unb lehrten bann gum Saum 
juritd. Sie mußten mit einer guten Nahrung befdjäftigt fein, Wahrfdjeinlich eine Wanbernbe Ser; 
mitengefellfd)aft überfallen haben. 3d) fah bem Sogei halb feine ©igenthümtid)feit an. ©in Specht, 
ber fdjreienb auf bem Sobeit herumfpajiert : meid) ein SBunber, bacpte idh unb rief meinem Söhne 
gu, einen $u fd)ießen. ©S gelang, ©er Sped)t gurgelte treifd)enb §u Scben, bie anbern flogen 
baoon, ließen ftch aber halb auf einem nicht fehl* entfernten Saum Wieber nieber. Nun ernannte i'dh 
meinen neuen ©efäprten. ©r gab mir, als idh ihn tobt betrachtete, bie ©eWißpeit, baß idh ßnutpo; 
gebiet bereits betreten hatte; benn nur auf biefem ift ber fonberbare ©rbfped)t $u ftnben." 
„©er ^clbfpedjt", ergäbt ber Sßrinj in feiner Neifebefdjreibung, „lebt befonberS bon Sermiten 
unb Nmeifen, Weldje in biefett ©benen unenblidj häufig ftnb. SNan fiitbet h^r in SBälbertt unb 
Triften große tegelförmige §ügel oon gelben Setten, Weldje oft fünf bis fecfjS ^uß hod) unb roit 
Termiten erbaut finb; in ben offenen ©egenben hüben fte gewöhnlich eine mehr abgeflachte ©eftalt. 
Nehulidje Nefter bon runblicher gornt rfctb fchmarjbrautter f^arbe hängen an bidett Neften ber Säume, 
unb ein jeber ^attuSftamm trägt eines ober mehrere berfelben. Nuf biefen pflegt ber genannte
        

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