Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Vierter Band. Zweite Abtheilung: Die Vögel. Zweite Hälfte: Späher, Läufer und Schwimmer
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29460/9/
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?ÏÏlgcmeine§. 
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paben, Wenigftenê tpeilWeife, fo ©ieleê itt Sebenêart unb betragen mit einanber gemein, baß idp 
|ebe Trennung, Weldpe fie »oit einanberreißt, für ungerechtfertigt anfepen muß, obgleid) idp mtr boit; 
fommett bewußt bin, baß eingelne 5. ©. cntwidelte ©ingmuêfeln paben,.Wäprenb biefe anbern fehlen, 
ober baß einige feineêWegê in bent ©inné f lettern, Wie eê bic ©pedpte, ©pedptmeifen ober ©aunt; 
fteiger tpun. ©erfdpiebenpeit int ©au beê Seibeê unb bementfpredpenb audp in ber £ebenê Weife tx>irb 
unter ben Angehörigen biefer Orbnung felbftberftânblidp ebenfogut betnerflid), Wie bei ben ©liebem 
anberer gïeid^it>ert^igen Abteilungen. 
©erfudß man bie Æïetterbôgel im allgemeinen gu f enngeidpnen, fo läßt ftd^ etwa Çolgenbeê 
fagen. S)er £eib ift geftredt, aber bodp fräftig gebaut, ber $alê ftlrg, ber ®opf groß. 2)er ©cï)nabel 
ift mittellang ober fe^r lang, teilförmig unb ftarf ober gebogen unb fc^toad^. ©ie $üße ftnb furg; 
läufig, aber langlebig. ©ie 3epen ftnb entWeber regelmäßig georbnet ober paarig geftedt, au§; 
napmêWeife aud) oon oier auf brei berringert, ohne baß man fagen fönnte berfümmert; bie üftägel, 
Welcpe fte bekehren, geidpnen ßcp cm3 burd) ©röße, Sßölbung unb ©cpärfe. ©er Flügel *ift mittel; 
lang unb gerunbet, guWeilett fehl' breit, niemals fdhmal unb fpip. ©er ©dpWang tann fehr 
berfdpieben gebilbet fein. Söegeid^nettb erfd^eint er bei ben botlenbetften ©eftalten ber ©rbnung; benn 
hier ift er gunt ©temmfdpWang geworben unb pat bamit eine ©ebeutung erlangt, toeldhe ohne 
©leidjen ift innerhalb ber gangen klaffe: er bient nicpt allein alê ©teuerruber beê fliegenben, 
fonbern auch al§ ©tüpe beê f entrechte flächen ertletternben ©ogelê. ©a§ ©efieber läßt ßcp im 
allgemeinen nicht befdpreiben; benn Wenn man audh behaupten barf, baß eine geWiffe Ueberein; 
ftimmung nacpgeWiefen Werben tann, fo bezieht ftdh .©aê bocp immer nur auf einzelne ©ruppen, 
nicht auf bie ©efammtpeit ber Orbnung. ©ei ben einen liegen bie Gebern glatt, bei ben attbertt 
locter an; bei bief en ift bie Färbung buffer, erb; ober baumrinbefarbig, jene prangen in föftfidpen 
Farben unb Wetteifern mit ben fdßmmernbften, glängenbften ©ögeln überhaupt; bei eingelnen 
ähneln ftdh bie ©efdpledpter, bei oielen unterfdpeiben ße ftdh fehr Wefentlieh k. ©ie ©igentpümlidp; 
feiten beê inneren ©atteê fönnen hier nicht befprod^en Werben; baê SBidptigfte foil bei ©efdpreibung 
ber eingelnen Familien eine ©teile ßnben. 
Unter ben ©innen field ba§ ©eßept noch entfdpieben oben an; alê bemnädhft entwidettfier ©inn 
aber bürfte baê ©efühl, Weldpeê pier al8 £aßßnn aufgefaßt Werben muß, gu begeidhnen fein. ©ie 
3unge oerliert bei ben föletterbögeln theilWeife ihre ©ebeutung : fie ift Weniger ein Aöerfgeug beê 
©efdpmadfê, alê ein folcpeê beê ïaftfinnê. Atlerbingê .gibt eé aud) eingelne ©ünnfcpnâbler,, Weldpe 
nur eine oerfümmerte 3unge beßpen unb füglid) bocp nidpt bem ©erbanbe ber Æletterbôgel entriffen 
Werben bürfen: fie aber ftnb Aufnahmen, Weld)e bie Siegel faum beeinträchtigen. ©iefe beleprt 
unê, baß bie 3un9e eine ™ h°^em ©rabe beadptenêWertpe, burdpauê eigentpümlidpe ©ntwidtelung 
geigt, ©ei ben meiflen ®tetterbögeln füllt ße nidpt bloê bie ©cpnabelpöplung bollftänbig auê, 
fonbern tann aud) nodj Weit über bie ©cpnabetfpipe oorgeftredt unb ebenfoWopl gum Aufnepmen 
ober Anfpießen beftimmter ©egenftänbe, Wie gum haften- gebraudpt Werben, ©ine befottbere Anlage 
beê 3un9eTt^e^nê unb berfdpiebener ©tuêfeln Oerleipt ipr $äpigf eiten, Weldpe feiten ßnb unter bett 
geßeberten fftücfgrattpieren unb in äpnlicper SBeife überhaupt nur nodp ben ©erWanbten ber ^letter; 
oögel, b. p. anberen ©päpern gufommen. ®iefe ^äpigfeiten fönnen fepr oerfdpiebene fein, Wie bie 
3unge felbft oerfdpieben ift: ipre ©ebeutung aber bleibt im Wefentticpen biefelbe. ©epör mag 
ungefäpr auf berfelben ^öpe fiepen, Wie ber ©aftßnn. Ueber ben ©efepmadf läßt ßdp fcpWer ein 
Urtpeil fällen, Weil man ßdp niemals flar Wirb, Wie biel man bei hierauf begüglidpen ©dpluß; 
folgerungen auf ßtedpnmtg jbe8 ©efüpfê gu fepen pat. ©er ©erudp ift Waprfcpeinticp alê ber ant 
Wenigften entwidelte ©inn gu begeidpnen, obWopl ©tandpeê für baê ©egentpeil gu fpredpen fdpetnt. 
©aê ©epirn ift Oerpältnißmäßig groß, für geiftige ^pätigfeit alfo bie unumgänglicp nötpige 
©runblage oorpanben. t 
©ntfpredpenb ber Seibeêbilbung unb ben ©egabungett ber ®letterbögel müffen Aufentpalf 
SebenêWeife, 3Öefen unb ©etragen fepr berfdpieben fein, ©ie ©rbnuttg verbreitet ßdp über alle 
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